Buchtipps zur Sendung

Empfehlungen der Redaktion

Atomreaktor, Kernschmelze, Super-GAU: Spätestens seit Fukushima weiß jeder mit diesen Begriffen etwas anzufangen. Doch wäre es nicht besser, genau Bescheid zu wissen? Die Redaktion hat für Sie ein paar wertvolle Buchtipps zum Thema Atom und Strahlung zusammengestellt.

Buchtipps
Buchtipps Quelle: ZDF,imago

Elmar Träbert

Was man wissen muss: Radioaktivität Eine allgemeinverständliche Darstellung

Kiepenheuer & Witsch
Juni 2011, 254 Seiten
ISBN: 978-3462043785


Was muss man wissen über Atomkraft, Radioaktivität, Strahlung? Elmar Träbert, Professor für Experimentalphysik an der Universität Bonn, ist es gelungen, diese Frage allgemeinverständlich zu beantworten. In seinem Buch wird aufgeräumt mit dem gefährlichen Halbwissen und nebenbei ein Grundwissen Physik vermittelt - ganz ohne Formeln! In übersichtlich eingeteilten, kurzen Kapiteln geht der Autor unter anderem auf die natürliche Radioaktivität ein, klärt über die "Radonkuren" auf und gibt viele erstaunliche Beispiele für Strahlung in Wissenschaft, Medizin und Alltag. In der zweiten Hälfte geht es dann um die sensiblen Themen Kernwaffen und Politik und die Nutzung der Kernenergie. Die Neuauflage 2011 enthält auch ein Kapitel über die Störfälle: Krümmel, Tschernobyl, Fukushima. Fachbegriffe sind im Text gekennzeichnet und werden im Glossar am Ende des Buches erläutert. Ebenfalls im Anhang finden sich vom Autor kommentierte "Hinweise zum Weiterlesen" und eine Tabelle zur Strahlenbelastung in Deutschland.

Stephanie Cooke

Atom - Die Geschichte des nuklearen Irrtums

Kiepenheuer & Witsch
April 2011, 592 Seiten
ISBN: 978-3462043730


Etwas Zeit sollte man mitbringen für die "Geschichte des nuklearen Irrtums". Auf knapp 600 Seiten stellt die Autorin die Entwicklung der Kernkraft dar, beginnend mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki. Sie berichtet über die Zusammenhänge zwischen militärischer und kommerzieller Nutzung der Kernenergie, wie politische Ziele in diesem Geflecht eine Rolle spielten und spielen und wie Länder wie Israel, Pakistan oder Nordkorea zu Atomwaffenstaaten werden konnten. Durch viele historische Quellen entsteht ein authentischer Leseeindruck, der das Buch an manchen Stellen spannend wie einen Krimi macht. Interessierte Laien, aber auch bereits belesene Experten in Sachen Atomkraft, sind nach der Lektüre dieses Buches für jede Diskussion gewappnet. Eine umfangreiche Literaturliste im Anhang hilft, weiteres Material zum Thema zu finden. Außerdem sind die wichtigsten Abkürzungen und ein Register angefügt.

Gerd Rosenkranz

Mythen der Atomkraft Wie uns die Energielobby hinters Licht führt
Oekom Verlag
März 2011, 109 Seiten
ISBN: 978-3865811981


Auch wenn der Atomausstieg in Deutschland beschlossene Sache zu sein scheint, so gibt es doch immer wieder die beliebten "Stammtischargumente" pro Atomkraft: Kernkraft erzeugt saubere Energie, ohne Kohlenstoffdioxid, und Uran gibt es ja auch genug. In diesem Büchlein, das den Namen Taschenbuch wirklich verdient hat, werden diese Mythen mit stichhaltigen Argumenten entzaubert. Sicher, manches ist bekannt, hat man so schon einmal gehört, aber der Autor versammelt alle Argumente gegen die weitere energetische Nutzung der Kernkraft auf einen Fleck. Die sehr übersichtliche Kapiteleinteilung, das praktische Format und das ansprechende Design laden neben allen inhaltlichen Vorzügen zum Lesen ein. Der Autor Gerd Rosenkranz arbeitet seit 20 Jahren als Journalist und seit 2004 für die Deutsche Umwelthilfe.

Merle Hilbk

Tschernobyl Baby Wie wir lernten, das Atom zu lieben

Eichborn Verlag
Januar 2011, 280 Seiten
ISBN: 978-3821865348


Urlaub in der Ukraine, da ist das Pflichtprogramm ein Ausflug nach Tschernobyl: Das klingt zunächst grotesk, ist aber mittlerweile möglich - Stichwort "Zonentourismus". Merle Hilbk, selbst Jahrgang 1969, reist nach Tschernobyl, in die verstrahlten Regionen. Der Reaktorunfall vor 25 Jahren war eine Katastrophe, von der viele nur die technischen Aspekte wahrnahmen. Doch was ist mit den Menschen, die in den verstrahlten Gebieten lebten, umgesiedelt wurden und heute wieder dort leben? Was ist mit der sozialen Katastrophe von Tschernobyl? Die Autorin spricht mit den Menschen in den kleinen ukrainischen Dörfern oder den Plattenbauvierteln in den Städten Weißrusslands, immer begleitet von der Weißrussin Mascha, ein "Tschernobyl-Baby". Das Buch liefert Fakten und schildert Schicksale. Um diese Gegensätze zu verbinden, nimmt Merle Hilbk den Leser mit auf ihren road trip nach Tschernobyl. Viele Fotos und ein junger, subjektiver, teilweise fast flapsiger Schreibstil lassen das Buch plastisch und spannend werden; wer allerdings ein mit Fakten gespicktes Sachbuch sucht, wird von diesem Buch enttäuscht werden.

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