Club der Hundertjährigen

Der Schlüssel zu einem langen Leben

Die Japaner werden im Schnitt am ältesten. Angeführt wird diese Statistik von der kleinen japanischen Insel Okinawa. Bei einer Million Einwohner finden sich hier knapp 700 Hundertjährige. Mehr als neun Mal so viele wie in Deutschland. Aber die Menschen sind nicht nur älter, sie genießen ihre Jahre bei guter Gesundheit.

Alte Frau aus Sardinien Quelle: ZDF

Sie altern langsamer als alle anderen Menschen auf der Welt. Sie sind aktiv im Alter und bewegen sich gerne. Wissenschaftler aus Hawaii haben sich auf die Erforschung der Okinawer spezialisiert.

Hohes Alter durch Diät?

alte japanische Damen Text 5 Quelle: ZDF


Überraschend ist nicht nur das hohe Alter sondern auch das geringe Vorkommen von Krankheiten. In Okinawa ist die Rate für Brustkrebs und Prostatakrebs weltweit am kleinsten. Wo liegt der Schlüssel zum gesunden Altern? Wissenschaftler vermuteten zuerst eine genetische Veranlagung. Tausende Menschen wurden untersucht, aber ein eindeutiges Merkmal im Erbgut hat man nicht gefunden. Liegt der Schlüssel zum Alter vielleicht doch in der Lebensweise?

Die Wissenschaftler interessieren sich nun auch für die Ernährung der Japaner, die auf Okinawa leben. Auf ihrem Speiseplan stehen viele verschiedene Gemüsesorten und Wurzeln. Kurz gekocht und mit Tofu oder Soja ergänzt, scheint dies eine gesunde Mahlzeit zu sein. Aber das Geheimnis der Hundertjährigen liegt nicht in dem, was sie essen, sondern in dem, was sie nicht essen. Ihr Leben lang haben die Menschen in Okinawa sich bei jeder Mahlzeit nur bis zu 80 Prozent satt gegessen. Sie nehmen täglich nur etwa 1200 Kalorien zu sich, 20 Prozent weniger als ein Europäer. Ist ein latenter Nahrungsmangel der Schlüssel zum Altern?

Fastende Affen

Ein Experiment mit Affen soll helfen, diesen Zusammenhang zu untersuchen. Seit 1989 erhält eine Affengruppe in einem amerikanischen Experiment 30 Prozent weniger Kalorien als die Vergleichsgruppe - mit erstaunlichen Folgen: Der Alterungsprozess der Affen mit der reduzierten Kost ist verlangsamt. Sie haben weniger als halb so oft schwere Krankheiten wie Krebs und sie haben keine Diabetes. Die fastenden Affen sind aktiver und ihr Hirnabbau geht langsamer vor sich.

Versuch Affen Text 5 Quelle: ZDF

Viele der Affen, die viel fressen dürfen, leiden dagegen an Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn Affen also wenig fressen, bleiben sie länger gesund. Ist die Ernährung oder sogar ein Nahrungsmangel auch beim Menschen der Schlüssel auf der Suche nach einem langen Leben?

Ahnenforschung bringt die Lösung

Genprioben Text 5 Quelle: ZDF


Auch auf Sardinien gibt es besonders viele alte Menschen. Einzigartig ist, dass es gleich viele alte Männer wie Frauen gibt. Die Bewohner der Bergdörfer leben aber nicht im Verzicht. Im Gegenteil. Sie zählen keine Kalorien. Sie essen üppig und dennoch werden sie besonders alt. Die Sarden müssen also noch einen weiteren Schlüssel zum gesunden Altern in sich tragen.

Die Ahnenforschung hat die Wissenschaftler auf eine besondere Idee gebracht. In den isolierten Bergdörfern gab es nämlich wenige Siedler. Die meisten Bewohner sind miteinander verwandt, und in einem Ort lassen sich beispielsweise die Ahnen auf neun Männer und elf Frauen reduzieren. Genetisch hat dieser kleine Genpool einen positiven Aspekt hervorgebracht - Langlebigkeit.

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