Das Geheimnis der Schönheit

Welches Gesicht wir anziehend finden und warum

Studien belegen: Schöne Menschen haben es leichter im Leben. Von klein auf werden sie bevorzugt. Schönlinge haben mehr Erfolg, mehr Sex und mehr Geld. Dies zeigt, welch weitreichende Folgen Schönheit nach sich ziehen kann. Doch worin liegt das Geheimnis der Attraktivität? Gibt es eine Schönheitsformel oder liegt Schönheit doch im Auge des Betrachters? Aber warum sind sich dann verschiedene Kulturen erstaunlich einig darüber, welches Gesicht schön ist und welches nicht? Gibt es einen universalen Schönheitssinn?

Verschiede Gesichter einer Versuchsreihe.
Verschiede Gesichter einer Versuchsreihe. Quelle: ZDF

Fangen wir mit den Kleinsten an. Babys gelten in ihrem Schönheitsurteil als unvoreingenommen. Doch Forschungsergebnisse belegen, dass Kleinkinder diejenigen Gesichter am längsten betrachten, die auch Erwachsene besonders attraktiv finden. Offensichtlich haben Kinder schon in einem frühen Alter ein Gespür dafür, ob ein Gesicht schön ist.

Baby liegt vor Bildern mit Gesichtern.
Baby vor Bildern, Text 2 Quelle: ZDF

Was macht ein Gesicht attraktiv?

Gesicht eines Mädchens wird vermessen.
Gesicht vermessen T4ext 2 Quelle: ZDF


Seit Generationen versuchen Forscher, dieses Rätsel zu lösen. Ist ein Gesicht schön, weil es klassischen Maßen wie dem Goldenen Schnitt entspricht? Diese These ließ sich in wissenschaftlichen Studien nicht belegen. Klassische Maße sind in schönen Gesichtern nicht häufiger zu finden als in weniger schönen. Sicher aber scheint zu sein, dass das Geheimnis eines schönen Gesichts zum Teil in seiner Symmetrie liegen kann.

So legten Wissenschaftler Personen aus verschiedenen Kulturkreisen Fotos ganz unterschiedlicher Frauengesichter vor. Das Schönheitsurteil fiel dabei sehr einheitlich aus. Vor allem stark asymmetrische Gesichter wurden als unattraktiv bewertet. Sie wirken nicht gesund. Für die Forscher ein Indiz dafür, dass ein symmetrisches Gesicht Gesundheit ausstrahlt. In vielen Kulturen unterstreicht man zu festlichen Anlässen die Symmetrie des Gesichts. Sie könnte ein Schlüssel zu einem völkerübergreifenden Schönheitsideal sein.

Auf der Suche nach Schönheitsfaktoren

In einer anderen Studie verschmolzen Forscher viele einzelne Fotos von Frauen zu einem Bild und ließen Testpersonen das Ergebnis bewerten. Dieses "Durchschnittsgesicht" fanden die meisten Versuchspersonen schöner als die Ausgangsbilder. Wahrscheinlich liegt das daran: Durch das Verschmelzen wird das Durchschnittsgesicht symmetrischer. Außerdem verschwinden Fältchen und Hautunreinheiten. Das brachte die Forscher auf die Spur eines der wichtigsten Schönheitsfaktoren: glatte, makellose Haut. Sie reflektiert Jugendlichkeit und ein gutes Immunsystem.

Zwei Gesichter aus einer Versuchsreihe.
Zwei Gesichter Schönheit Quelle: ZDF

Doch welche Gesichtspartien machen ein Gesicht besonders anziehend? Um das herauszufinden, haben Wissenschaftler Fotos gezielt verändert. Sie variierten Merkmale wie die Gesichtsform und die Größe der Lippen. Die veränderten Bilder legten sie Testpersonen zum Beurteilen vor. Da die Forscher bestimmte Details abgewandelt hatten, konnten sie anhand der Schönheitsurteile erkennen, welches Merkmal attraktiv macht.

Schönheit = Gesundheit?

In einem Männergesicht wirken schmale Wangen anziehend, ein markantes Kinn, vor allem aber hervorstehende hohe Wangenknochen. Bei Frauen sind mehr Schönheitsfaktoren nachgewiesen, zum Beispiel ein schmales Gesicht, volle Lippen und ein weiter Augenabstand. Und noch ein besonderer Reiz lässt sich bei Frauen finden: Kindliche Züge wie große Augen, eine hohe, rundliche Stirn und ein kleines Kinn erhöhen die Attraktivität. Wenn das Gesicht auch Zeichen der Reife besitzt, wie hohe Wangenknochen, wirkt es besonders attraktiv.

Schönheit zieht uns magisch an, aber worin liegt ihr Sinn? Forscher glauben, dass die Schönheit eine Botschaft an den Partner sendet. Ein schönes Gesicht signalisiert verborgene Qualitäten, wie ein intaktes Immunsystem oder eine ungestörte Entwicklung. Schönheit erleichtert demnach die Suche nach einem gesunden Partner. Diese Zusammenhänge bilden unbewusst eine Triebfeder für die Partnerwahl. Auch wenn wir glauben, davon frei zu sein: Der Wunsch nach gesunden Babys beeinflusst unser Verhalten. Einen Menschen schön zu finden, ist eng damit verknüpft, ob er als Vater oder Mutter der eigenen Kinder in Frage kommen könnte.

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