Gefressen, getreten, gestutzt

Das Gras schlägt zurück

Wissen | Leschs Kosmos - Gefressen, getreten, gestutzt

Was ist der Unterschied zwischen Wiesen und Weiden? Harald Lesch mit einer kurzen Definition.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.04.2019, 00:00

Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft wirft Harald Lesch einen Blick auf manchmal unterschätzte und dann doch wieder sehr aufmerksam studierte Pflanzen: Gräser. Harald Lesch eröffnet den Zuschauern einen völlig neuen Blick auf die unscheinbaren Pflanzen. Wir haben ein ganz besonderes Verhältnis zu ihnen, und doch sind sie noch immer für eine Überraschung gut.

Wie oft ist der "Rasen" schuld, wenn ein Fußballspiel verloren geht? An die Pflanzen, die für internationale Spiele zugelassen sind, werden höchste Anforderungen gestellt. Was macht den Unterschied aus? Die Physik des Fußballrasens ist eine Wissenschaft für sich.

Das Geheimnis des Fußballrasens

Bundestrainer Löw testet den Kunstrasen
Ob Kunstrasen im Fußballstadion die Alternative für Naturrasen wird?

Deshalb sind in jedem Stadion Greenkeeper im Einsatz. Sie testen regelmäßig, ob der Rasen noch den strengen Vorgaben der FIFA entspricht, und jeder Greenkeeper hat seine ganz eigene geheime Methode. Das Problem: Rasen ist Natur, und die lässt sich nicht hundertprozentig kontrollieren. Macht dagegen Kunstrasen jedes Fußballspiel berechenbar?

Die "Verlegung" des Rasens ist in beiden Fällen kein Problem mehr: In den meisten Stadien wird der Rasen nicht gesät, sondern ausgerollt. Fußballrasen hat gut vier Zentimeter dicke Soden und ist so schwer, dass er nicht verrutschen kann. Sind Nahtstellen mit einer Walze festgedrückt, können die Mannschaften schon am nächsten Tag auflaufen. Auch der Kunstrasen wird ausgerollt, aber dann - wo sind die Unterschiede?

Blühende Sommerwiese
Die Sommerwiese ist ein komplexes Ökosystem. Quelle: Gisela Schlösser

Alarm für Allergiker

Eine Wiese ist im Vergleich - biologisch betrachtet - eine ganz eigene komplexe Welt. Und: Gräser sind erstaunlich wehrhaft. Drohen sie etwa durch Überweidung unterzugehen, erzeugen sie Gifte zum Schutz. Dass Gräserpollen für Allergiker lästig sind, ja sogar gefährlich werden können, ist bekannt.

Neue Forschungsergebnisse zeigen jedoch, wie und wodurch sich Pollen verändern und dann das Allergiepotential derselben Gräser noch zehnfach höher liegen kann als üblich.


"Wehren" sich Gräser gegen den Menschen?

Was es mit der populären "Gluten-Unverträglichkeit" auf sich hat, ist auch eine Gräser-Geschichte. Und die hat durch aktuelle Forschungen eine neue Wendung erfahren: Bei der Zucht von Getreidesorten wurden jeweils die Gräser ausgesucht, die am widerstandsfähigsten etwa gegenüber Schädlingen sind. Das bedeutet, dass die weiter gezüchteten Pflanzen über einen besonders hohen Anteil an Abwehrstoffen verfügen. Und diese Abwehrstoffe werden nicht von jedem vertragen.

Lange hatten Forscher Gluten als Ursache für Unverträglichkeiten im Verdacht, den Kleber im Getreidekorn. Doch jetzt scheint das Gluten eine Rehabilitation zu erfahren, denn nur etwa ein Prozent der Deutschen reagiert darauf sensibel. Mehr Menschen reagieren empfindlich auf die pflanzeneigenen Abwehrstoffe im Getreidekorn.

Bloß trocken bleiben

Gräser sind eben wehrhafter, als man gemeinhin denkt. Je länger Gräserpollen in der Blüte bleiben, desto aggressiver werden sie, weil sich immer mehr Allergene bilden. Forscher konnten zeigen, dass die Aggressivität eines Pollenkorns um das 20-fache ansteigen kann.

Und noch etwas entdeckten die Wissenschaftler: Die Allergene sind normalerweise im Blütenstaub eingeschlossen. Doch Feuchtigkeit macht sie zum Ärgernis. Im Auge ist es die Tränenflüssigkeit, in den Atemwegen die Feuchtigkeit der Schleimhäute. Jetzt erst wandern die „reizenden“ Eiweißstoffe an die Oberfläche und kommen in direkten Kontakt mit den Allergikern.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet