Die Folgen des Klimachaos

Gehören Naturkatastrophen bald zum Alltag?

Experten sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der globalen Erwärmung und einer Zunahme an extremen Wetterphänomenen. Ist der Klimawandel schuld an Naturkatastrophen wie den verheerenden Waldbränden in Russland oder den Überschwemmungen in Pakistan?

Im Juli 2010 lässt eine noch nie da gewesene Hitzewelle mit Rekordtemperaturen ganze Landstriche in Russland abbrennen. Kurze Zeit später ertrinkt Pakistan in einer Jahrhundertflut. Die beiden Katastrophen fordern neben enormen Sach- und Umweltschäden Tausende von Opfern.

Jahrtausendhitze und Jahrhundertflut

Die zwei Ereignisse geschahen scheinbar unabhängig voneinander, doch es gibt eine fatale Verbindung: Regelmäßig bringt der Monsun Regen über den indischen Subkontinent. Im Sommer heizen sich die Ozeane auf, und es entstehen gewaltige Mengen Wasserdampf. Viel stärker als das Wasser erwärmt sich aber der Boden. So entsteht ein Sog, der die Wolken über das Land zieht. Vor allem das aufgeheizte tibetische Hochplateau im Himalaya wirkt wie ein Magnet auf die Wolken.

Am Gebirge steigen die Wolken dann auf, kühlen ab und entlassen ihre feuchte Fracht. Normalerweise ist der Regen ein Segen für die Menschen. Doch 2010 war alles anders. Eine Ursache dafür war die Hitzewelle in Russland. Das ungewöhnliche russische Hitzezentrum zog die Wolken viel weiter nach Westen als sonst. Sie setzten sich nun über Pakistan fest. Und dort regnete es daraufhin viel mehr als gewöhnlich. Eine extreme Wetterlage, die immensen Schaden anrichtete und viele Opfer forderte.

Befürchtungen der Experten

Experten befürchten, dass solche Ereignisse bald zum Alltag gehören. Flut- und Dürrekatastrophen werden sich mit dem Klimawandel häufen, so ihre Vorhersage. Doch wie sicher sind solche Prognosen? Zwar gibt es kaum noch Wissenschaftler, die am vom Menschen gemachten Klimawandel zweifeln. Doch über die Folgen tobt ein bitterer Streit.

Eine internationale Kommission beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Klimawandel. Sie hat alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammengetragen und immer wieder die Dringlichkeit globaler Klimaschutzmaßnahmen angemahnt. Auf internationalen Konferenzen sollen die Politiker auf der Grundlage der Expertenanalysen zu verbindlichen Vereinbarungen kommen, um die globale Erwärmung abzumildern.

Fataler Zahlendreher


Im Jahr 2010 erschütterte ein Skandal die Glaubwürdigkeit dieses Klimarats. Bereits 2007 warnte der sogenannte IPCC-Bericht des Rats vor dem Abschmelzen der Gletscher im Himalaya. In naher Zukunft sollte das ewige Eis auf ewig verschwunden sein. Schon im Jahr 2035 drohe das Ende.

Die Ursache dafür war ein Zahlendreher. 2350 stand in der Quelle, auf die sich die Warnung bezog. Weitere Fehler hatten sich eingeschlichen. Ein Skandal, der die Arbeit der Expertenkommission insgesamt unglaubwürdig macht?

Wir hängen am Tropf

Unabhängige Untersuchungen ergaben, dass die generellen Folgerungen des Berichts trotz der Fehler Gültigkeit haben. Vergleicht man beispielsweise die heutige Ausdehnung von Gletschern mit der von früheren Jahren, so ist die Entwicklung unübersehbar. Die Gletscher im Himalaya ziehen sich zurück. Ein Abschmelzen hätte dramatische Folgen, denn die Hälfte der Weltbevölkerung hängt am Wassertropf der Himalayagletscher.

Das Klima verändert sich, das lässt sich belegen. Doch was dies für das Wetter in den Regionen der Erde bedeutet, weiß niemand. Die Prozesse, die Einfluss nehmen, sind zu komplex.

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