Die Katastrophe Mensch

Artensterben in neuer Dimension

Der Reichtum an Leben, dem wir heute begegnen, ist das Ergebnis einer langen Entwicklungsgeschichte. Über Hunderte Millionen von Jahren entstand auf unserem Planeten eine schier überwältigende Fülle. Und noch längst sind nicht alle Arten entdeckt. Tiere und Pflanzen eroberten die verschiedensten Nischen der Erde.

Links ein Nashorn - rechts das Skelett eines "Vorfahren "im Vergleich.
Links ein Nashorn - rechts das Skelett eines "Vorfahren "im Vergleich. Quelle: National Geographic

Die Lebewesen waren im Laufe der Evolutionsgeschichte immer wieder katastrophalen Ereignissen ausgesetzt. Heute sind es aber nicht mehr Klimaänderungen und Naturkatastrophen, die zum Aussterben führen, sondern eine einzige biologische Art: der Mensch. Er verändert die Natur zu seinen Gunsten, um Wohlstand zu schaffen. Mit einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit wird Lebensraum und Lebensvielfalt zerstört. Die Natur hat keine Chance, sich zu erholen und selbst zu erneuern.

Der Kreislauf des Lebens

Fossil eines Fisches.
Fossil eines Fisches, Text 1


Über 16.000 Arten gelten als vom Aussterben bedroht. Hinzu kommen diejenigen, die im Verborgenen leben, die noch unbekannt, also nicht mitgezählt sind. Schon immer sind Arten verschwunden und neue haben sich entwickelt. Der ewige Kreislauf von Werden und Vergehen gehört zum Leben, seit es Leben gibt. Neunzig Prozent der Arten, die unser Planet je hervorgebracht hat, sind ausgestorben. Oft hat die allmähliche Verschlechterung der Umweltbedingungen über viele tausend Jahre ihr Schicksal besiegelt. Überlebende Organismen nutzten jedoch die Chance, sich im Lauf der Zeit neu zu entfalten. So hat sich die Natur nach den größten Katastrophen immer wieder erneuert.

Muss uns das Artensterben von heute also Sorgen bereiten? Wird es die Erde nicht schon richten, wie sie es schon seit Millionen von Jahren gemacht hat? Diesmal ist es nur eine einzige Spezies, der Homo sapiens, der sich zur absolut beherrschenden Lebensform aufgeschwungen hat, die gesamte Natur beeinflusst und massiv verändert. Im Zeitraum eines Menschenleben zerstören wir, was der Planet über Jahrmillionen hervorgebracht hat.

Das Rätsel der Dinosaurier

Vor etwa 300 Millionen Jahren, im frühen Perm, tummelte sich in den Urmeeren reiches Leben. So genannte Trilobiten und Ammoniten bevölkerten die Ozeane. Therapsiden, säugerähnliche Reptilien, eroberten das Land. Doch dann wurden sie Opfer einer Katastrophe. Eine dramatische Klimaveränderung, verursacht durch gewaltige, andauernde Vulkanausbrüche, führte zum größten Massensterben, das unser Planet je erlebt hat.

Grafic: Dinosaurier läuft durch Urwald.
Dino im Urwald, Text 1

Im Laufe von 100.000 Jahren starben 95 Prozent aller Wasserbewohner und zwei Drittel aller Landlebewesen aus. Wer die Katastrophe überlebte, hatte neue Entwicklungsmöglichkeiten. So wie die Dinosaurier. Sie entwickelten sich zu Herrschern der Erde, zumindest für die nächsten Jahrmillionen. Ihr Aussterben ist bis heute rätselhaft. Wahrscheinlich besiegelte ein Meteorit aus dem All ihr Ende. Der Einschlag sorgte dafür, dass in den nächsten Jahrtausenden wiederum zahllose Arten ausstarben.

Auftritt Homo sapiens

Stadt Wolkenkratzer Quelle: getty images


Die Säugetiere nutzten das Aussterben der einst übermächtigen Dinosaurier und besiedelten die frei gewordenen Lebensräume. Die einen nahmen den Platz von den pflanzenfressenden Dinosauriern ein, andere profitierten als Räuber vom Aussterben der Konkurrenten. Von nun an dominierten sie das Leben an Land.


Der Siegeszug der Säugetiere führte im Laufe von Jahrmillionen schließlich zur Entwicklung des Homo sapiens. Mit dem Auftritt des Menschen auf der Bühne des Lebens beginnt für unseren Planeten ein völlig neuer Akt.

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