Die Konfrontation mit dem Fremden

"Leschs Kosmos": Harald Lesch in Nahaufnahme.

Wissen | Leschs Kosmos - Die Konfrontation mit dem Fremden

Das eigene Territorium zu verteidigen und Fremde als Eindringlinge auszugrenzen, ist ein bekanntes Muster. Gehört es zur menschlichen Natur oder ist Ausgrenzung das Ergebnis von Vorurteilen?

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDFinfo, 21.07.2016, 23:55 - 00:20
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Was bedeutet überhaupt "fremd"? Welche Kriterien lassen den einen dazugehören, den anderen nicht? Die Konfrontation mit Fremden stellt uns vor Herausforderungen. Harald Lesch sucht nach den Ursachen von Fremdenfeindlichkeit und kommt zu überraschenden Einsichten.

Die Tendenz, Gruppen zu bilden und damit gleichzeitig andere auszugrenzen, scheint zur Natur des Menschen zu gehören. Schon Kinder neigen dazu, den Zusammenhalt der eigenen Gruppe zu verstärken, indem sie andere ausgrenzen. Die Merkmale, die die "Zugehörigen" von den "Anderen" unterscheiden, sind extrem variabel: Welche Bedeutung hat unser evolutionäres Erbe, welche Rolle spielt die kulturelle Evolution?

Wer nach biologischen Gründen für Fremdenfeindlichkeit sucht, stößt schnell an Grenzen. Das bekannteste Beispiel: die Einteilung der Menschen in Rassen. So unterschiedlich Menschen auf verschiedenen Kontinenten heute auch aussehen, die Optik täuscht. Vergleicht man das Erbgut von zwei Menschen miteinander, so kommt Überraschendes zutage: Die genetischen Unterschiede können beispielsweise zwischen einem Europäer und einem Chinesen geringer sein als zwischen zwei Europäern. Der Grund dafür findet sich in der Evolutionsgeschichte des Menschen. Die Bewohner aller Kontinente lassen sich heute auf eine kleine Gruppe aus Afrika zurückführen. Wir alle sind die Nachfahren dieser Migranten.

Um mehr über die Geschichte seiner Vorfahren zu erfahren, macht Harald Lesch den Test: Anhand spezieller Genmarker lässt sich der Weg auch seiner Ahnen nach dem Auszug aus Afrika nachverfolgen. Und ein Blick in die Menschheitsgeschichte offenbart, wie viel Wertvolles wir gerade dem Austausch zwischen den Kulturen verdanken. Dass wir in Europa heute Milch trinken, Kühe züchten und Weizen anbauen, ist das Ergebnis einer Migration, die ihren Ursprung dort hat, von wo heute viele Flüchtlinge nach Europa kommen: in der Region des sogenannten fruchtbaren Halbmonds.

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