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Die neuen Eroberer der Städte

Wolf, Fuchs und Co erobern unsere Zivilisation. Was macht manche dabei erfolgreicher, als uns lieb ist? Professor Harald Lesch verfolgt die Spuren von Tieren mit überraschenden Fähigkeiten und zeigt, wie die Städte zum "Motor der Evolution" werden.

Videolänge:
27 min
Datum:
07.11.2017
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.11.2022

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Tiere mit Pioniergeist

Für Wissenschaftler sind die Tiere, die den Schritt in die Städte als Erste wagen, spannende Forschungsobjekte. Die neuen Eroberer zeichnen sich durch Neugier und besondere Lernfähigkeit aus. An ihnen lässt sich "Evolution im Zeitraffer" studieren. Die wilden Pioniere haben oft erstaunliche Fähigkeiten: Einige haben in Megacitys sogar mehr Erfolg als in ihrem natürlichen Lebensraum.

Erfolg der Weißbüschelaffen in Rio

Zwei Weißbüschelaffen in Rio
Die Stadt wächst immer weiter in den Regenwald hinein, dem ursprünglichen zu Hause der Weißbüschelaffen.

In Rio de Janeiro hangeln sich Weißbüschelaffen in schwindelerregenden Höhen über Stromleitungen, weichen auf dicht befahrenen Straßen den Rädern rasender Autos aus und nehmen den Konkurrenzkampf mit anderen, ihnen fremden Arten auf. Die Zerstörung ihres angestammten Lebensraums zwingt sie zum Sprung in ein neues Leben. Doch was tragisch beginnt, wird zur Chance: Inmitten der  Millionenstadt entwickeln sich die Weißbüschelaffen sehr erfolgreich – mit dem Potenzial, das Überleben ihrer Art auf lange Sicht zu sichern.

Was ist das Erfolgsrezept der Amseln?

Die Invasion der Wildschweine

Wildschweine in Wohngebiet
Wildschweine erobern zunehmend Wohngebiete in Berlin und werden zur regelrechten Plage.

Noch bis vor gut 20 Jahren lebten Wildschweine fast ausschließlich in Wäldern. Viele der Jungtiere überlebten die strengen und schneereichen Winter nicht. Ihre Zahl blieb überschaubar. Doch durch die Klimaerwärmung hat sich das geändert: In milden Wintern, wenn der Boden nicht gefriert, finden auch Jungschweine genug Futter. Zudem tragen Bäume wie Eichen und Buchen durch die Klimaänderung häufig mehr Früchte - "fette Jahre" für Wildschweine.
Während in der Vergangenheit die Tiere nur einmal im Jahr Nachwuchs bekamen – meist zwei Frischlinge –, beobachten Forscher immer häufiger, dass die Bachen bis zu sieben Frischlinge in einem Wurf zur Welt bringen. Auch trägt eine Bache inzwischen häufig bis zu dreimal im Jahr. Auf viel Nahrung reagieren Wildschweine offenbar mit viel Nachwuchs – und das führt zum Problem der Überbevölkerung. Erschwerend kommt hinzu, dass die Frischlingsbachen bei idealen Bedingungen schneller in die Pubertät kommen und bereits mit sieben Monaten selbst Nachwuchs bekommen können. Die Folge: Die Tiere erobern die Felder und letztendlich auch die Städte. In Berlin beispielsweise leben heute etwa 6.000 Wildschweine – und es werden immer mehr. Ob Parks, Grünanlagen oder Vorgärten, Wildschweine werden schnell heimisch. Sie nutzen die günstigen Bedingungen. Die Stadt wirkt wie ein Beschleuniger. Ihr einziger natürlicher Feind, der Mensch, ist gleichzeitig ihr größter Förderer. 

Der Fuchs geht um

Grafik: Füchse in der Stadt
Nur besonders neugierige, mutige und lernfähige Füchse wagen sich in die Stadt. Aber hätten sie überhaupt eine andere Chance?

Noch vor einigen Jahren hätte ein Fuchs, der sich uns ohne Angst nähert, Alarmsirenen schrillen lassen: Tollwut! Heute gelten Füchse in Deutschland als tollwutfrei, und plötzlich leben sie in direkter Nachbarschaft zu uns – ihrem einstigen größten Feind. Obwohl der Fuchs intensiv gejagt wurde, scheint er den Menschen nicht mehr zu fürchten. Was macht die Nähe zu uns für den Fuchs so reizvoll?
Füchse sind Einzelgänger. Sie beanspruchen große Reviere. Doch die Städte dehnen sich immer weiter aus, während die Fuchszahlen steigen. Dem Fuchs bleibt deshalb kaum eine Wahl, als sein Revier in die Stadt auszuweiten. Hier findet der Allesfresser reichlich Nahrung, und die Stadt bietet den Füchsen eine ganz besondere Kinderstube: Friedhöfe! Für die hellhörigen Füchse sind sie die idealen Rückzugsorte.

Treibt es auch den Wolf in unsere Städte?

Wolf vor Schafweide
Einst war der Wolf in ganz Europa verbreitet und das häufigste Landsäugetier. Sein ursprünglicher Lebensraum wurde inzwischen vom Menschen in Beschlag benommen.

In vielen Teilen Europas jagte man den Wolf bis zur Ausrottung. 1904 starb der letzte Wolf in Deutschland. Seit dem Jahr 2000 ist er wieder da. Und die Population wächst rapide, heute sind es fast 60 Rudel – mehrere Hundert Tiere. In wenigen Jahren könnten es sogar Tausende sein, schätzen Experten. Denn der Wolf ist streng geschützt und muss deshalb keine Feinde fürchten. In seinen angestammten Revieren findet er ausreichend Platz, Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten für die Aufzucht der Welpen.
Aber der Wolf kommt nach über 100 Jahren Abwesenheit in völlig veränderte Gegenden zurück: in dicht besiedeltes Kulturland. Sein Erscheinen weckt Urängste und sorgt für Konflikte. Die Wolfsrisse von Nutztieren werden zahlreicher. Warum man den Wolf dennoch schützen soll, lässt sich nur schwer vermitteln. Hinzu kommt die Angst, er könnte auch vermehrt in menschliche Siedlungen vorstoßen. Dabei ist die angeborene Scheu des Tieres vor dem Menschen groß. Er überwindet sie nur dann, wenn der Hunger zu stark ist. Das Tier nutzt dann das Nahrungsangebot, geht dann aber wieder schnell auf Distanz. Ein letztes Risiko lässt sich natürlich nie ausschließen. Doch für das Gleichgewicht unserer Landschaften ist der Wolf eine Bereicherung.

Leschs Kosmos - Übrigens ... zur Landflucht der Wildtiere 

Was treibt Wolf, Fuchs & Co in unsere Städte? Professor Harald Lesch verrät, warum der Mensch vom Jäger zum Ernährer der Wildtiere wird.

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