Die Schönheitsfalle

Wenn Attraktivität zum Verhängnis wird

Wir besitzen einen Sinn für Schönheit, das bestätigt eine Vielzahl von Studien: So sind sich Testpersonen erstaunlich einig darüber, wie schön verschiedene Gesichter sind, und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht oder Bildungsstand. Es gibt Merkmale, die über die Grenzen von Völkern und Epochen hinweg als attraktiv gelten. Und in allen Kulturen scheint sich das Gespür für Schönheit schon früh zu entwickeln: Selbst Babys wenden sich schönen Gesichtern häufiger zu als hässlichen.

Ein Pfauenrad.
Ein Pfauenrad. Quelle: ZDF

Schöne Menschen haben es meist leichter im Leben. Sie bekommen in der Regel bessere Schulnoten, werden vor Gericht milder bestraft und verdienen mehr als weniger attraktive Kollegen. Doch in einigen Fällen kann Schönheit auch hinderlich sein. Extrem gut aussehenden Menschen wird im Berufsleben manchmal weniger zugetraut, nach dem Motto: "Wer so schön ist, kann nicht intelligent sein."

Worin liegt das Geheimnis der Schönheit?

Gesicht, entstanden aus einer Verschmelzung mehrerer einzelner Fotos.
Gesicht, Text 2 Quelle: ZDF


Gibt es eine "Schönheitsformel"? Schon seit Langem versuchen Forscher dieses Rätsel zu lösen. Symmetrie spielt eine Rolle. Überraschenderweise empfinden wir aber auch Durchschnittsgesichter, die am Computer als Mittelmaß aus vielen Einzelgesichtern erzeugt werden, als außergewöhnlich anziehend. Woran liegt das? Die Entscheidung, ob ein Gesicht schön ist oder nicht, fällen wir extrem schnell. Im Laufe der Evolution war dies offensichtlich von großer Bedeutung, denn Forscher finden die entscheidenden Prozesse dafür in einem entwicklungsgeschichtlich alten Teil unseres Gehirns.

Wann ist Schönheit von Vorteil, wann ein Verhängnis? Pfaue schmücken sich mit auffälligen Federn, die auch ihren Feinden ins Auge stechen, Winkerkrabben schleppen riesige Scheren mit sich herum und Hirsche lassen sich sperrige Geweihe wachsen, die zu tragen sie viel Kraft kostet.

Welchen Sinn hat Schönheit?

Charles Darwin Quelle: dpa


Auf den ersten Blick scheinen solche Auswüchse der Evolution der Theorie von Charles Darwin zu widersprechen. Demnach setzen sich nur diejenigen durch, die besonders gut angepasst sind. Doch Darwin selbst erdachte ein Prinzip, das den scheinbaren Zwiespalt löst: die sexuelle Selektion. Um möglichst viele Nachkommen zu zeugen, muss ein Tier nicht nur mit seiner Umwelt gut zurechtkommen, sondern auch das andere Geschlecht betören können.

Was, wenn ein solcher Luxus zum Ballast wird, wenn der enorme Energiebedarf für ein solches "Handicap" nicht mehr gedeckt werden kann? Welche Strategie wird im Laufe der Evolution die bessere sein: Auffälligkeit durch großen Aufwand oder Effizienz? Anlässlich des 200. Geburtstags von Charles Darwin begibt sich Professor Harald Lesch auf die Suche nach dem Geheimnis der Schönheit. Besteht Gefahr, dass die "Schönheitsfalle" eines Tages zuschnappt?

Weiter mit: Das Geheimnis der Schönheit

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