Die Zombies von Haiti

Was steckt hinter dem Voodoo-Zauber?

Schauergeschichten über so genannte Untote, die als seelenlose Zombies Angst und Schrecken verbreiten, üben eine besondere Faszination aus. Doch der schaurig-schöne Mythos erscheint manchen Menschen als schreckliche Wirklichkeit. Im Voodoo-Land Haiti ist man überzeugt, dass Zombies wirklich existieren.

Schwarzmagier, so genannte Bokor, sollen die Macht haben, Menschen in lebende Zombies zu verwandeln. Wie sie das tun, ist eine Wissenschaft für sich und ein gut gehütetes Geheimnis. Schließlich bedeutet dieses Wissen Macht.

Opfer eines bösen Zaubers

Im Kinofilm „Fluch der Karibik“ besteht die Besatzung der „Black Pearl“ aus lebenden Toten. Als Strafe für den Raub eines Azteken-Schatzes sind sie zu einem Dasein zwischen Diesseits und Jenseits verflucht. Nur im Mondlicht zeigt sich ihre wahre Natur. Doch was die wenigsten Kinobesucher wissen: In der Karibik liegt tatsächlich der Ursprung des Zombie-Mythos. In Haiti sind die Menschen überzeugt: Zombies gibt es wirklich. Wer sich im Leben etwas zuschulden kommen lässt, kann zur Strafe aus dem Totenreich zurückgeholt werden.

Bis zu 1000 Fälle von angeblicher „Zombifizierung“ soll es in Haiti jährlich geben. Die Haitianer glauben an die Magie des Voodoo. Zombies sind für sie Opfer eines bösen Zaubers. Die Angst, selbst Opfer zu werden, ist groß. Böse Voodoo-Priester – besagte Bokor – sollen die Macht haben, Menschen von den Toten zurückzuholen. Mit einem „Zombie-Pulver“ vergiften sie ihre Opfer, die wenige Tage später scheinbar sterben. Nach ihrer Bestattung holen die Bokor sie als vermeintlich Untote wieder zurück.

Analyse des „Zombie-Pulvers“

Kugelfisch
Der Kugelfisch ist ein wichtiger Bestandteil des Zombie-Gifts

Wissenschaftler haben das Zombie-Gift analysiert. Die Zutaten: Knochen, Kröten und giftige Pflanzen wie Stechapfel und die Früchte des Manchinel-Baums, die auch Zombie-Äpfel genannt werden. Doch eine Zutat scheint entscheidend für die Wirkung zu sein: Kugelfisch. Der Kugelfisch nimmt mit seiner Nahrung Bakterien auf. Diese produzieren ein Nervengift, das sich in seinen Innereien anreichert. Der Fisch muss sachkundig ausgenommen werden, erst dann ist er genießbar. Ansonsten lähmt das Gift die Muskeln. Im schlimmsten Fall bleibt das Herz stehen. Doch bei einer bestimmten, geringen Dosis geschieht etwas Seltsames: Die Herzfrequenz und der Puls sinken nur so weit, bis sie kaum noch wahrnehmbar sind. Der Vergiftete scheint tot zu sein.

Mann in Haiti zertrümmert Särge
Ist das Grab leer, wird der Sarg entsorgt.

So geben die Voodoo-Priester vor, die Macht über Leben und Tod zu besitzen: Wenn die Wirkung des Giftes nachlässt, kehrt das Opfer scheinbar aus dem Reich der Toten zurück. Zwar konnte ein solches Vorgehen bislang niemandem nachgewiesen werden, aber die Befürchtung, zum Zombie gehext zu werden, ist allgegenwärtig in den Köpfen der Haitianer. Vermutlich lassen sich aber nicht alle Fälle von „Zombifizierung“ mit dem Voodoo-Pulver erklären, denn noch nie war ein Wissenschaftler bei einer dieser Prozeduren dabei. Für die leeren Gräber gibt es noch eine andere – triviale – Erklärung: Wenn die Miete für ein Grab ausbleibt, wird es für den nächsten Kunden geräumt.

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