Energie im Überfluss

Wird die Sonne unser Rettungsanker?

Eigentlich ist es unverständlich, dass wir unter einem so hohen Druck stehen, ständig neue Energiequellen zu finden, denn Energie gibt es genug - im Weltraum. Seit Milliarden Jahren ist die Sonne Energiespender für die Erde und sie wird noch weitere Milliarden Jahre zuverlässig Licht und Wärme zur Erde schicken. Energie im Überfluss für die Bewohner unseres Planeten. Aber wie können wir diese Energiequelle anzapfen?

Nichts von der Energie der Sonne verschwindet spurlos. Im Universum geht nichts davon verloren. Mit dem Urknall entstand vor über 13 Milliarden Jahren alle Energie im Weltraum. Alle Materie hat hier ihren Ursprung. Seither kommt nichts dazu, nichts kommt abhanden. Die Welt verändert sich nur stetig. Aus Energie wird Materie und umgekehrt.

Energie durch Fusion


Die Kraft der Gravitation lässt Gas- und Materiewolken entstehen und zu Himmelskörpern zusammenballen. So entstand vor fünf Milliarden Jahren auch unsere Sonne. In ihrem Innern herrscht enormer Druck. Teilchen - Atomkerne - prallen aufeinander und fusionieren. Es entsteht Helium und energiereiche Strahlung.

An der glühenden Oberfläche strahlt die Sonne die durch die Kernfusion entstandene Energie ab. 150 Millionen Kilometer entfernt erreicht die Erde pro Quadratmeter und Jahr durchschnittlich so viel Energie, wie sich aus rund 100 Liter Heizöl gewinnen ließe. Die Sonne, so die Überlegung, könnte als unerschöpfliche Energiequelle dienen. Aber das ist leichter gesagt als in die Tat umgesetzt.

Eine verwegene Vision

James Bond und die Traumfabrik Hollywood haben das Problem, wie die Sonnenenergie am effektivsten genutzt werden kann, im Film "Stirb an einem anderen Tag" schon gelöst: Riesige Sonnensegel fangen die Kraft der Sonne dort ein, wo sie am stärksten ist - im Weltall. Kann diese verwegene Vision eines Tages Wirklichkeit werden? Forscher der amerikanischen und japanischen Raumfahrtorganisationen halten Solarkollektoren im All bereits für praxistauglich.

Die Sonne scheint rund um die Uhr. In Form von Mikrowellen, so der Plan, soll die Sonnenenergie Empfänger auf der Erde erreichen. Doch die Mikrowellen bergen Risiken. Was würden sie für Vögel, was für Flugzeuge bedeuten? Auf jeden Fall müssten die Mikrowellen stark gefächert werden und die Empfänger mehr als zehn Kilometer breit sein, so die Meinung der Experten.

Wem gehört die Sonne?

Und ein anderes Problem ist noch gänzlich ungelöst: Der Himmel über uns ist grenzenlos. Wer sollte über diese Mega-Technik bestimmen? Wer den Zugang zu der Energiequelle kontrollieren? So kann es auch ein Glück sein, dass nicht alles Denkbare schon machbar ist und die Sonne ihre Strahlen noch weitgehend ungehindert zur Erde schickt.

So unrealistisch, wie man denkt, sind solche Visionen jedoch nicht. Gerade das amerikanische Militär ist sehr interessiert daran und forscht an einigen Projekten, vor allem für Einsätze in Gegenden, in denen man elektrischen Strom braucht, ihn aber nicht so ohne Weiteres bereitstellen kann, zum Beispiel in der Wüste.

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