Erde 2011: Das Interview

Ein ungewöhnlicher Jahresrückblick

2011 wird in die Geschichte eingehen als das Jahr, in dem sich der Mensch den Urkräften der Erde beugen musste. Hungersnöte in Somalia, gewaltige Stürme in den USA, Überschwemmungen in Asien und eine Epidemie in Deutschland sind nur einige Beispiele aus einem Jahr voller Katastrophen. Und das verheerende Reaktorunglück in Japan hat uns allen vor Augen geführt, dass sich neben den Naturgewalten auch die von Menschen gemachte Technik kaum beherrschen lässt.

Harald Lesch lässt diese Erkenntnis nicht ruhen. In einem ungewöhnlichen Streitgespräch will er den Ursachen und den Konsequenzen unserer Ohnmacht auf den Grund gehen. Sein Gesprächspartner: Mutter Erde persönlich. Wer sollte besser das Dilemma der Menschen verstehen als sie?

Das Jahr aus der Sicht der Erde

Erde aus dem All
Erde aus dem All Quelle: BBC

Abenteuer Forschung verleiht Mutter Erde, gesprochen von der Kabarettistin Anka Zink, eine Stimme. Was wäre, wenn unser Planet reden könnte, wenn man sich miteinander verständigen könnte? Wir hätten die Möglichkeit, uns auf einen gemeinsamen, sicheren Weg in die Zukunft zu einigen.

Doch Mutter Erde hat andere Sorgen. Sie spürt die enormen Veränderungen, die der Mensch seit seinem Erscheinen auf der Erde bewirkt hat, und ist davon nicht begeistert.

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Sehnsucht nach Erdwärme

In Staufen am Schwarzwald sollte das historische Rathaus mit Erdwärme versorgt werden - eigentlich ein simples Vorhaben. Doch die Verantwortlichen ahnten nicht, wie empfindlich Mutter Erde ist. Bei der Bohrung gelangte Grundwasser in eine tückische Bodenschicht aus Gips-Keuper. Seither hat sich der Boden schon um mehr als 40 Zentimeter gehoben.

Das ist ein seltener Unglücksfall, denn meist funktioniert die Nutzung von Erdwärme für einzelne Häuser einwandfrei. Doch bei der Nutzung zur Stromversorgung im großen Stil ist Deutschland noch Entwicklungsland. Deutschland ist eben nicht Island. Es gibt keine aktiven Vulkane, kaum heiße Quellen. Und heißes Wasser liegt in tieferen Schichten. Jeder Vorstoß in die Tiefe ist aber auch immer mit einem Risiko verbunden.

Im Auge des Sturms

Satellitenaufnahme: Hurrikan Irene
Hurrikan Irene Quelle: ,Getty Images

Im August 2011 wälzt sich Hurrikan "Irene" auf die Ostküste der USA zu. In New York wird der Notstand ausgerufen. 370.000 Bewohner sollen evakuiert werden. Öffentliche Verkehrsmittel werden eingestellt, Flüge gestrichen, die Lebensmittel werden knapp. Eine Millionenmetropole befindet sich im Ausnahmezustand. Dann plötzlich Entwarnung: New York bleibt vom Schlimmsten verschont. Irene schwächt sich ab zu einem Tropensturm.

Solange wir denken können, versuchen wir, Wind und Wetter zu verstehen. Aus einem lauen Lüftchen entwickelt sich plötzlich ein Sturm oder auch umgekehrt. Aber warum? Was beeinflusst die Stärke des Windes? Forscher suchen fieberhaft nach Antworten, denn die Kraft der Winde ist zerstörerisch. Auch Hurrikan "Irene" hinterließ eine Spur der Verwüstung: zerstörte Brücken und Häuser. 50 Menschen starben.

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Das Anthropozän

Die rote Linie zwischen t und p markiert in diesen Gesteinsschichten aus Meishan in China die Grenze zwischen den Erdzeitaltern des Perm und Trias und damit den Zeitpunkt des größten Massenaussterbens der Erdgeschichte.
Gesteinsschichten - das "Tagebuch" der Erde. Quelle: dapd,Shuzhong Shen

Städtebau, Klimawandel, Biotechnologie - die Menschheit hinterlässt so deutliche Spuren auf der Erde, dass Wissenschaftler sie noch in Jahrmillionen werden lesen können. Die Veränderungen des Planeten sind so drastisch, dass manche Geologen bereits von einem neuen erdgeschichtlichen Zeitalter sprechen: dem Zeitalter des Menschen, dem Anthropozän.

Geologen können über Gesteinsschichten die unterschiedlichen Erdzeitalter herauslesen. Der menschliche Einfluss auf die Erde ist so groß, dass nach Meinung von Geologen, Ökologen und Biologen auch wir eine eigene Signatur im Gestein hinterlassen werden. Viele Wissenschaftler sehen das als Wendepunkt, also einen Übergang in der Geschichte der Erde auf einen neuen geologischen Zeitraum.

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Die Prophezeiung der Maya

Das Wissen der Maya beeindruckt bis heute. Eine hoch entwickelte Kultur errang Herrschaft über die Zeit. Dafür beobachteten die Maya den Lauf der Sterne und Planeten. Die wiederkehrenden Rhythmen benutzten sie, um Kalender zu erstellen.

Das Volk der Maya hinterließ Dokumente, die heute noch Angst verbreiten. Aufzeichnungen dieser Hochkultur in Mittelamerika, die vor mehr als 1000 Jahren untergegangen ist, zeigen eine Darstellung der Apokalypse. Am 21. Dezember 2012 soll es demnach so weit sein: der letzte Tag - Weltuntergang. Was ist dran an der Prophezeiung?

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