Fleischeslust - Genuss ohne Reue?

"Leschs Kosmos": Harald Lesch in Nahaufnahme.

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Die negativen Schlagzeilen rund ums Fleisch können selbst dem eingefleischtesten Steakliebhaber den Appetit verderben. Ist ein Genuss ohne Reue noch möglich?

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Harald Lesch spürt die Fakten hinter den Negativschlagzeilen auf: Was ist dran am Krebsrisiko und an der Gefahr durch Hormone im Fleisch? Ein Blick in die Forschung zeigt, was wir noch guten Gewissens auftischen können – und wie ein Menü der Zukunft aussehen könnte.

Was passiert, wenn das Freihandelsabkommen TTIP kommt? Wird der deutsche Markt mit amerikanischem, hormonverseuchtem Billig-Rindfleisch überschwemmt werden? In sogenannten Feedlots - Mastbetrieben - werden in den USA bis zu 225 000 Rinder gehalten. Normalerweise brauchen die Tiere auf Weiden bis zu drei Jahre, um schlachtreif zu werden. Hier gelingt es innerhalb weniger Monate - dank einer speziellen Diät, die auch Hormone und Antibiotika beinhaltet.

In Deutschland ist die Mast mit solchen Zusatzstoffen verboten. Auch die Einfuhr von hormonhaltigem Fleisch ist nicht erlaubt. Was kommt auf die Konsumenten zu?

Kürzlich sorgte eine Nachricht für Aufregung: Demnach steht rotes Fleisch im Verdacht, krebserregend zu sein. Stimmt das? Als rotes Fleisch gilt alles, was von Rind, Kalb, Schwein oder Lamm kommt. Besonders in die Kritik geraten ist das "verarbeitete Fleisch" - unter anderem Würstchen, Salami und Schinken. Bei deren Herstellung entstehen Stoffe, die krebserregend sein könnten.

Harald Lesch geht der Frage nach, welche Befürchtungen wissenschaftlichen Analysen standhalten. Der Verzehr von Fleischprodukten beeinflusst unsere Darmflora und damit unsere Gesundheit. Forscher entdeckten überraschende Zusammenhänge zwischen der Ernährung und dem sogenannten Mikrobiom, der lebensnotwendigen Gemeinschaft von Mikroorganismen in unserem Verdauungstrakt.

Und noch etwas wird den Fleischerzeugern zur Last gelegt: Viele Rinder erzeugen viel Methan. Methan ist als Treibhausgas 25 Mal wirksamer als Kohlendioxid. Für die Produktion des Klimagases im Vormagen des Rinds - dem Pansen - sind Mikroorganismen verantwortlich. Sollen wir zum Wohle des Klimas ganz auf Rinder verzichten? Wissenschaftler arbeiten daran, Rinder "klimafreundlicher" zu machen.

Der weltweite Fleischkonsum steigt stetig. Entwicklungsländer haben im Vergleich zu den USA und Europa noch einen enormen Nachholbedarf. Welche Konsequenzen es hätte, würden alle Menschen denselben Pro-Kopf-Fleischverbrauch haben wie wir, zeigt eine ernüchternde Bilanz. Die Schlussfolgerungen daraus geben zu denken.

Harald Lesch beleuchtet das Für und Wider der "Fleischeslust" und schaut nach Alternativen, die möglicherweise schon bald auf unseren Tisch kommen.

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