Gefährlicher Bodenschatz Uran

Wie sicher ist die Lagerung im Salzstock?

Unsere Zivilisation, unser Wohlstand und unser Fortschritt gründen auf den Bodenschätzen. Wir wissen um die Risiken, wenn wir diese Schätze ausbeuten, und doch bohren wir uns immer weiter in die Tiefe. Wir erschließen weltweit immer neue Lagerstätten und fördern innerhalb kürzester Zeit Rohstoffe aus dem Erdinneren, die einst in Jahrmillionen entstanden sind.

Grafik: Salzstock Quelle: ZDF

Die Grundlagen für die Schätze der Tiefe wurden der Erde schon im Verlauf ihrer Entstehungsgeschichte mitgegeben. Seit Jahrmillionen haben sich Rohstoffe in der Erdkruste abgelagert und angereichert. Die Liste der aus dem Untergrund gehobenen Wertstoffe ist lang. Seit etwa 50 Jahren steht darauf auch Uran. Lagerstätten gibt es selbst in Deutschland. In Sachsen und Thüringen baute das sowjetische Bergbauunternehmen Wismut nach dem Zweiten Weltkrieg das Erz ab. Es war bestimmt für den Bau sowjetischer Atombomben.

Strahlender Sternenstaub

Uran verdankt seine Entstehung der Explosion massereicher Sterne. Das radioaktive Schwermetall verteilte sich mit dem Sternenstaub im All. Alles ist aus dem kosmischen Staub entstanden, auch unser Planet mit sämtlichen Elementen. Als sich die Erdkruste bildete, reicherte sich darin Uran an. Gleichmäßig verteilt enthielte die kontinentale Kruste gerade mal ein Gramm Uran pro Tonne. Lagerstätten entstanden, weil warmes Wasser in der Tiefe das Schwermetall gelöst und mit sich geführt hat. Dort, wo sich das Wasser sammelte und verdampfte, fällte Uran aus

Uran ist immer in Erzen gebunden. Beim Abbau werden unvermeidbar radioaktive Stoffe frei. Die Produktion von Uran für Brennelemente ist aufwendig. Aus zwei Tonnen Erz gewinnt man ungefähr ein Kilo sogenannten Yellow-Cake. Der wiederum besteht aus zwei Isotopen, von denen nur eines weiterverarbeitet wird: drei Gramm pro Kilo. Der Rest ist strahlender Müll.

Salzbergwerke als Endlager

Uran wird heute in 17 Ländern der Erde abgebaut. Die größten Minen liegen in Kanada, Kasachstan, Australien, Namibia, Russland und Niger. Aus diesen sechs Ländern stammt mehr als 80 Prozent der Weltproduktion für den Einsatz in Atomkraftwerken, auch bei uns. Der anfallende radioaktive Abfall muss entsorgt werden. Die Frage ist nur: wo? Weltweit verfolgte man dieselbe Idee. Nichts schien naheliegender, als den strahlenden Abfall wieder dorthin zurückzubringen, wo er herkam: unter die Erde.

Bereits in den 1960er-Jahren wählte man in Deutschland das Salzbergwerk Asse als mögliches Endlager und verstaute dort über 126.000 Fässer mit schwach und mittel radioaktivem Müll. Der Salzstock galt als "absolut sicher". Vor allem wegen der Eigenschaften der Salzkristalle: Sie halten dicht. Entsteht ein Hohlraum, schließt er sich mit der Zeit von alleine. Hoch radioaktiver Müll entwickelt enorme Hitze, doch Salz schützt die Umgebung, denn es ist hitzebeständig.

Unterirdische Salzvorkommen

Alles Salz kommt aus den Meeren. Beim größten Salzsee der Welt, dem Salar de Uyuni in Bolivien, kann man den Entstehungsprozess einer Salzlagerstätte beobachten. Der See ist 17 Mal größer als der Bodensee und besteht aus zehn Milliarden Tonnen Salz. Noch immer verdunstet Wasser und lässt Salzkristalle zurück. Der See wächst weiter.

Salzabbau im Salzsee Text 3 Quelle: ZDF

Doch die größten Salzvorkommen liegen im Untergrund: Vor viereinhalb Milliarden Jahren ist die Oberfläche unseres Planeten die Hölle. Vulkane speien mit der Lava Salze und Wasserdampf aus. Als die Erde abkühlt, bilden sich Wolken, es beginnt zu regnen. Der Regen löst die Salze aus dem Gestein und Flüsse schwemmen sie ins Meer. Ein Teil des Meeres wird durch Hebung und Senkung der Erdkruste isoliert. Im Laufe von Jahrmillionen verdunstet das Wasser. Am Grund des Binnenmeeres setzen sich verschiedene Salze ab: erst Kalk, dann Gips und schließlich Natriumchlorid, also Speisesalz.

Tickende Zeitbombe

Über die mehrere 100 Meter dicke Salzschicht bläst der Wind Sand und Ton. Es lagert sich eine viele Kilometer dicke Schicht ab. Unter dem gewaltigen Druck des Erdreichs quillt das Salz auf. Über 150 Millionen Jahre entsteht ein Salzstock: geologisch äußerst stabil, praktisch ein unterirdischer Tresor. Salzstöcke gibt es viele in Deutschland. Einige davon sollten uns nach ihrer Ausbeutung einen letzen Dienst erweisen und den Atommüll sicher aufnehmen, wie in Asse.

Doch das Bergwerk ist einsturzgefährdet denn durch die Tunnel hat das Salz an Festigkeit verloren. Wasser dringt ein, der größte Feind des Salzes. Denn es löst das Salz und lässt Hohlräume entstehen. Würde radiaktiver Müll ins Grundwasser gelangen, wäre die gesamte Region gefährdet. Asse muss sicher verschlossen werden. Eine drängende Aufgabe für die Ingenieure.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet