Gefangen im Netz der Strahlung

Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Ohne Strahlung, dem universellen Energieträger, wäre unser Planet nie entstanden. Doch heute werden wir umsponnen von einem stetig wachsenden Geflecht an künstlich erzeugten Strahlen. Ist die allgegenwärtige Strahlung eine reale Gefahr oder schlichtweg ein modernes Schreckgespenst?

Wir haben kein Sinnesorgan, das uns hilft, gefährliche von ungefährlicher Strahlung zu unterscheiden. Harald Lesch begibt sich auf die Suche nach Auswegen aus diesem Dilemma. Der Weg, die Gefahren von Strahlung zu entlarven, ist ein spannender Forschungskrimi, denn immer wieder tauchen neue Indizien auf. Strahlung, die früher noch als ungefährlich galt, ist heute als Killer entlarvt.

Die Angst geht um

Macht uns die moderne Welt krank? Viele Menschen fürchten sich vor den angeblichen Gefahren von Elektrosmog. Die Welt, in der wir uns bewegen, ist erfüllt von Strahlung. Doch das ist nicht neu: Ohne Strahlung, dem universellen Energieträger, wäre unser Planet nie entstanden, kein Leben würde existieren. Wir alle baden in einem Strahlungsmeer, dessen Pegel wir aber inzwischen mit künstlichen Strahlungsquellen immer weiter steigern.

Die Sonne ist die größte Strahlenquelle. Sie bombardiert uns mit einem Sturm energiegeladener Strahlen und sendet elektromagnetische Wellen aus. Nur die Wellenlänge unterscheidet sie von anderer Strahlung. Mittendrin im Strahlenspektrum liegt sichtbares Licht. UV-, Röntgen- und radioaktive Gammastrahlung haben kürzere Wellenlängen. Längerwellig sind zum Beispiel Mikrowellen, darunter auch Handystrahlung und Radiowellen. Sehen können wir also nur einen kleinen Bereich der gesamten Strahlenpalette. Ein möglicher Grund, warum sich viele dieser ungreifbaren Welt ausgeliefert fühlen.

Strahlung, die unter die Haut geht

Die Entdeckung der Röntgenstrahlen vor rund hundert Jahren war revolutionär. Innerhalb kürzester Zeit wurden sie in der Medizin angewendet. Damals ahnte niemand, welche Bedrohung die unkontrollierte Dosierung von Röntgenstrahlen mit sich bringt. Es gab keinerlei Schutzmaßnahmen. Einige Ärzte und Wissenschaftler starben an den Folgen der frühen Forschung mit diesen Strahlen.

Das Risiko von Röntgenuntersuchungen war anfangs nicht bekannt. Erst mithilfe der Forschung lernte man die Gefährlichkeit der Strahlung kennen und begann, sich zu schützen. Heute sind Röntgenstrahlen für die medizinische Diagnostik nicht mehr wegzudenken, doch mit dem neuen Wissen kann man ihr Risiko und ihren Nutzen abwägen. mehr ...

Chancen durch die Katastrophe


Durch den Reaktorunfall 1986 gelangte Tschernobyl zu trauriger Berühmtheit. Nun, nach knapp 25 Jahren, sehen Wissenschaftler die Chance, die Langzeitfolgen radioaktiver Verseuchung in der betroffenen Region zu untersuchen. Mit erstaunlichen Erkenntnissen.


Das Gebiet wurde im Umkreis von 30 Kilometern wurde radioaktiv verseucht und ist heute, nach knapp 25 Jahren, immer noch Sperrzone. Die Natur hat sich das von Menschen verlassene Terrain zurückerobert. Für Wissenschaftler ist es deshalb ein einmaliges Forschungsgelände. mehr ...

Auf der richtigen Welle

Als der Physiker Heinrich Hertz 1888 bei einem Experiment mit Strom an zwei Elektroden überspringende Funken erzeugte, ahnte er nicht, welche Entwicklung er damit anstoßen sollte. Hertz hatte elektromagnetische Wellen nachgewiesen, doch fehlte ihm die Idee, wozu man sie nutzen könnte.

Nur acht Jahre später erkannte man, dass Funkwellen als Träger von Schallwellen taugen. Das war die Geburtsstunde des Radios. Bald folgte die nächste bahnbrechende Erfindung: Es gelang, auch Bilder per Funkwellen zu versenden. Dann entstand die Idee, mit der gleichen Technik verborgene reflektierende Objekte aufzuspüren, zum Beispiel Flugzeuge - die Radarortung war entdeckt.. Heute ist das Radar in vielen Bereichen unverzichtbar. mehr ...

Wie gefährlich sind Handystrahlen?

Hand mit Handy
Hand mit Handy Quelle: imago


Mehr als vier Milliarden Handynutzer gibt es weltweit. Das entspricht etwa zwei Dritteln der Weltbevölkerung. Und täglich werden es mehr. Von Alaska bis zu den Fidschi-Inseln, Sendemasten stehen inzwischen fast überall. Dabei startete der digitale Mobilfunk erst vor 15 Jahren seinen Durchbruch. Ungefähr genauso lange wird die Frage diskutiert, ob Mobilfunk für Menschen schädlich ist.

Muss man sich vor Handys schützen und wenn ja, wie? Was sind die gesundheitlichen Risiken in einer Zeit, in der Funkmasten wie Pilze aus dem Boden sprießen? mehr ...

Die Macht der Überzeugung

Den Placebo-Effekt kennen wir: Man nimmt Medizin ein, die gar keine ist, und wird gesund. Der Nocebo-Effekt funktioniert praktisch umgekehrt. Man weiß beispielsweise um die Nebenwirkungen eines Medikaments und erfährt nach der Einnahme exakt diese Symptome.

Ist gar die Angst vor der Gefahr am schädlichsten und macht sie uns krank? Wie kommen wir zu einer Einschätzung darüber, was gefährlich und was vertretbar oder gar unbedenklich ist?

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