Geliebte Gefahr

Das Spiel mit dem Risiko

Wissen | Leschs Kosmos - Geliebte Gefahr

Harald Lesch mit einem ausführlichen Kommentar zur Sendung Abenteuer Forschung "Geliebte Gefahr - Das Spiel mit dem Risiko"

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.03.2018, 11:11

Haiangriffe, Flugzeugabstürze oder Naturkatastrophen – das, wovor wir uns fürchten, stellt nicht immer eine echte Gefahr für uns dar. Doch wo lauern die tödlichsten Risiken für uns wirklich? In „Abenteuer Forschung“ riskiert Harald Lesch einen Blick auf die Gefahren unserer Zeit und enthüllt Erstaunliches über unser Risikoverhalten.

Risiken eingehen heißt mutig sein, mit Unsicherheiten umgehen. Riskieren wir was! Wagen wir etwas, überwinden wir die Klippe, hinter der sich vielleicht der Abgrund auftut. Weil es in unserem Alltag kaum noch solche Abgründe und Klippen gibt, ist unser Dasein heute weitestgehend risikofrei – und in den Augen mancher deshalb vielleicht auch langweilig.

Auf Leben und Tod

Extremsportler springt von Klippe
Balanceakt in 400 Metern Höhe. Quelle: Montaz

Base Jumper, Hochseiltänzer und Extrem-Mountainbiker – manche Menschen suchen geradezu die Lebensgefahr. Doch woher kommt diese Lust am Risiko? Was veranlasst manche Menschen, sich ohne Not in Gefahr zu bringen und immer wieder von Neuem ihr Leben aufs Spiel zu setzen? Liegt es an einer Art modernem Wahnsinn oder könnte auch ein Erbe der Menschheit zugrunde liegen?

Eine Theorie von Forschern ist tatsächlich, dass das moderne Leben zu sicher geworden ist. Ein Ersatz für Herausforderungen von früher wird gesucht. Sind solche Abenteuer nur das Produkt unserer Zivilisation? Traditionelle Riten exotischer Völker führen Forscher auf eine ganz andere Spur.

Die Lust am Wagnis

Roulette - ein Spiel mit dem Risiko
Roulette - ein Spiel mit dem Risiko.

Die klassische Theorie vom Risiko besagt: Der Mensch wägt mithilfe seiner Vernunft den möglichen Gewinn gegen den drohenden Schaden ab, bevor er ein Risiko eingeht. Doch ein Test zeigt deutlich: Ob wir bereit sind, ein Risiko einzugehen oder nicht, hängt nicht nur von den Fakten ab. Im Gegenteil: Bei Risikoentscheidungen handeln wir oft irrational. Beim Spielen mit Karten oder Würfeln lockt uns die Lust am Gewinnen trotz der Gefahr des Verlierens.

Wie weit dürfen wir eigentlich unserem Bauchgefühl trauen? Wie wir Menschen mit dem Risiko umgehen, kann man besonders gut im Spielkasino am Roulettetisch beobachten, wenn er oder sie dem rätselhaften Reiz erliegt, alles auf eine Karte zu setzen. Aus dem eigentlich gefahrlosen „Faites vos jeux“ wird ein „Rien ne va plus“.

Riskante Forschungsprojekte

Virologin in Schutzanzug
Experimente mit Viren - ein risikoreiches Unternehmen

Anfang letzten Jahres machte ein risikoreiches Forschungsergebnis Schlagzeilen: Wissenschaftlern war es gelungen, einen hoch infektiösen Vogelgrippe-Virus zu züchten. Das Risiko, dass das Virus aus dem Labor ausbrechen könnte, schien vielen so hoch, dass die Wissenschaftler sich gezwungen sahen, ihre Arbeit vorerst ruhen zu lassen.

Doch nun nehmen sie ihre Forschungen an dem „Killer-Virus“ wieder auf. Die Chancen der Forschung überwiegen die Risiken – so ihr Argument. Und tatsächlich wären viele lebensrettende Impfungen niemals entwickelt worden, wenn Forscher nicht immer wieder bereit gewesen wären, Risiken einzugehen. Doch wann ist ein Risiko zu hoch? Dürfen Forscher im Namen der Wissenschaft tödliche Viren züchten?

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet