Gerüstet für den Fall der Fälle

Lässt sich ein Asteroideneinschlag verhindern?

Einsatz im Weltall. Ein riesiger Asteroid bedroht die Erde. Das Ziel der Mission: ihn mit Hilfe einer Atombombe zu zerstören. Am Ende können die Helden die schlimmste Katastrophe verhindern. Der Monster-Asteroid wird zerstört, und nur ein relativ kleiner Brocken trifft die Erde. Aber ist das, was Hollywood fürs Kino inszeniert, eigentlich tauglich für die Realität? Wäre es denkbar, einen bedrohlich sich nähernden Asteroiden mit einer Atombombe von seinem Weg abzubringen?

Technisch ist es heute schon möglich, mit herkömmlichen Raketen Atombomben zu einem Asteroiden zu befördern, der sich der Erde nähert. Doch die Brachialmethode hat bedenkliche Nebenwirkungen: Durch die Sprengung könnte der Himmelskörper in Tausende von kleinen Brocken zerfallen und als hochradioaktive Streubombe niedergehen.

Ablenken statt Sprengen

Ein weiteres Problem: Asteroiden können aus ganz unterschiedlichem Material mit unterschiedlichen Eigenschaften bestehen. Die Zerstörungsenergie eines nuklearen Sprengkopfs würde nicht zwangsläufig die beabsichtigte Wirkung entfalten. Im Extremfall könnte sie zum Beispiel einem "leichten" Asteroiden, der aus losem Gestein von sehr geringer Dichte besteht, nur wenig anhaben. Daher setzen die meisten Asteroidenforscher auf eine andere Strategie: Der kosmische Brocken soll nicht gesprengt, sondern nur leicht von seiner Bahn abgelenkt werden, damit er die Erde verfehlt.

Einer Idee zufolge könnte man sich dazu die Sonnenenergie zunutze machen. Mit riesigen Hohlspiegeln, die sich im Weltall selbstständig entfalten, ließe sich Sonnenstrahlung einfangen und zu einem intensiven Strahl bündeln. Richtete man diesen auf einen Punkt des Asteroiden, würde Material von seiner Oberfläche verdampfen. Es entstünde eine Art Düse, die den Asteroiden langsam aus seiner Bahn treiben würde. Ein Problem dabei: Weil sich Asteroiden um ihre Achse drehen, ist es kaum möglich, einen einzigen Punkt der Oberfläche ausreichend stark zu erhitzen.

Schwerkrafttraktoren einsetzen


Wissenschaftler suchen daher nach anderen Lösungen. Eine "sanftere" Möglichkeit, einen Asteroiden von seiner Bahn abzulenken, nutzt die Gravitation. Die Idee: Eine Raumsonde wird in die Nähe des Felsbrockens gesteuert. Trotz ihrer viel geringeren Masse ist sie in der Lage, den Himmelskörper dank ihrer Schwerkraft ein klein wenig aus der Bahn ziehen. Mit Hilfe ihres starken Antriebs hält die Rakete den Abstand zwischen ihr und dem Asteroiden konstant. Allmählich kommt es so zu einer Ablenkung von der ursprünglichen Bahn.

Berechnungen zeigen, dass der Einsatz solcher Schwerkrafttraktoren funktionieren kann - auch wenn die Raumfahrttechnik bisher nicht in der Lage ist, Motoren mit der erforderlichen Leistung zu bauen. Voraussetzung für die Wirksamkeit eines solchen Manövers ist allerdings, dass der Schwerkrafttraktor schon viele Jahre vor einem drohenden Einschlag seine Wirkung entfalten kann. Je mehr Zeit den Wissenschaftlern bleibt, umso weniger Masse ist nötig, den Asteroiden aus seiner Bahn zu "schubsen".

Irdische Wachposten

Die Überwachung des Weltraums ist also unverzichtbar, will man die Menschheit vor einem Einschlag bewahren. Auf Hawaii, auf dem Gipfel des Vulkans Mauna Kea, wurden nun Teleskope errichtet, die die Suche nach "Erdbahnkreuzern" revolutionieren sollen. Mit Hilfe von riesigen CCD-Chips - wie man sie von Digitalkameras kennt - wird der gesamte Himmel mehrmals pro Woche durchsucht. Bereits jetzt entdecken die Forscher damit eine Vielzahl von Objekten, die sonst verborgen blieben.

Auch das Radioteleskop von Arecibo in Puerto Rico spielt im Netzwerk der Beobachtung eine wichtige Rolle. Mit keinem anderen Instrument der Welt können die Forscher Asteroiden so schnell und zuverlässig analysieren. Das ist entscheidend für rechtzeitige Abwehr im Ernstfall. Doch 2013 wird die US-Regierung ihre Gelder für das Teleskop massiv kürzen. Dann droht dem Arecibo-Teleskop die Schließung.

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