Erde 2.0

Dank Kolumbus auf dem Weg zum Mars?

Wissen | Leschs Kosmos - Erde 2.0

Harald Leschs besonderer Kommentar: bissig, satirisch, schräg ...

Beitragslänge:
3 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.02.2019, 09:18

Weltweit wurden in den letzten 50 Jahren so viele Menschen geboren, dass sich die Weltbevölkerung mehr als verdoppelt hat ­- auf heute über sieben Milliarden Menschen. In etwa derselben Zeit hat sich die verfügbare landwirtschaftliche Fläche pro Kopf halbiert. Doch effektive Anbaumethoden steigern den Ertrag der Böden stetig. 2050 wird die Erde noch einmal zweieinhalb Milliarden mehr Menschen ernähren müssen als heute. Wie kam es zu dieser Entwicklung? Und wie soll man sich dieser Herausforderung stellen? In der ersten Folge von "Leschs Kosmos" findet Moderator Harald Lesch überraschende Antworten. Typisch Lesch eben …

Bei uns in Europa sinkt  zwar die Bevölkerungszahl, aber woanders steigt sie und zwar rapide und ungleichmäßig über den Globus. China hat  heute ein Fünftel der Weltbevölkerung, aber nur ein Zehntel der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche. Dass innerhalb von 500 Jahren aus ein paar Hundert Millionen Menschen die heutigen mehr als sieben Milliarden wurden, daran ist ein Italiener schuld: der Genueser Seemann Christoph Kolumbus, der im Auftrag der Spanier den Seeweg nach Indien entdecken sollte.

Quallen in der australischen See
Liegen Quallen bald auf unseren Tellern?

Quallenburger statt Fischstäbchen

Für etwa drei Milliarden Menschen zählt Fisch zu den wichtigsten Eiweißquellen, und seine Bedeutung wächst immer noch. Doch viele Wildbestände schrumpfen unaufhaltsam. Die Gewinner der Überfischung sind Quallen: wehrhaft, genügsam und anpassungsfähig. Die Glibbermonster vermehren sich mancherorts so stark, dass man sie – insbesondere in Asien – immer häufiger auf Speisekarten findet. Und das, obwohl man sie zuvor aufwendig von ihrem brennenden Gift befreien muss.

Die stetige Erwärmung der Meere verschafft den Nesseltieren einen zusätzlichen Vorteil. Sind Quallen unsere Nahrung der Zukunft? Ihr Potenzial scheint unendlich – und gesund sind sie auch: Sie haben wenig Fett und viel Mineralstoffe. Nur als Eiweißquelle taugen sie nicht. Man müsste mehr als 1,5 Kilogramm Quallen täglich essen, um den Eiweißbedarf zu decken.

Sprößling wächst aus Samenbombe
Samenbomben sollen bei der Aufforstung unzugänglicher Gebiete helfen.

Bomben statt Aufforsten

Vor 50 Jahren standen für jeden Erdbewohner gut 4.000 Quadratmeter Ackerland zur Verfügung. Heute ist es nur noch die Hälfte. Trotz aller Ertragssteigerungen wird es eng. Um mehr Anbaufläche zu schaffen, müssen Wälder weichen. Doch wo schützendes Wurzelwerk fehlt, sind die Böden der Erosion ausgesetzt. In China hat die intensive Bodennutzung bereits weite Landflächen versanden lassen. Die Folge: Sandstürme begraben noch bestehende Ackerflächen unter sich und machen sie unfruchtbar. Weltweit geht jedes Jahr eine Fläche von der Größe Österreichs durch Erosion verloren.

Ein Verlust mit Folgen: Wo beispielsweise Mangrovenwälder an den Küsten verschwinden, können Tropenstürme leicht eine Schneise der Verwüstung bis ins Landesinnere schlagen. Das ins Land gedrückte Salzwasser zerstört weitere Waldgebiete. Ein Teufelskreis, den Forscher mithilfe von „Samenbomben“ – in Erde gehülltes Saatgut – durchbrechen möchten.  Über entwaldeten Landstrichen von Flugzeugen abgeworfen, sollen die Keimlinge verloren gegangene Vegetation ersetzen. Was taugt die Methode für die Zukunft?

One-Way-Ticket zum Mars

„Mars – von heute an werden wir Planeten nicht nur besuchen – wir werden bleiben. DU wirst bleiben. Die Suche nach Leben auf dem Mars beginnt hier auf der Erde. Bewirb Dich jetzt!“ So lautete der Aufruf für eine Bewerbung als Auswanderer zum Mars. Es klingt nach Sciencefiction, soll aber bald schon Realität werden: Das Unternehmen „Mars One“ will in gut zehn Jahren 40 Menschen zum Mars bringen. Noch sei es dort bei durchschnittlich minus 55 Grad nicht besonders gemütlich, aber das solle noch werden, so die Botschaft.

Die Pioniere sollen den Mars besiedeln und ihn nach ihren Bedürfnissen umgestalten. Die „Vorhut“ soll den Grundstein legen, um den Planeten für Auswanderer späterer Generationen bewohnbar zu machen. „Terraforming“ heißt das Zauberwort. Wie realistisch ist die Auswanderung zum Mars und wo steht die Wissenschaft?

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