Heimliche Herrscher

Angriff aus dem Mikrokosmos

Petrischale in Hand

Wissen | Leschs Kosmos - Heimliche Herrscher

Harald Lesch mit einem Kommentar zur Sendung "Heimliche Herrscher: Angriff aus dem Mikrokosmos"

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EHEC ist nur ein Beispiel für die unberechenbare Gewalt, die Mikroben über Menschen haben können. Es gibt Parasiten, die ihre Wirtstiere in willenlose Marionetten verwandeln und auch vor dem Menschen nicht Halt machen. Forscher haben Bakterien entdeckt, die schlank machen und Viren, ohne die es den Mensch gar nicht gäbe. Welche Macht haben Mikroben über uns Menschen?

Professor Harald Lesch zeigt in "Abenteuer Forschung", wie wir im Laufe der Evolution durch Viren-Gene beeinflusst wurden, welche Macht die eingeschmuggelten Informationen ausüben und welche Folgen diese Invasionen aus dem Mikrokosmos in Zukunft haben können.

Ein Killerkeim schlägt zu

Elektronenmikroskopische Aufnahme: EHEC-Erreger
EHEC-Erreger unter dem Mikroskop Quelle: ,ZDF

EHEC wird im Frühjahr 2011 zum Synonym für eine unberechenbare Epidemie: Innerhalb weniger Tage erkranken Dutzende Menschen, für etliche gibt es keine Hilfe. Insgesamt infizieren sich 3.800 Menschen sich mit dem Erreger, 53 von ihnen sterben. Rigorose Schutzmaßnahmen verhindern Schlimmeres. Doch die Angst bleibt: Kann der EHEC-Erreger wieder zuschlagen?

Woher genau der Killerkeim kam, bleibt ein Rätsel. Um das Risiko einer neuen Epidemie einzuschätzen, studieren die Wissenschaftler das Bakterium: Was macht es gefährlicher als die meisten verwandten Bakterienstämme?

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Wie Parasiten ihre Wirte manipulieren

Grafische Darstellung: Leberegel-Larven im Gehirn von Ameise
Parasiten nisten sich in das Gehirn von Ameisen ein. Quelle: ,NHNZ

Wir Menschen sind in der Regel überzeugt davon, dass wir Herr unserer Sinne sind. Aber stimmt das wirklich? Es gibt Parasiten, die ihre Wirtstiere in willenlose Marionetten verwandeln. Die Einzeller nisten sich in bestimmten Gehirnregionen ein und treiben die infizierten Tiere in den Selbstmord. Und sie machen selbst vor dem Menschen nicht Halt. Verändert der als harmlos geltende Parasit Toxoplasma das Wesen seiner menschlichen Wirte?

Die Vorstellung, dass mikroskopisch kleine Lebewesen unser Verhalten steuern können, birgt Sprengkraft. Sie könnte das Bild des Menschen auf den Kopf stellen. Forscher haben sich deshalb bei seltsam verhaltensgestörten Nagetieren und Insekten auf Spurensuche begeben.

Der bewohnte Mensch

Darstellung: Bakterien auf Babyfingern
Schon Babys sind von Bakterien besiedelt. Quelle: ,Pioneer Production

Der Körper eines Menschen ist von unglaublich vielen Bakterien und Spinnentieren besiedelt. Das geht soweit, dass ein Außerirdischer einen Menschen wohl eher als Mischwesen bezeichnen würde: Immerhin machen artfremde Wesen durchschnittlich zwei Kilogramm unseres Körpergewichts aus.

Doch das ist kein Grund zur Sorge. Es gibt erstaunliche Symbiosen zwischen uns und unseren Bewohnern. Beispielsweise das Zusammenspiel zwischen Darm und Bakterien. Neuen Erkenntnissen zufolge kann es an der Darmflora liegen, ob jemand dick oder dünn ist. Bestimmte Bakterien im Darm machen schlank - das gilt zumindest für Mäuse. Dieses Forschungsergebnis eröffnet neue Therapieansätze gegen Fettleibigkeit bei Menschen.

Wozu Viren-Gene nützlich sind

DNA-Strang
Ein Teil unseres Genoms stammt von Viren. Quelle: ,Getty Images

Eine Vielzahl von Krankheiten können durch Viren verursacht werden. Wir erhalten die unsichtbaren Unheilsbringer ungeahnt und geben sie ungewollt weiter. Viren gelten als Geißel der Menschheit. Inzwischen glauben Forscher jedoch, dass es ohne Viren den Menschen gar nicht gäbe. Haben Viren auch ihre guten Seiten?

Im Jahr 2007 verkündeten Forscher, das menschliche Erbgut sei vollständig entschlüsselt. Doch nur ein Bruchteil der DNA schien von Bedeutung zu sein. Der Rest galt als unnützer "Schrott". Inzwischen haben Wissenschaftler die Herkunft von etwa neun Prozent der vermeintlichen "Schrott-DNA" ans Tageslicht gebracht: Sie stammt von Viren. Doch was machen die Viren-Gene in unserem Erbgut? Sind sie mehr als nutzlose Überbleibsel uralter Infektionen? So viel Ballast hätte die Evolution doch längst aussortiert.

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