Hexenküche Meeresboden

Von wachsenden Vulkanen und brodelnden Quellen

Am Meeresboden des Pazifiks gibt es ein gewaltiges Massiv aus aktiven Vulkanen und viele Risse und Gräben, aus denen heiße Magma quillt. Wissenschaftler sind den unterseeischen Aktivitäten auf der Spur. Wie wirken sich diese geologischen Zeitbomben auf das Leben unter Wasser aus und wie machen sie sich für uns an Land bemerkbar?

Auch die Inseln von Hawaii entstanden einst durch unterseeische Vulkane, die sich ihren Weg an die Meeresoberfläche bahnten. Forscher vermuten einen sogenannten Hot Spot unter der Insel Big Island. Über einem Hot Spot schmilzt die Erdkruste auf und Magma tritt aus. Big Island hat seine Existenz fünf Vulkanen zu verdanken, von denen einige noch aktiv sind. Sie lassen die Insel weiter wachsen.

Der höchste Berg der Welt

Big Island hat eine faszinierende Gebirgslandschaft. Ließe man das Wasser aus dem Pazifik ab, käme ein wahrhaft gewaltiger Berg zum Vorschein. Vom Meeresgrund aus gemessen haben die Vulkane bis zur Meeresoberfläche bereits 5.000 Meter aufgetürmt. Der höchste Berg der Insel, der Mauna Kea, ist 4.205 Meter hoch. Big Island ist - so gemessen - mit 9.205 Metern der höchste Berg der Welt!

Doch die Geschichte der Inseln von Hawaii ist noch lange nicht abgeschlossen: Forscher entdeckten an der Flanke von Big Island, circa 35 Kilometer von der Küste entfernt, Loíhi, einen weiteren Unterwasservulkan. Der Vulkan begann vor etwa 400.000 Jahren, sich zu formen. Hydrothermalwasser tritt an seiner Spitze und an anderen Stellen aus. Das gilt als Zeichen, dass der Vulkan gerade aktiv ist. Noch liegt sein Gipfel etwa 1.000 Meter unterhalb der Wasseroberfläche, doch in 10.000 Jahren bis 100.000 Jahren, so die Schätzung von Experten, wird eine neue Insel erscheinen und sich in die Kette der hawaiischen Inseln einreihen.

Die Mineralien-Küche

An vielen Orten brodelt nicht nur Magma, sondern auch heißes Wasser aus dem Boden. Im Fokus der Untersuchungen stehen die extremen Bedingungen an unterseeischen Thermalquellen. Welche Temperatur kann das austretende Wasser hier erreichen? Am mittelatlantischen Rücken in knapp 3.000 Metern Tiefe stoßen die Forscher auf eine Quelle, die fast alle bisher untersuchten in den Schatten stellt. Das unter Druck herausschießende Wasser hat eine Temperatur von über 407 Grad Celsius! Nah am Weltrekord, der bei 464 Grad Celsius liegt.

Doch wie kommt das Wasser ins Erdinnere? Es dringt durch Risse in den Meeresboden, und darunter liegendes Magma bringt es zum Kochen. Angereichert mit Mineralien sprudelt es wieder heraus. Rund um diese heißen Quellen gibt es eine erstaunliche Fülle an Leben. Die bizarren Organismen leben von Bakterien, die ihrerseits Energie aus den Mineralien der heißen Quellen gewinnen.

Eine belebte Wolke

Die "Raucher" sind die Keimzellen des Lebens in ihrer Umgebung. Das herausströmende Wasser steigt mitsamt kleinsten Tiefenbewohnern nach oben. Nach etwa 250 Metern hat sich das Thermalwasser auf die Umgebungstemperatur abgekühlt und vermischt sich langsam mit dem umgebenden Wasser. Erreicht die "belebte Wolke" einen benachbarten, vielleicht gerade entstandenen rauchenden Schlot, können die Organismen den neuen Lebensraum erobern.

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