Invasion

Wenn die Natur mobil macht

Wir führen ein rasantes Leben in einer mobilen Welt. Fortschritt heißt für uns, flexibel zu sein, unterwegs zu sein, immer "on the move" mit Auto, Flugzeug, Schiff und Eisenbahn. Und um unsere Bedürfnisse zu decken, werden immense Mengen an Gütern aller Art über den gesamten Erdball bewegt, Tag und Nacht. Diese Mobilität unserer modernen Welt bringt Lebensqualität und Wohlstand, wirft aber auch jede Menge Probleme auf.

Autokolonnen auf der Autobahn.
Autokolonnen auf der Autobahn. Quelle: ZDF

Denn durch die ständige Bewegung zwischen allen Ländern und Kontinenten der Erde öffnen wir unfreiwillig Krankheitserregern Tür und Tor. Seuchen, die sich einst nur langsam verbreitet haben und oft lokal begrenzt blieben, reisen mit uns in Windeseile rund um die Welt.

Seuchen der Zukunft

Welche Auswirkungen unsere Mobilität auf das Verbreitungsmuster von Epidemien haben kann, wird von Mobilitäts-Forschern simuliert. Wissenschaftler bereiten sich auf neue Pandemien vor, um im Fall des Falles schnell reagieren zu können. Innovative Forschungsansätze und Hightech-Methoden kommen zum Einsatz, um gegen die Seuchen der Zukunft gewappnet zu sein. Denn eines ist sicher: Das nächste Killer-Virus und die nächste Epidemie kommen bestimmt.

Häfen sind "Hot Sports" der Bioinvasion. Die roten Punkte stehen für mindestens 150 eingeschleppte Arten.
Schiffahrtslinien Quelle: ZDF


Unsere Mobilität macht aber auch anderen Lebewesen den Weg frei zur Eroberung neuer Territorien. Denn moderne Verkehrsmittel lassen die Welt immer enger zusammenrücken und dienen als Sprungbrett für exotische Tiere und Pflanzen in eine neue Heimat. Jährlich kommen über 100 fremde Arten als "blinde Passagiere" an deutschen Flughäfen an, und bis zu 7000 Tierarten reisen täglich im Ballastwasser von Schiffen von Kontinent zu Kontinent.

Siegeszug der Exoten

Das Mittelmeer ist Schauplatz der spektakulärsten Invasion unserer Zeit: Seit dem Bau des Suezkanals herrscht ein ständiger Zustrom von Fischen, Korallen- und Krustentieren aus dem Roten Meer. Und sie machen gegen die heimischen Arten mobil. Die Suche nach Gründen für den beispiellosen Erfolg der exotischen Eindringlinge führt Forscher bis weit zurück in die Erdgeschichte. Gleichzeitig ist abzusehen, dass deren Siegeszug weitergehen wird. Die Klimaerwärmung dürfte den Invasoren unabsehbare Vorteile bescheren.

Schiff auf Suezkanal.
Schiff auf Suezkanal Quelle: ZDF

Manchmal bedrohen Invasionen fremder Tiere und Pflanzen nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch uns Menschen. In Amerika verlieren Familien ihr Zuhause an chinesische Termiten. In Afrika zerstören Wasserpflanzen die Lebensgrundlage ganzer Gemeinden und sind Brutstätte für gefährliche Krankheiten. Wissenschaftler erproben neue Strategien, die Plagen unter Kontrolle zu bringen. Was kann die Forschung der Mobilmachung auf breiter Front entgegensetzen? "Abenteuer Forschung" zeigt überraschende Einblicke in eine Welt im Wandel.

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