Jagd nach Kugelblitzen

Einbildung oder realistisches Phänomen?

Kugelblitze gehören zu den bekanntesten und faszinierendsten Leuchterscheinungen. Seit Jahrhunderten beschreiben Menschen immer wieder feurige Kugeln, die durch das Haus rollen, und auch heute noch berichten Augenzeugen über Kugelblitze, die scheinbar schwerelos durch den Raum schweben, die sogar Wände und Häuser durchdringen, ohne Schaden anzurichten. Die Schilderungen klingen unglaublich. Täuschen sich die Zeugen oder gibt es die Kugelblitze wirklich?

Versuch Kugelblitz
Versuch Kugelblitz Quelle: ZDF

Es ist sehr schwer, das Phantom zu erforschen, denn Kugelblitze können nur sehr selten, während schwerer Gewitter, beobachtet werden. Manche existieren nur zwei, andere dreißig Sekunden. Nach über 100 Jahren des Forschens ist die Entstehung von Kugelblitzen inzwischen zwar geklärt, doch bleiben viele Fragen offen.

Kugelblitz auf Stromleitung.
Kugelblitz Stromleitung Text 2 Quelle: ZDF

Die Forschung geht weiter

Flugzeug fliegt in Gewitterwolken.
Flugzeug Gewitter Text 2 Quelle: ZDF


Hinweise darauf, dass das Unglaubliche wahr sein könnte, kömmen aus den Wolken. Schon seit Jahrzehnten führen Kampfpiloten Flüge auch während Gewittern durch, um den Einfluss von Blitzen zu erforschen. Häufig schlagen Blitze ein, nur selten kommt es zu Schäden. In der zivilen Luftfahrt brachte man bisher zwei Abstürze mit Blitzen in Verbindung. In beiden Fällen siollen aber auch technische Mängel eine Rolle gespielt haben.

Etwa 20 Berichte gibt es von Leuchtkugeln, die durch das Innere des Flugzeugs geisterten. Sie verschwanden jedoch immer spurlos. Dass diese Kugeln sehr leicht sein müssen, belegen auch sehr seltene Videos. Die Leuchtkugel könnte ein geladenes Gas sein, ein Plasma, das bei sehr hohen Temperaturen auftritt. Japanische Forscher versuchten, das unmögliche Phänomen im Labor nachzubauen. Sie wollten testen, ob ihr Laborblitz ebenfalls durch einen Ziegel dringen kann, ohne den zu zerstören. Beim zweiten Versuch klappte es tatsächlich.

Ungeklärte Rätsel

Kugelblitz im Labor erzeugt.
Kugelblitz nano Text 1 Quelle: ZDF


In Berlin folgen Plasmaphysiker einer anderen Strategie: Sie wollen ein Plasma mittels eines extrem starken Stromschlags erzeugen. Zwischen ein Wasserglas und einen isolierten Wassertropfen legen sie eine Spannung von mehreren Tausend Volt. Ihre Idee: Viel Energie in kurzer Zeit soll ihn verdampfen lassen. Durch die angelegte Spannung leitet die Luft knapp über der Wasseroberfläche Strom. Auf diese Weise fließt extrem viel Strom in kurzer Zeit in den Wassertropfen, sodass er schlagartig zu einer fußballgroßen Kugel verdampft. Im Innern wird er etwa so heiß wie die Sonne. Die Lebensdauer liegt bei etwa drei Zehntel Sekunden.

Wissenschaftler bereiten Versuch vor.
Wissenschaftler Kugelblitz Text 2 Quelle: ZDF

Aber entspricht das Labor-Modell auch der Natur? Die Blitze zeugen von enormen Spannungen in der Atmosphäre. Schlägt ein Blitz in eine Pfütze, könnte ein Tropfen zum Kugelblitz werden. Wie man ihn für viele Sekunden am leuchten erhalten könnte, bleibt allerdings ein Rätsel. Weltweit streben Forscher danach, es zu lösen.

Weiter mit: Spekulationen um UFOs

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