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Klicken wir uns blöd?

Nichts geht mehr ohne Smartphone und Computer

Harald Lesch mit einem ausführlichen Kommentar zum Thema "Digitale Welt".

8 min
8 min
03.09.2013
03.09.2013
Video verfügbar bis 29.08.2023

Laptop, iPad, Smartphone – in jeder Lebenslage lassen wir uns von digitalen Helfern unter die Arme greifen. Der Routenplaner ersetzt die eigene Orientierung, Facebook hält unseren Freundeskreis zusammen, dank Wikipedia müssen wir nichts mehr wissen, sondern es nur noch finden. Was sind die Folgen der totalen Vernetzung? Verlieren wir am Ende die Fähigkeit, "analog" zu leben?

Uns droht die digitale Demenz, sagen einige Forscher und glauben, den Mechanismus durchschaut zu haben: Sinneseindrücke wie Riechen oder Fühlen fehlen am Bildschirm, Informationen werden nicht mehr verinnerlicht, sondern nur noch abgelesen, weil sie ja eh ständig verfügbar sind. Längst wächst eine Generation heran, die nie eine Welt ohne Games und Internet gekannt hat. Verdummen unsere Kinder also unsausweichlich vor all den Bildschirmen und Displays?

Liebesgrüße 2.0

Und auch ihre Beziehungen drohen belanglos zu werden: 300 Freunde auf Facebook - angeblich ist das normal. Kommunizieren geht schließlich schneller und leichter als jemals zuvor. In Sekundenschnelle sind Texte und Fotos eingestellt, ist jede Lebenssituation kommentiert. Doch wie wertvoll sind solche Freundschaften? Was bedeutet das Leben in der vernetzten Welt für die Sozialkompetenz, für den Umgang miteinander?

Und auch die letzte zwischenmenschliche Bastion ist inzwischen digital: Die Liebe. Schon jede dritte neue Beziehung beginnt in Deutschland online. Dating-Seiten werben damit, berechnen zu können, wer zu wem passt und machen damit Umsätze im Milliardenbereich. Sind vom Computer eingefädelte Beziehungen wirklich besser als der Kneipenflirt? Wissenschaftler sind sich immerhin einig: Noch geht es nicht ganz ohne echte "Körperchemie".

Die totale Überwachung

Supercomputer können schon jetzt mit Datenmengen umgehen, die unsere Vorstellungskraft sprengen. Die weltweiten Datenströme werden neuerdings in Zetta-Bytes beschrieben – das ist eine Eins mit 22 Nullen. Es wird soviel über uns gespeichert wie nie zu vor: Profile, Einträge, Kommentare, Anfragen. Und das weckt Begehrlichkeiten: Längst gibt es Geschäftsmodelle für die Zweit- und Drittverwertung unserer Datenspuren. Suchmaschineneingaben lassen intime Rückschlüsse auf den User zu. Drohen wir, zum gläsernen Menschen zu werden? Oder wird die Welt besser, wenn sie digital beherrschbar und berechenbar ist?

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