Lebenselixier aus dem All

Ursprung und Kreislauf des Wassers

Warum ist Süßwasser auf der Erde so rar? Die Erklärung liefert ein Blick auf die Entstehungsgeschichte des blauen Goldes.

Wasserfall
Süßwasser ohne Ende? Tatsächlich ist das meiste Wasser der Erde salzig. Quelle: ZDF

Wasser, so vermuten Forscher, hat seinen Ursprung im Weltall. Über viele Millionen Jahre hinweg war die junge Erde einem heftigen Bombardement ausgesetzt. Kometen, riesige schmutzige Schneebälle, brachten bei ihren Einschlägen vermutlich das meiste Wasser mit, das unseren Blauen Planeten heute ausmacht.

Wer hat uns die Suppe versalzen?

Die Hitze der Einschläge lässt das Wasser verdampfen. Der Dampf kondensiert zu Tröpfchen, und es beginnt zu regnen. Berechnungen zufolge soll es in der Frühzeit der Erde 40.000 Jahre lang am Stück geregnet haben. Die Urozeane füllen sich. Doch in ihnen schwappt bald schon salziges Wasser.

Natrium und Chlor lösen sich im Wasser
Natrium und Chlor lösen sich in Wasser

Die Mineralstoffe, die diese "Suppe" versalzen, sammelten sich schon bei der Entstehung des Planeten aus Sternenstaub im Gestein. Regen spült die löslichen Minerale aus der oberen Erdschicht. Heißes Magma liefert immer wieder Nachschub aus der Tiefe. So löst das Wasser etwa Natrium aus dem jungen Gestein. Auch Elemente, die aus vulkanischen Ausgasungen stammen, wie Chlor, nimmt es mit. Daher ist zum Beispiel auch Natriumchlorid – Kochsalz – im Meerwasser gelöst. Über Jahrmillionen wurden die Meere so immer salziger.

Kreislauf des Wassers

Verdunstet Wasser, bleibt das Salz zurück. Für uns ist das ein Glücksfall, denn durch die Verdunstung wird Süßwasser auf unserem Planeten wieder verfügbar. Wasserdampf, der über dem Festland kondensiert und als Regen niederfällt, füllt Bäche, Flüsse und Seen. Dieses Süßwasser ergießt sich wiederum ins Meer, und der Kreislauf schließt sich.

Doch ein Großteil des Süßwassers wird unterwegs dem Kreislauf entzogen: In Gletschern und Permafrostböden sind 77 Prozent des Süßwassers auf der Erde dauerhaft gebunden. Flüsse und Seen, seit Menschengedenken die wichtigsten Quellen für das lebensnotwendige Nass, machen weniger als ein Prozent des gesamten Süßwassers auf der Erde aus.

Unterirdische Reservoirs

Verteilung des Tiefenwassers unter der Erde
Unterirdisches Wasser gibt es auch unter der Sahara

Das mächtigste Süßwasservorkommen liegt jedoch unter der Erde: Wasser, das im Boden versickert, kann sich in weiten unterirdischen Becken stauen oder in unerreichbare Tiefen entschwinden. Das verborgene Reservoir ist etwa 36-mal so groß wie alle Flüsse und Seen zusammen. Doch es ist ungleich über die Erde verteilt. Sogar an völlig unerwarteten Stellen gibt es Grundwasserreserven, etwa in der Sahara. Es sammelte sich, als das Klima noch viel feuchter war, und ist in einer Tiefe von bis zu 1000 Metern gespeichert. Seine Existenz verdankt es den Regenfällen vor 100.000 Jahren.

Dort wo Sickerwasser durch undurchlässige Schichten aufgehalten wird, kann sich neues Grundwasser bilden. Hier entstehen durch Regenfälle große Reservoirs. Dringt das Wasser in 1000 Meter Tiefe ist es für den Menschen nur schwer erreichbar. Von den Süßwasservorräten der Erde ist nur ein Bruchteil leicht zugänglich. Und diese Vorkommen sind weltweit ungleich verteilt

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