Prof. Dr. Ulrich Walter

Physiker und ehemaliger Wissenschaftsastronaut

Er weiß, wovon er spricht, wenn er heute mit Harald Lesch über Raketenstarts und die Überwindung der Schwerkraft plaudert, über den Schub von 20 Kernkraftwerken, den ein Astronaut beim Start einer Spaceshuttles erfährt, und über die Grenzen des Menschen im Weltraum: Prof. Dr. Ulrich Walter, seit 2003 Chef des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik an der TU München, reiste 1993 mit dem D-2-Spacelab ins All und verbrachte fast zehn Tage im Erdorbit.

Ulrich Walter im Gespräch mit Harald Lesch bei der Aufzeichnung
Ulrich Walter im Gespräch mit Harald Lesch bei der Aufzeichnung Quelle: ZDF

Ulrich Walter, geboren 1954 in Iserlohn im Sauerland und dort aufgewachsen, begann 1974 ein Physikstudium an der Universität Köln, das er 1980 im Fach Experimentalphysik abschloss. Neben seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Köln schrieb er an seiner Doktorarbeit über "Neutronenstreuung an zwischenvalenten Systemen" und promovierte 1985. Ein zweijähriger, teils durch Stipendien finanzierter Forschungsaufenthalt in den USA - am Argonne National Laboratory bei Chicago und an der University of California, Berkeley - schloss sich an.

Zehn Tage im Erdorbit


1986 bewarb sich der junge Wissenschaftler bei der DFVLR, der Vorgängerorganisation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen als Wissenschaftsastronaut für den zweiten deutschen Shuttleflug mit dem Spacelab (D-2). Zusammen mit vier anderen Raumfluganwärtern wurde er unter fast 1800 Bewerbern nach etlichen Auswahlrunden und Tests für das Astronautentraining ausgewählt. Schließlich fiel die Endauswahl für den D-2-Flug auf Ulrich Walter und Hans Schlegel. Im April 1993 starteten die beiden Physiker als Nutzlastspezialisten zusammen mit US-amerikanischen Kollegen mit der Columbia-Raumfähre ins All. An Bord, im europäischen Raumlabor Spacelab, führten sie 89 wissenschaftliche Experimente durch.

Ulrich Walter bei der Aufzeichnung
Ulrich Walter Quelle: ZDF

Nach seinem Flug leitete Walter das Satellitenbildarchiv des DLR, danach arbeitete er für die IBM Deutschland an digitalen Medienlösungen und als technischer Berater. Seit April 2003 hat der Physiker den Lehrstuhl für Raumfahrttechnik am Institut für Luft- und Raumfahrttechnik der Technischen Universität (TU) München inne und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in München. Er kann auf rund 50 Veröffentlichungen zu Raumfahrt- und Astronomiethemen zurückblicken und schreibt regelmäßig Fachartikel für Zeitschriften.

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