Rätselhaftes Licht

Zwischen Todesfalle und Superdroge

Wissen | Leschs Kosmos - Rätselhaftes Licht

Darf es ein bisschen mehr sein? Harald Lesch mit einem ausführlichen Kommentar zum Thema der Sendung "Rätselhaftes Licht: Zwischen Todesfalle und Superdroge".

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.05.2018, 13:36

Seit über 100 Jahren macht der Mensch die Nacht zum Tag. Während die Natur schlafen will, leuchten unzählige künstliche Lichtquellen, wie Straßenlaternen, Reklameschilder oder Autoscheinwerfer. Doch neueste wissenschaftliche Studien belegen: Licht ist mehr als nur Helligkeit. Was einst als Triumphzug gegen das natürliche Dunkel der Nacht begann, könnte heute zum Fluch des Fortschritts werden.

Harald Lesch beleuchtet das Thema rund um Lichtverschmutzung und deren weitreichende Folgen für das Ökosystem und den Biorhythmus von Mensch und Tier. Er zeigt auf, welche enormen Schäden drohen durch eine zunehmende Beleuchtung.

Sterne, die Verlierer der Lichtshow

Sternenhimmel
Dünn besiedelte Gegenden bieten noch einen guten Blick in die Sterne.

Neun Millionen Straßenleuchten sorgen allein in Deutschland für nächtlichen Durchblick.Straßenlaternen, Ampeln, Werbung, Wohnbeleuchtung: Unsere Nächte werden immer heller. Wer in der Stadt aufwächst – das ist mittlerweile über die Hälfte der gesamten Weltbevölkerung –, sieht fast keine Sterne mehr. Und die Sichtbarkeit der Sterne nimmt weiter ab, denn jedes Jahr nimmt die künstliche Beleuchtung in Deutschland um etwa fünf Prozent zu.

Über München kann man in einer klaren Nacht etwa 400 Sterne erkennen, in den Alpen bereits 4.000. In der Atacamawüste, in die sich die Astronomen zurückgezogen haben, sieht man das Band der Milchstraße und Millionen Sterne funkeln.Das hat die UNESCO auf den Plan gerufen, die den Nachthimmel schützen will: Der unverfälschte Blick auf das Universum soll zum Weltkulturerbe werden.

Als uns ein Licht aufging

Organische Leutdiode
Neuentwickelte organische Leuchtdioden: energiesparend und heller leuchtend

Die Erfindung des elektrischen Lichts war ein Meilenstein in der menschlichen Geschichte und hat unser Leben von Grund auf verändert. Lange war Licht ausschließlich positiv besetzt und stand für Sicherheit, Wohlstand und Fortschritt. Die Möglichkeit, viel Licht in große Räume zu bringen, war beispielsweise eine wichtige Vorraussetzung für die Industrialisierung. Mit der Erfindung der ersten serienreifen Glühbirne durch Thomas Alva Edison wurde Licht endgültig zum Gemeingut. Ein uralter Traum wurde wahr: Die Dunkelheit war besiegt.

Seitdem hat die Intensität der künstlichen Beleuchtung ständig zugenommen. Doch damit geriet der althergebrachte, von Tag und Nacht bestimmte Rhythmus aus dem Takt. Durch die Entwicklung neuer Leuchtmittel wurde das künstliche Licht immer heller. Die gute alte Glühbirne hat inzwischen ausgedient. Sie verbraucht zu viel Strom und ihre Lichtausbeute ist zu gering. Doch Forscher entwickeln schon eine neue Lichtquelle – organische Leuchtdioden. Sie gelten als „Licht der Zukunft“.

Licht ist nicht gleich Licht

Eine Frau bei einer Lichttherapie
Licht beeinflusst uns viel stärker als bisher gedacht.

Bislang galt: Hauptsache hell. Doch neueste wissenschaftliche Studien belegen, dass Licht mehr ist als nur Helligkeit. Es hat erheblichen Einfluss auf das menschliche Befinden. Mehr noch: Falsches Licht zur falschen Zeit kann sogar krank machen und beeinflusst uns in ungeahntem Ausmaß.

Weltweit erkennen Forscher immer deutlicher, wie die künstliche Dämmerung in die biologischen Abläufe von Mensch und Tier eingreift. Und wie durch das „richtige“ Licht erstaunliche Therapieerfolge möglich werden. So wird Licht nicht nur in Altenheimen und Schulen angewendet, sondern erstmals auch in der Schmerzambulanz.

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