Reingelegt!

Trick und Täuschung im Tierreich

Passive Tarnung schützt kleine und große Tiere vor dem Gefressenwerden. Aber auch um selbst zum Zug zu kommen, haben einige Tiere raffinierte Strategien entwickelt.

Kolkrabe neigt neugierig den Kopf seitlich Quelle: Nautilus

Auf Korallenriffen leben unzählige Arten in enger Nachbarschaft. Eine Fischart bietet hier eine besondere Dienstleistung an: Sie offeriert Putzerdienste. Selbst gefährliche Räuber befreien die Helfer auf Wunsch von lästigen Parasiten.

Ärger an der Putzstation

Der kleine blaue Putzerfisch gilt als friedlicher Meeresbewohner. Tatsächlich aber lebt er in einem ständigen Dilemma: putzen oder zubeißen? Die Kunden wollen von Parasiten befreit werden, der Putzerfisch hat es auf den Hautschleim seiner Kunden abgesehen. Doch ein Putzerfisch, der seine Kunden zu oft beißt, erhält keinen Auftrag zur Parasitenreinigung mehr. Was tun?

Rochen mit Putzerfischen
Rochen mit Putzerfischen Quelle: BR

Der Putzerfisch nutzt eine List. Er umschwänzelt fürsorglich kleine Fische und vermittelt so das Bild eines hervorragenden Dienstleisters. Damit empfielt er sich den anderen, größeren Fischen, die das Geschehen beobachten. "Neukunden", die diese Putzstation nicht kennen, fallen auf den vorgetäuschten guten Service herein. Sie signalisieren Bereitschaft, sich putzen zu lassen. Der kleine Trickser hält sich zunächst an die Regeln, dann beißt er ordentlich zu.

Raben bei "Foodwatch"

Auch Raben sind äußert raffinierte und intelligente Tiere und ständig auf der Suche nach einem Leckerbissen. Um an Nahrung zu gelangen, greifen sie zu erstaunlichen Tricks. Kolkraben wurden beim Fang von Heuschrecken beobachtet, einer für die Vögel appetitlichen und knackigen Beute. Die schlauen Vögel registrierten, dass manche Heuschrecken in der Nähe eines Ufers bei Gefahr versehentlich ins Wasser springen. Und so begannen sie, die Heuschrecken vor sich her in Richtung Wasser zu treiben, wo sie die Leckerbissen ganz bequem aufpicken konnten.

Kolkrabe seitlich Quelle: Nautilus

Kolkraben sind extrem futterneidische Tiere, sie gönnen einander nicht den kleinsten Krümel. Damit kein anderer von ihrem Futter etwas stibitzt, haben sie raffinierte Strategien entwickelt. Sie bunkern das Futter in ihrem Schlund, um es später zu verstecken. Dazu suchen sie sich gezielt markante Stellen in der Umgebung, die ihnen helfen, das Versteck wiederzufinden. Haben sie ihr Futter dort vergraben, verwischen sie alle Spuren und tarnen den Ort des Verstecks - zum Beispiel mit Blättern. Dabei haben sie ihre Artgenossen im Blick. Denn diese warten nur auf die Gelegenheit, sich über die fremde Beute herzumachen. Registriert ein Rabe, dass er bei seinen Aktivitäten beobachtet wurde, zieht er die Konsequenzen: Er sucht so lange neue Verstecke, bis er wirklich unbeobachtet ist. Nur so kann er das Futter vor seinen Neidern schützen.

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