Restrisiko Atomkraft

Was macht die Technik so riskant?

Japans Atomkraftwerke galten als die sichersten der Welt, dafür ausgelegt, selbst Naturereignissen zu trotzen, die als höchst unwahrscheinlich galten. Doch nun hat die Natur gezeigt, dass selbst das Unvorstellbare Realität werden kann.

Harald Lesch begibt sich auf die Spuren des GAUs, fragt nach den Folgen und danach, zu welchen Konsequenzen diese neuen tragischen Erfahrungen führen, vielleicht auch führen müssen. Zusammen mit Professor Johannes Wallacher geht Lesch der Frage nach, ob es Grenzen der Beherrschbarkeit riskanter Technologien gibt und wie viel Verantwortung nach menschlichem Ermessen überhaupt zu schultern ist.

Funktion und Fiction

Seit 1954 wurden insgesamt 570 Atomkraftwerke gebaut. Heute umspannt ein Netz von 442 Atomkraftwerken die Welt und immer mehr kommen dazu. Der häufigste Reaktortyp weltweit ist der sogenannte Druckwasserreaktor. Die Reaktoren in Fukoshima sind die etwas einfacher gebauten Siedewasserreaktoren.

Was geschieht eigentlich physikalisch, wenn Explosionen in den Reaktoren stattfinden und weißer Rauch austritt? Und was müsste im schlimmsten Fall passieren? Eine Beschreibung des unheimlichen Szenarios.

Ist Fukoshima ein zweites Tschernobyl?


Im April 1986 geschah das Unvorstellbare: Bei der Explosion des Reaktors In Tschernobyl werden gewaltige Mengen radioaktiven Materials in die Atmosphäre geschleudert. Unter den Spaltprodukten verseucht vor allem das langlebige Cäsium die Böden der Region. Auch in Fukushima wurde bereits Cäsium freigesetzt.

Welche Prognosen für Japan lassen sich aus dem Reaktorunfall in Tschernobyl ableiten? Radioaktives Material kann durch Luftströmungen und Regen weit verteilt werden, gelangt auf landwirtschaftliche Flächen und ins Meer und somit in die Nahrungskette. Wie wirkt sich die gefährliche Strahlung mittel- und langfristig biologisch aus? Man weiß, ein Dauerbeschuss durch Gammastrahlung erhöht das Risiko für Krebs. Wie ist die Perspektive für Japan falls es zum Supergau kommt? mehr ...

Endlagerfrage ungelöst

endlager Text 4 Quelle: ZDF


Die Diskussion um den Umgang mit radioaktiv strahlendem Material, wie etwa mit den Abfällen aus den Atomkraftwerken, hat eine neue Dimension bekommen. Auch in Japan lagern abgebrannte Brennstäbe auf den Geländen der Atomkraftwerke, auch dort ist die Endlagerfrage noch ungelöst.


Manche radioaktiven Abfälle brauchen Millionen Jahre, bis sie endlich zu harmlosen Elementen zerfallen sind. Welche Ansätze gibt es weltweit, mit strahlenden Lasten umzugehen, die Generationen beschäftigen werden?

Ist Atomkraft verzichtbar?

Windräder
Windräder Quelle: ap


Welches Potential haben regenerative Energien, und inwieweit ist die Kernenergie als Brückentechnologie tatsächlich erforderlich? Kommt es zu Engpässen in der Stromversorgung, wenn wir auf Atomkraft verzichten? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Doch Experten rechnen mit starkem Wachstum von erneuerbaren Energien.

Ein spontaner Ausstieg aus der Kernkraft ist wohl nur mit einer vorübergehenden Rückkehr zur Kohle zu verwirklichen. Die Experten sind sich einig, dass Deutschland genug Kohle- und Gaskraftwerke besitzt, um den nötigen Strom zu liefern. Doch für künftige Generationen darf der Strom aus Kernkraft und fossilen Brennstoffen keine Rolle mehr spielen. mehr ...

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