Schrumpfende Ökosysteme

Wie lange kann uns die Erde noch ernähren?

Noch nie lebten so viele Menschen auf unserem Planeten wie heute, und täglich werden es mehr. Mehr Menschen brauchen mehr Platz und mehr Ressourcen. Wir nutzen und verändern die Natur nach unseren Vorstellungen. Im Zeitraum eines Menschenlebens verbrauchen wir weitaus mehr, als die Natur im selben Zeitraum regenerieren kann. Komplette Lebensräume müssen für die Versorgung von fast sieben Milliarden Menschen auf der Erde weichen. Und bald schon werden neun Milliarden zu ernähren sein.

Ein Autobahnkreuz
Ein Autobahnkreuz Quelle: France Television

Aber vernichtet der Mensch die Vielfalt, wird er sich seiner eigenen Lebensgrundlage berauben, da er selbst Teil der Natur ist und auf Artenreichtum angewiesen ist.

Hunger nach Fleisch

Allein in Brasilien geht jede Minute Regenwald von einer Fläche von fast fünf Fußballfeldern verloren. Der Bedarf an Lebensmitteln steigt kontinuierlich. Immer mehr Fläche zum Anbau von Obst, Gemüse und Getreide wird gebraucht. Gleichzeitig schrumpft die geeignete Anbaufläche pro Kopf, viele Böden sind ausgelaugt.

Brandrodung
Brandrodung Text 2
Lastwagen mit Tierfutter fährt durch Rinderherde.
Tierfütterung Quelle: France Television


Weltweit wächst auch der Hunger nach Fleisch. In den vergangenen 50 Jahren ist unser Konsum um das Fünffache gestiegen. Das hat Folgen für unseren Planeten: Er muss zusätzlich 20 Milliarden Nutztiere ernähren. Der Bedarf an Flächen für Weideland und den Anbau von Futterpflanzen ist gigantisch. 32 Kilo Futter braucht ein Rind, um ein Kilo Fleisch aufzubauen. Bis ein Tier schlachtreif ist, hat es mehr als 1000 Kilo Getreide und 5700 Kilo Mais gefressen.

Gefahren von Monokultur

Auf rund einem Drittel der Agrarflächen wächst mittlerweile Tierfutter, meist in großflächigen Monokulturen. Ein Beispiel dafür ist der Anbau von Soja. Die Nachfrage auf dem Weltmarkt steigt stetig. Neben den USA sind Brasilien und Argentinien die wichtigsten Anbauländer. Die Sojabohne ist die weltweit wichtigste Ölsaat, und das Sojamehl ist wertvoller Eiweißlieferant für Tierfutter.

Monokultur
Monokultur, Text 2 Quelle: France Television

Dem Anbau fallen in Südamerika immer mehr tropische Wälder zum Opfer. Sie zählen zu den artenreichsten Ökosystemen der Welt. Mit der rasanten Ausbreitung von Kulturlandschaften erreicht der Artenschwund eine neue Dimension: Die Aussterberate liegt bis zu 1000 Mal höher als in irgendeiner anderen Epoche der Erdgeschichte.

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