Schwankungen im Angebot

Wie lässt sich Windenergie effizient speichern?

Regenerative Energien wie die Windenergie sind im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen in unbegrenztem Umfang verfügbar. Allerdings ist die aus Windkraft zur Verfügung stehende Strommenge wetterabhängig. Starke Schwankungen bedrohen die Stabilität des Stromnetzes und die Versorgungssicherheit. Stromspeicher würden Abhilfe schaffen. Doch noch mangelt es an zuverlässigen Lösungen für die Energiespeicherung. Verschiedene Ansätze werden derzeit erprobt.

Im Wind vor den Küsten steckt viel Energie. In der Nordsee liefert seit etwa einem Jahr der erste deutsche Windpark Strom. Seine zwölf Rotoren zählen zu den leistungsstärksten der Welt. Weitere Windparks sind in Planung, doch es gibt ein generelles Problem: Das Stromangebot unterliegt täglichen und saisonalen Schwankungen und fällt bei Flaute ganz aus. Passen Angebot und Verbrauch nicht zusammen, droht ein Blackout.

Einmal Norwegen und zurück

Die Zukunft der Windenergie hängt ab von geeigneten Energiespeichern. Experten haben schon einen Plan: Liefern starke Winde über der Nordsee überschüssigen Strom, soll dieser nach Norwegen geleitet werden. Dort gibt es große Höhenunterschiede und viel Wasser. Mit dem Windstrom lässt sich Wasser in hoch gelegene Stauseen pumpen. Diese Seen sind gigantische Energiespeicher. Wird Strom gebraucht, lässt man das Wasser wieder ab. Es treibt Turbinen an, die Strom produzieren. Dieser gelangt über Hunderte Kilometer per Kabel wieder nach Deutschland.

Weil beim Transport ein Teil der Energie verloren geht und weil Stromleitungen außerdem teuer sind, suchen Forscher nun nach Speichern, die sich näher beim Verbraucher befinden. Hoch gelegene Stauseen in den Alpen und den Mittelgebirgen wären günstig. Doch viele geeignete Stellen scheiden aus Landschafts- und Naturschutzgründen aus. Ausgerechnet im flachen Ruhrgebiet sind die Forscher nun fündig geworden. Denn der Untergrund dort birgt gewaltige Gefälle. Schächte reichen bis in eine Tiefe von 1500 Meter hinunter.

Strom aus der Tiefe

Wo Kumpel über 150 Jahre lang Kohle förderten, soll nun ein neues Energiezeitalter beginnen: in den weitläufigen Tunnelsystemem ausgedienter Bergwerke. Die Vision: Mit überschüssigem Windstrom soll Wasser aus einem unterirdischen Reservoir nach oben in einen künstlichen Speichersee gepumpt werden. Bei Bedarf lässt man es im Schacht durch eine Turbine wieder zurückströmen. Ein kleines Pumpspeicherkraftwerk, das Strom nach Maß liefert.

Die Vorteile: Energie würde in der Region erzeugt, in der sie auch gebraucht wird. Die Transportwege würden kürzer und die ausgediente Infrastruktur von Bergwerken bekäme eine neue Bedeutung. Ob das Konzept technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, wird derzeit geprüft. Grundvoraussetzung sind jedoch geeignete und ausreichend große Speicher.

Die Zukunft der Windenergie

In den vergangenen Jahren wurden bei der Nutzung von Windenergie große technische Fortschritte erzielt. Windräder sehen zwar auf den ersten Blick immer gleich aus, doch vor allem in Bezug auf Wirkungsgrad und Material fand eine enorme Weiterentwicklung statt.


Experten gehen davon aus, dass sich Energieträger wie Wind und Sonne bis zu einem Anteil von 20 Prozent ohne große Probleme in ein Verbundnetz integrieren lassen. Aber nur mit geeigneten Speicherkapazitäten wird sich das Potenzial der Windenergie für die Stromversorgung optimal nutzen lassen.

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