Spurlos: Gibt es das perfekte Verbrechen?

Der Wettlauf zwischen Jägern und Gejagten

Die wissenschaftlichen Methoden von Kriminalisten sind mittlerweile so ausgefeilt, dass auch Täter überführt werden können, die glaubten, alle verräterischen Spuren beseitigt zu haben. Die Ermittler setzen modernste wissenschaftliche Methoden ein, überführen Straftäter noch nach Jahrzehnten, während die "modernen" Täter immer findiger werden, wenn es darum geht, verräterische Spuren zu vermeiden. Kann es das "perfekte Verbrechen" auch heute noch geben?

Professor Harald Lesch widmet sich den Möglichkeiten und Grenzen moderner Kriminalistik. Können Kriminaltechniker und Polizei "das perfekte Verbrechen" verhindern - und wenn ja, zu welchem Preis?

Wenn der Schein trügt


Bei vielen Verbrechen ist die Polizei auf Zeugen angewiesen. Was gibt es Sichereres als die Aussage eines Zeugen, der direkt dabei war und alles gesehen hat? Doch wie zuverlässig sind Zeugenaussagen? Das Risiko eines Fehlurteils hängt stark davon ab, welcher Zeuge was und wann gesehen hat oder gesehen haben will.

Immer wieder führen Zeugenaussagen zur Verurteilung von Verdächtigen, und immer wieder zeigt sich, oft erst Jahre später, dass ein Unschuldiger schuldig gesprochen wurde. Was beeinflusst selbst unbefangene Augenzeugen gegen ihren Willen den Falschen zu belasten?mehr ...

Fallstricke der Erinnerung


Machen Augenzeugen ein perfektes Verbrechen unmöglich? Nicht unbedingt, denn Zeugenaussagen sind bei Weitem nicht so verlässlich, wie viele denken. Erfahrene und geschulte Fahnder können dennoch erstaunlich viel herausfinden. Zur Erforschung der Aussagekraft lassen sich Wissenschaftler so einiges einfallen.

Experimente zeigen, wie leicht wir uns in die Irre führen lassen, wie schnell aus Vermutung Gewissheit wird. Unser Gehirn schlägt uns ein Schnippchen wenn es darum geht, einen Tathergang wahrheitsgetreu zu schildern. Forscher ergründen, wieso wir die Unwahrheit sagen, ohne es zu wissen. mehr ...

Leichen sagen aus


Der erste belegte Fall, in dem Insekten den entscheidenden Hinweis zur Aufklärung eines Mordfalls lieferten, stammt bereits aus dem 13. Jahrhundert in China. Inzwischen sind Insekten unentbehrliche Ermittlungsgehilfen. Und selbst wenn der ganze Körper bereits völlig verwest ist, liefern Knochen oder Zähne immer noch erstaunliche Hinweise für die Aufklärung von Gewaltverbrechen.

Tote gelten als unbestechliche und verlässliche Zeugen. In aufwendigen Versuchen rekonstruieren Forensiker den Prozess des Verwesens, um herauszufinden, wann und wie jemand gestorben ist. Im Fall eines Verbrechens führen solche Hinweise oft auf die Spur des Täters. Forschern gelingt es inzwischen sogar, die Geschichten von Toten zu rekonstruieren, die schon sehr lange, schon Jahrtausende zurückreichen. mehr ...

Wunderwaffe DNA


Der genetische Fingerabdruck ist die stärkste Waffe moderner Ermittlungsmethoden. Seit der ersten Anwendung in einem Doppelmordfall in England im Jahr 1986 reichen immer geringere Spuren aus, um ein Profil zu erstellen, das den Täter eindeutig identifiziert. Die Forensik erlaubt es den Ermittlern inzwischen, selbst feinste Spuren zu analysieren, die ein Täter am Tatort fast unvermeidlich hinterlässt.

Die Technik der DNA-Analyse ist heute so ausgefeilt, dass selbst kleinste Speicheltröpfchen, die ein Täter beim Sprechen verursacht, ihn verraten können. Auch ein einziges ausgefallenes Haar reicht bereits aus, um die Anwesenheit einer bestimmten Person am Tatort zu beweisen. mehr ...

Zaubermittel der Kriminalistik


Die DNA-Analyse besitzt das Potenzial, nicht nur den genetischen Fingerabdruck zu offenbaren, sondern noch weiter reichende Erkenntnisse über den möglichen Täter zu gewinnen. Doch je ausgefeilter die wissenschaftlichen Methoden sind, je geringer die Spuren, aus denen noch gelesen wird, umso anfälliger sind auch die Techniken. Bei der Aussagekraft von DNA-Analysen stoßen die Experten deshalb an Grenzen.

Wie sicher deutet eine DNA-Spur am Tatort tatsächlich auf den Täter hin? Wie verlässlich lassen sich die Personen, von denen nur ganz geringe Spuren gesichert wurden, identifizieren? Und: Rechtfertigen die Erwartungen, einen Straftäter zu überführen, den Aufwand und die Notwendigkeit, Daten von vielen zu erheben und zu speichern? mehr ...

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