Täuschende Technik

Das Prinzip Tarnkappe

Möglichst unbemerkt bleiben: Das ist das Ziel von militärischen Flugobjekten. Alle technischen Entwicklungen, die zum Tarnen taugen, sind für das Militär interessant. Tarnkappentechnik, wie sie bei Militärflugzeugen zur Anwendung kommt, lässt sich künftig vielleicht aber auch im zivilen Bereich gewinnbringend nutzen.

B2-Tarnkappenbomber Quelle: ap

Der so genannte Stealth-Bomber nutzt modernste Tarnkappentechnik. Sein Name ist vom englischen "stealth", Heimlichkeit, abgeleitet. Die Form des Flugzeuges, aber auch absorbierende Materialien macht es schwer, den Bomber zu orten.

Radarwellen werden geschluckt

Auf Radarschirmen hinterlassen Flugzeuge normalerweise deutliche Signale. Der Stealth-Bomber hinterlässt keine Spur. Seine Tarnkappentechnik verhindert, dass die Radarstrahlen zum Sender zurückgestrahlt werden. Aufgrund einer speziellen Beschichtung, die Radarstrahlen schluckt, sind die reflektierten Strahlen zudem schwächer. Auch der besondere Aufbau der Tragflächen hat tarnende Wirkung: Die Wabenstruktur "fängt" Radarstrahlen ein und schwächt sie deutlich ab.

Doch die Gegenseite schläft nicht. Fieberhaft wird an Ortungssystemen geforscht, mit denen der Stealth-Bomber aufgespürt werden kann. Forscher haben aber schon eine Vision, wie es selbst dann noch gelingen kann, das Flugzeug unsichtbar zu machen. Jedes Objekt verrät sich, weil es Licht reflektiert. Könnte man das Raum-Zeit-Gefüge so verzerren, dass das Licht und andere Wellen um das Flugzeug herumgelenkt werden, bliebe es jeder heute bekannten Technik verborgen. Im Nanobereich ist Forschern das Kunststück schon gelungen.

Tarnkappe als Erdbebenschutz

Was wie Science-Fiction klingt, wird vielleicht einmal für erdbebengefährdete Städte einen unschätzbaren Vorteil haben. Französische Forscher haben eine Möglichkeit gefunden, Gebäude so zu tarnen, dass sie von Erdbebenwellen verschont bleiben. Dabei übertrugen sie in Experimenten mit Lichtwellen, also elektromagnetischen Wellen, gewonnene Erkenntnisse auf seismische Wellen. Es gibt zweierlei seismische Wellen: solche, die sich im Erdmantel fortpflanzen, und solche, die sich in der Oberflächenschicht der Erde ausbreiten. Die Wellen im Erdmantel zu kontrollieren, ist unmöglich. Doch die Wellen mit der höchsten Zerstörungskraft breiten sich ohnehin an der Oberfläche aus. Sie sollen durch Spezialmaterialien von den Gebäuden ferngehalten werden.

Tarnkappe Erdbebenwellen Quelle: ZDF

Das Prinzip: Mithilfe von Kunststoffringen, die konzentrisch um ein Gebäude herum in der Erdoberfläche verankert sind, wird dieses für die Wellen "unsichtbar" und damit erdbebensicher gemacht. Die einzelnen Ringe sind auf ganz bestimmte Frequenzen eingestellt. Durch eine Kombination mehrerer Ringe kann eine große Bandbreite von Wellen abgelenkt und um das Gebäude herumgeleitet werden. Im Laborexperiment gelang es bereits, mit 40 Ringen alle Wellen im Frequenzbereich von 50 bis 100 Hertz um ein Objekt herumzuleiten. Bei den ersten Tests unter Realbedingungen sollen auch Geologen beteiligt sein, die das Verhalten der Erdkruste mit einberechnen. Wenn der Erdbebenschutz irgendwann einsatzreif ist, bleibt allerdings ein Problem: Nur einzelne Gebäude können so geschützt werden. Eine ganze Stadt oder gar eine Region vor einem Erdbeben zu bewahren, ist auch dann noch unmöglich.

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