Uralt werden und fit bleiben

Gibt es eine Formel gegen das Altern?

Nur zu gerne würden wir die unaufhörlich tickende Lebensuhr anhalten und den Alterungsprozess stoppen. Und wenn das unvermeidliche Altern schon sein muss, wünschen wir uns, dabei wenigstens fit und unternehmungslustig zu bleiben, also, so spät wie möglich jung zu sterben, wie schon Wilhelm Busch sagte.

Heute haben die "Best Agers" gut ein Drittel ihrer Lebenszeit im Alter zur Verfügung. Mehr als 6000 über Hundertjährige leben derzeit in Deutschland. Die Zahl könnte sich bis ins Jahr 2050 noch verzehnfachen.

Anstieg der Lebenserwartung

Vor 150 Jahren erreichten über zwei Drittel der Bevölkerung nicht einmal das 60. Lebensjahr. In Krankenhäusern gab es keine Hygienevorschriften. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde es bei Pflegepersonal und Ärzten zur Routine, sich nach jedem Patienten die Hände zu waschen.

Die Zahl der Infektionen ging daraufhin zurück. Die verbesserte Hygiene ließ die Lebenserwartung steigen: Im Jahr 1870 lag sie noch bei nur knapp 40 Jahren, im Jahr 1900 bereits bei etwa 45 Jahren und weitere 30 Jahre später schon bei circa 60 Jahren.

Todesursache Nummer eins

Ein weiterer Meilenstein war die Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming im Jahr 1928. Die industrielle Produktion des Wundermittels gelang in den 1940er-Jahren. Infektionskrankheiten verloren dadurch ihren Schrecken. Die Verwendung von Antibiotika zur Bekämpfung bakterieller Erkrankungen hatte maßgeblichen Anteil an der weiter steigenden Lebenserwartung: 1950 betrug sie schon etwa 67 Jahre.

Inzwischen liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland für Männer bei 78, für Frauen bei 83 Jahren. Todesursache Nummer eins sind heute Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Fast jeder zweite Todesfall ist darauf zurückzuführen. Doch der medizinische Fortschritt schreitet auch auf diesem Gebiet immer weiter voran. Durch ausgeklügelte Operationstechniken und neue, immer effektivere Medikamente lassen sich noch mehr Lebensjahre dazugewinnen.

Wie alt können wir werden?

Ein Mädchen, das heute geboren wird, hat beste Chancen, 100 Jahre alt zu werden. Doch wie weit lässt sich die Lebensspanne noch ausdehnen? Können wir eines fernen Tages tatsächlich 150 Jahre und älter werden? Dass unser Körper und alle Organe stetig und unaufhaltsam altern, lässt sich bisher durch nichts verhindern. Im Innern jeder Zelle tickt eine Uhr. Mit jeder Zellteilung rückt das Ende näher.


Der "Zahn der Zeit" macht sich an den Enden der Chromosomen, den so genannten Telomeren, bemerkbar. Mit jeder Teilung werden sie ein Stück kürzer. Weil diese Endkappen keine lebenswichtigen Erbinformationen tragen, hat das Schrumpfen zunächst keine Auswirkung. Aber irgendwann nähert sich der Prozess einer kritischen Grenze. Wird sie unterschritten, stellt die Zelle ihre Teilung ein, sie altert und stirbt letztendlich.

Der Traum vom ewigen Leben

Dieser Prozess hat auch einen Vorteil, denn Zellen, die sich schon oft geteilt haben, tragen häufiger Fehler im Erbgut als jüngere Zellen. Häufen sich mit der Zeit die Schäden, steigt das Risiko, dass Krankheiten wie Krebs entstehen.


Die tickende Uhr in unserem Körper erfüllt somit auch eine Schutzfunktion. Je älter wir werden, desto langsamer teilen sich die Zellen. Der Traum vom ewigen Leben bleibt so ein Traum.

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