Die zweite Schöpfung - Der neue Mensch

Wissen | Leschs Kosmos - Die zweite Schöpfung - Der neue Mensch

Ewige Jugend, Babys nach Wunsch, perfekte Menschen – katapultiert uns die Gentechnik in ein neues schrecklich schönes Zeitalter? Harald Lesch gibt Anstöße zu einer der wichtigsten gesellschaftlichen Diskussionen unserer Zeit.

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.07.2018, 23:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

CRISPR - Ein mächtiges Werkzeug

Wie weit sind wir noch entfernt von Designer-Babies?

Eltern wollen nur das Beste für ihren Nachwuchs. Wenn nun die Möglichkeit bestünde Kinder schöner, schlauer und gesünder zu machen, indem man ihre DNA entsprechend manipuliert, würden wir es tun?

Der größte Traum der Menschheit: ewige Jugend!

Die Prozesse, die das Altern beeinflussen sind vielfältig. Nachrichten von neuen Erkenntnissen überschlagen sich im Wochentakt. Eine davon ist über Elizabeth Parrish. Sie ist Geschäftsführerin einer Biotechfirma, in der ein Medikament gegen das Altern entwickelt werden soll. Im Fokus von Parrish stehen dabei altersbedingte Veränderungen in den Chromosomen. Bei jeder Zellteilung geht hier Erbsubstanz verloren. Die Chromosomen verkürzen sich an den sogenannten Telomeren – bis sich die Zellen nicht mehr teilen und erneuern können. Der Körper altert.

Forscher haben Mäuse mit verkürzten Chromosomen gezüchtet. Sie altern dadurch im Zeitraffer. Nun testen die Forscher ein Gegenmittel: ein körpereigenes Enzym – die „Telomerase“. Sie kann die verkürzten Chromosomen wieder reparieren. Bei den „auf alt“ gezüchteten Mäusen wirkt die Substanz Wunder. Bei gesunden Menschen soll sie einen ähnlichen Effekt auslösen. Elizabeth Parrish behauptet, dass ihr Gene gespritzt wurden, mit denen ihre Zellen dieses Enzym – die Telomerase – vermehrt produzieren können. Die Gentherapie soll ihre Chromosomen ewig jung halten.
Ein gefährlicher Selbstversuch, denn Nebenwirkungen, wie etwa Krebs, kann niemand ausschließen. Aber ob der Versuch überhaupt stattgefunden hat, bleibt zweifelhaft. Beweise für die Therapie gibt es nämlich keine, und auch das Ergebnis lässt sich nicht überprüfen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist dieses Vorgehen wertlos.

Ersatzorgane gesucht

Grafik: Vergleich Herz von Menschen und Schweinen
Könnten Schweine in Zukunft Organspender für Menschen werden?

Seit 50 Jahren haben Ärzte Erfahrung mit Herztransplantationen. Doch es gibt zu wenige Spender. Viele Patienten warten daher vergebens auf ein lebensrettendes Organ. Das könnte sich bald ändern. Denn Schweine könnten die idealen Organspender werden. Größe und Eigenschaften ihrer Herzen ähneln denen von Menschen. Doch Schweine und Menschen passen trotzdem nicht zusammen. Das menschliche Immunsystem erkennt Schweineorgane als fremd. Das Spenderorgan würde deshalb abgestoßen werden. Das Problem: An den Zelloberflächen der schweinischen Organe gibt es spezielle Eiweiße, die das Herz als Fremdkörper verraten.
Wenn es nun aber gelänge, in der Erbsubstanz der Schweine die Bildung dieser Eiweiße zu verhindern, ließen sich die Abwehrreaktionen im Menschen vermeiden. Lässt sich eine Methode entwickeln, mit deren Hilfe Gene gezielt und sicher abgeschaltet werden können? Die Forschung läuft auf Hochtouren. Und es gibt einen Lichtblick. Für bahnbrechende wissenschaftliche Erfolge wird alljährlich der „Breakthrough Prize“ verliehen – dotiert mit drei Millionen Dollar. 2015 ging der Preis an zwei Wissenschaftlerinnen, die eine neue Methode zur Genmanipulation entwickelt haben. Ihre Arbeit könnte unsere Zukunft verändern.

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