Gefahr im Anflug: Die Monster-Mücken

Wissen | Leschs Kosmos - Gefahr im Anflug: Die Monster-Mücken

Aus Plagegeistern können auch Monster werden. Nicht die Mücke an sich, sondern ihre mögliche Fracht macht sie zu einer ernsthaften Bedrohung. Wie können wir uns schützen? Harald Lesch zeigt den Stand des Kampfs Mensch gegen Mücke.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.05.2018, 17:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Woher kommt das Zika-Virus?

Schild Zika-Wald
Bei Forschungen mit Rhesusaffen fanden Wissenschaftler das Zika-Virus. Sie benannten es nach dem Wald in dem die Forschungsstation war.

Im Jahr 1947 studieren Wissenschaftler in Uganda das Gelbfiebervirus. Es wird von bestimmten Aedes-Mücken übertragen. Bei ihren Untersuchungen entdecken sie einen neuen Krankheitserreger – Zika. 1952 wird Zika zum ersten Mal im Serum eines Menschen nachgewiesen. Doch die seltene Infektion gerät in Vergessenheit. Jahre später taucht das Virus vereinzelt wieder auf. 2007 erreicht das Virus Mikronesien, die Insel Yap. Plötzlich sind etwa drei Viertel der Bevölkerung erkrankt. Eine auf Yap einheimische Mückenart wurde zum Überträger von Zika. 2013 in Französisch Polynesien der nächste große Ausbruch: über 100.000 infizierte Menschen.

Das Virus reist mit infizierten Touristen um die Welt – auch nach Brasilien. Anfang 2015 werden dort erste Zika-Fälle gemeldet. Die Infektion breitet sich rasch aus, denn das Virus findet optimale Bedingungen: Aedes aegypti, eine hier heimische Mückenart, ist ein idealer Überträger. Kanäle und Wasserstellen bieten überall Möglichkeiten zur Eiablage. Im tropischen Klima können die Tiere sich rasch vermehren, und mit ihnen das Virus. Über eine Million Menschen erkranken.

Kopfmessung eines Babys mit Zika-Virus
2016 werden in Brasilien über 1.000 Babys mit Mikrozephalie geboren. Ihr Kopfumfang ist viel kleiner als bei gesunden Kindern. Die Folge sind schwerste Behinderungen. Im Blut der Mütter fanden die Wissenschaftler das Zika-Virus. Die Föten wurden infiziert – bei ihnen fand man das Virus auch im fehlgebildeten Gehirn.

Steckbriefe: Mücken in Deutschland

Der ewige Kampf gegen Malaria

Mückenbekämpfung in Deutschland

Zu Zeiten der Hochwasser im Frühling und Sommer überfluten die Altarme des Oberrheins. Die weiten Überschwemmungsflächen, meist Stillgewässer, dienen als ideale Brutstätte von Stechmücken. Ohne Bekämpfung wären sie eine Qual für den Menschen. Doch man weiß sich hier zu wehren - mit dem biologischen Wirkstoff Bti, einem aus einem Bakterium gewonnenen Eiweiß. Die Substanz wirkt nur in einem frühen Entwicklungsstadium der Mücken, dann, wenn die Larven fressen. Die Eiweiße zerstören die Darmzellen und töten die Larven.
Am Oberrhein kämpft man heutzutage gegen lästige Plagegeister. Als Krankheitsüberträger spielen sie keine Rolle. Doch Vorsicht ist geboten, denn unter ihnen sind auch gefährliche Kandidaten: Malariamücken.

Heimische Arten, die an unser Klima angepasst sind und hier schon einmal als Krankheitsüberträger eine Seuche auslösten. Das sogenannte „Wechselfieber“, die Malaria, forderte vor rund 300 Jahren am Oberrhein viele Todesopfer. Größte Teile des Rheins waren damals weit verzweigte Auenlandschaften und ruhig fließende Gewässer. Die Ufergebiete waren ideale Brutstätten für Anopheles-Arten. Die Begradigung des Rheins ab 1817 machte den Fluß zum rasch fließenden Gewässer und endlich schiffbar. Für die tödliche Krankheit ein Wendepunkt. Der Erreger, anfangs durch die enge Nachbarschaft von Mücke und Mensch erfolgreich, verliert seinen Lebensraum. Der Mensch siedelte ab nun fern von feuchten Auen. Die Mücken müssen sich neue Opfer suchen, Nutztiere.

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