Mit Vollgas in die Zukunft

Die neue Mobilität

Wissen | Leschs Kosmos - Mit Vollgas in die Zukunft

Können autonome Autos dabei helfen, unsere Mobilität sicherer zu machen – oder bergen sie neue Gefahren? Harald Lesch taucht ein in die Zukunftsvisionen der Forscher.

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.04.2022, 17:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Wie sicher sind autonome Autos?

Im Mai 2016 verursacht der auf Autopilot geschaltete Tesla von Joshua Brown in Florida einen Unfall. Brown verliert dabei sein Leben. Trägt der Fahrzeughersteller die Schuld an seinem Tod? Oder Brown selbst? Der Wagen rast ungebremst auf einen LKW  zu. Wie konnte das Auto ein solch großes Hindernis ignorieren? Sieben Sekunden lang ist der Truck in Sichtweite – Zeit genug für eine Reaktion. 

Grafil: Autonomes Auto vor querendem LK

Ein autonomes Auto registriert seine Umwelt mit Laser und Radar. Und trotzdem „übersah“ Joshua Browns Wagen einen riesigen LKW, obwohl ihn alle Sensoren  registrierten. Das Fatale: Der Radabstand des LKW ist ungewöhnlich groß. Beim Scannen galt die Fahrbahn deshalb zeitweise als frei. Die Technik interpretierte das Hindernis mitten auf der Straße daher als Schilderbrücke und gab die Fahrt frei.

Die fünf Stufen der Automatisierung

Autonom ist das Auto noch nicht – es ist sogar weit davon entfernt. Das zeigen die Stufen der Automatisierung, die international gelten. Prognosen gehen davon aus, dass die fünfte Stufe nicht vor 2030 erreicht sein wird.

Smartphone auf Rädern

In Braunschweig tüfteln Forscher an einem Auto, das zur Datenzentrale wird. GSM, UMTS und GPS sorgen dafür, dass der Wagen Signale sendet und empfängt. Die Forscher entwickeln ein Auto, das mit Objekten in seiner Umwelt kommuniziert. Das setzt voraus, dass diese Umwelt ebenso vernetzt ist. Den Anfang haben die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt schon gemacht: mit intelligenten Ampeln in der Braunschweiger Innenstadt. Diese Ampeln signalisieren dem Wagen, wie lange die jeweilige Phase noch dauert. Das Auto registriert jederzeit, wann die Ampel rot wird und berechnet selbständig, wie schnell es fahren muss, um eine grüne Welle zu erhalten. Erste Feldversuche haben gezeigt, dass die Ampel-Auto-Kommunikation funktioniert.

LKW-Kolonne

In Zukunft könnten Autos nicht nur mit Ampeln kommunizieren, sondern auch anderen Fahrzeugen. Das Auto könnte stets bestimmen, wo sich andere Verkehrsteilnehmer befinden im Verhältnis zur eigenen Position. Auch Fußgänger wären über Mobilfunksignale für den Wagen erkennbar. Noch sind wir nicht so weit, aber verschiedene Hersteller entwickeln Fahrzeuge, die teilweise vernetzt sind. In fünf bis acht Jahren sollen sie serienreif sein. Eine Teilvernetzung mit ganz spezifischen Verkehrsteilnehmern wird heute schon erprobt: Beim sogenannten LKW-Platooning bilden mehrere Lastwagen auf der Autobahn eine Kolonne. Sie sind per WLAN miteinander verbunden und reagieren alle simultan. Der erste LKW in der Kette steuert die anderen Fahrzeuge. Mitfahren könnte jeder, auch PKWs. Der Autofahrer sendet eine Anfrage an einen bestehenden Konvoi. Wenn der Zugführer akzeptiert, übernimmt sein System die Steuerung für den PKW. Die Autofahrt ähnelt einer Zugreise: auch hier sind wir darauf angewiesen, dass der Zugführer seinen Job gut macht. Der Unterschied: Beim Platooning muss auch das Funknetz funktionieren. Eine Sicherheit, die bis heute niemand gewährleisten kann.

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