Der Wandel der Meere

Drama im Verborgenen

Wissen | Leschs Kosmos - Der Wandel der Meere

In den Ozeanen der Welt vollzieht sich unsichtbar ein dramatischer Wandel. Er verändert die Lebensgrundlagen des gesamten Planeten. Lässt sich die Entwicklung noch stoppen?

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.06.2017, 22:45
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Die Weltmeere, lange Garanten für die Vielfalt des Lebens und für die Stabilität des Klimas, stehen vor dem Kollaps. Doch noch haben wir die Ozeane gar nicht richtig verstanden. Harald Lesch verfolgt einen Wettlauf mit der Zeit, den wir gewinnen müssen, um unser Überleben auf der Erde zu sichern

Die Ozeane bergen Lebensräume von bestechender Vielfalt und unschätzbarer Bedeutung für unseren Planeten. Auf der ganzen Welt arbeiten Meeresbiologen daran, die Zusammenhänge im weltumspannenden System der Ozeane zu entschlüsseln. Sie tauchen tief ein in faszinierende Unterwasserwelten und erkunden die Zeichen eines rasanten Wandels. Dieser verändert die Lebensgrundlagen des gesamten Planeten.

Klimakiller Methan

Über der Arktis steigt das als Klimakiller bekannte Methan rasant an. Es ist 25-mal so wirksam wie Kohlendioxid. Die Suche nach den Quellen führt uns in die Tiefsee des Nordpolarmeers. Das Klimagas Methan ist in riesigen Mengen unter dem arktischen Meeresboden gespeichert – gefroren in Methanhydrat. Durch die Erwärmung des Ozeans strömt es vermehrt aus. Die Folge könnten Explosionen sein, Erdrutsche unter Wasser und schließlich Tsunamis. Doch wie groß ist die Gefahr tatsächlich? Eine Expedition mit dem Forschungsschiff Polarstern soll Klarheit bringen. Von Tromsö in Nordnorwegen nimmt es Kurs Richtung Norden. Bei einer früheren Expedition hatte man dort im „Aurora Vent“-Gebiet Schwarze Raucher entdeckt. Sie sind bekannt aus den warmen Ozeanen. Im heißen, ausströmenden Wasser der hydrothermalen Quellen am Grund der Tiefsee sind Salze – etwa von Eisen, gelöst. In ihrer Nähe entwickeln sich besondere Lebensgemeinschaften. Proben aus dem warmen Pazifik haben gezeigt, dass die im heißen Wasser lebenden Mikroorganismen Methan abbauen.
Die Forscher des Alfred-Wegener-Instituts nehmen wochenlang Wasserproben im arktischen Meer aus Tiefen bis zu 4500 Metern. Das Erschreckende: Die Methanwerte sind besorgniserregend hoch. Das Klimagas hat sich also schon in erheblichen Mengen aus dem Methanhydrat am Meeresboden gelöst. Die Gefahr durch aufsteigendes Methan ist somit real, und sie wächst. Aber noch können die Forscher nicht sagen, ob es in der Arktis Mikroorgansimen gibt, wie sie aus dem Pazifik bekannt sind. Erst als die Forscher die Schwarzen Raucher finden und Bakterienproben aus ihrer Umgebung ihren Analysen unterziehen, zeigt sich der ernüchternde Befund: Selbst rund um die Schwarzen Raucher enthält das Wasser eine sehr hohe Konzentration an Methan. Zwar bauen auch die hier siedelnden Mikroorganismen Methan ab. Doch ihre Vermehrung kann mit den frei werdenden Mengen nicht mithalten.

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