Wann werden Roboter die besseren Menschen?

Menschliche Maschinen in der Welt der Sinne

Entwickler versuchen Roboter äußerlich dem Menschen möglichst ähnlich zu gestalten: mit einem aufrechten Gang, Mimik und einem menschenähnlichen Verhalten. Dabei nimmt unsere Sympathie zu den menschlichen Maschinen mit steigender äußerlicher Ähnlichkeit nicht zu. Werden Roboter irgendwann auch Gefühle zeigen können?

In Logik und Schnelligkeit sind uns Maschinen längst überlegen. Im Jahr 1997 feierte der Schach-Computer "Deep Blue" einen Triumph über den menschlichen Geist. Dabei ist der Computer doch "Menschenwerk". Macht künstliche Intelligenz Maschinen schlauer, als die Konstrukteure selbst?

Mensch und Maschine im Showdown

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts erregte in Wien ein technisches Wunderwerk Aufsehen: ein Schach spielender Roboter. Jahrelang siegt die denkende "Maschine" über die meisten Herausforderer. Viel später erst wird ihr Geheimnis gelüftet: In Wahrheit steuerte ein Mensch den Mechanismus. Die Maschinengläubigkeit im Zeitalter der Aufklärung hatte die Menschen geblendet. Zwei Jahrhunderte vergehen, und das "Spiel der Könige" noch immer allein dem Menschen vorbehalten. Doch wie sicher ist diese Position?

Kasparov verliert gegen Schachcomputer "Deep Blue"
Kasparov verliert gegen Schachcomputer "Deep Blue" Quelle: dpa

1997 wendet sich das Blatt. Gary Kasparov, der beste Schachspieler aller Zeiten, trifft auf seinen gefährlichsten Gegner - den Schachcomputer "Deep Blue". Die Welt blickt gebannt auf den Showdown zwischen Mensch und Maschine. Ein Programmierer übermittelt Deep Blue die Züge Kasparovs und setzt die Befehle des Rechners am Brett um. Nach fünf Spielen steht es Unentschieden zwischen Mensch und Computer. Das sechste und letzte Spiel bringt die Entscheidung. Nach nur 19 Zügen ist die Sensation perfekt - Kasparov gibt auf.

Gefühlswelt von Robotern

Internetseite einer Partnerbörse
Internetseite einer Partnerbörse

Doch nicht nur die reine Logik scheinen Roboter zu beherrschen. Sie dringen zunehmend auch in Bereiche vor, von denen man glaubte, sie seien allein den Menschen vorbehalten: Gefühle. Gefühle sind etwas zutiefst menschliches. Kein Rechner, keine Maschine ist zur Liebe fähig. Und doch: Ganz ohne Computer scheint das Knüpfen einer Liebesbeziehung heute nicht mehr zu gehen. Bereits jede dritte Partnerschaft wird über das Internet geschmiedet.

Aber manch einer, der sich Hoffnungen macht, kann am Ende eine Überraschung erleben. Ein Mann auf Partnersuche ist überzeugt, dass er sich gerade mit einer netten jungen Dame im Chat austauscht. Was er nicht ahnt: Die Antworten kommen von einem sogenannten Chatbot - einem Computer, der den Small Talk verblüffend perfekt beherrscht. Die Verbreitung solcher Chatbots in Partnerbörsen nimmt zu - sei es aus Spielerei oder um das Geschäft zu beleben. Doch spätestens, wenn man den "Partner" treffen will, fliegt der Schwindel auf.

Wenig Sympathie für Androiden

Die Ingenieure versuchen humanoide Roboter in Gestalt und Aussehen dem Menschen nachzuempfinden. Aber es ist noch nicht gelungen, ihren "Geschöpfen" ein natürliches Aussehen zu verleihen. Versuchen Entwickler, sie äußerlich so menschlich wie möglich zu gestalten, geschieht etwas gänzlich Unerwartetes. Trotz der Ähnlichkeit wirken sie abstoßend. Der Grund dafür ist, dass wir perfekt sind im Erkennen menschlicher Gesichter.

Wer ist Freund - wer Feind? Was führt das Gegenüber im Schilde? Um diese überlebenswichtigen Fragen zu beantworten, wurden wir im Lauf der Evolution zu wahren Gesichterexperten. Deshalb lösen bereits minimale Abweichungen von der menschlichen Norm Unbehagen aus. Abstrakte Gesichter nehmen wir nicht so genau unter die Lupe. Entsprechen sie dem so genannten Kindchenschema, mit Knopfaugen und runden Formen, wecken sie viel schneller unsere Zuneigung. Auch Tieren können wir leicht Sympathie schenken. Unsere Fähigkeit zur Gesichtserkennung wird hier nicht gefordert.

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