Wie viel Mobilität verträgt die Welt?

Geschwindigkeit im Wandel der Zeit

Mühelos gelangen Waren aus aller Welt zu uns. Menschen und Güter reisen über den gesamten Globus. Moderne Techniken machen uns unabhängig von dem, was uns die Region in der wir leben bietet . Die Mobilität scheint grenzenlos. Die Dichte der Transportwege wird stetig größer und die Transportgeschwindigkeit nimmt rasant zu. Fast der gesamte Welthandel wird mittlerweile mit Containern bewältigt. Rund 400 Millionen der genormten Stahlboxen werden pro Jahr über den Erdball bewegt. Hafenanlagen haben die Größe von Kleinstädten.

Containerschiff auf dem Meer.
Containerschiff auf dem Meer. Quelle: ZDF

Die Mobilität bringt uns mehr als nur die Grundlage zum Leben. Sie beschert uns in den entwickelten Ländern Wohlstand und Lebensqualität. Der Erfolg scheint keine Alternative zu kennen zu immer mehr, immer schneller, immer globaler. Wie lange geht das gut? Geht es denn jetzt noch gut?

Eine aussterbende Lebensform

Zwei Männer auf Büffeljagd.
jäger der Frühzeit Text 2 Quelle: ZDF


Mobil zu sein war einst Voraussetzung fürs Überleben. Unsere Vorfahren waren auf Wanderschaft, getrieben von Hunger und der Suche nach einem sicheren Schlafplatz. Genügend Nahrung für sich und seine Familie fand damals nur der flexible und mobile Jäger. Heute gibt es diese Kultur nicht mehr.


Nur in klimatisch extremen Gebieten , dem altweltlichen Trockengürtel der Erde gibt es die Wanderer auch heute noch. Nomaden sind mit ihren Viehherden unterwegs auf der Suche nach Weidegründen. Beweglichkeit sichert das Überleben der Sippe. Im Familienverband, samt Hausrat, ziehen sie auf bewährten Routen dorthin, wo sie genug Wasser und Gras für ihr Vieh finden.

Wandern, um zu Überleben

Mongolische Nomaden bauen ihr Zelt ab.
Nomaden Zelt Text 2 Quelle: ZDF


Für die Nomaden der Mongolei sind die Tiere zugleich Nahrung und Rohstofflieferant für Kleidung, Werkzeug und Behausung. Auf ihren Wanderungen im Rhythmus der Jahreszeiten wechseln sie im Sommer bis zu 20 Mal die kargen Weiden. Ihr Vieh muß sich für die extreme kälte von bis zu 40 Grad minus genügend Fett anfressen.

Meister des Überlebens in unwirtlicher Umgebung sind die Wüstennomaden. Doch die Tuareg haben noch ein weiteres Motiv für ihre Wanderungen: Den Handel mit Salz, dem "weißen Gold". Dafür ziehen sie monatelang, bis zu 1000 Kilometer weit, durch die Sahara. Frauen und Kinder bleiben mit ihren Viehherden zurück. Sind die Weiden rund um ihr Lager abgeweidet, ziehen sie mit ihren Zelten weiter. Der Handel ist reine Männersache. In den Salzminen tauschen sie ihre mitgeführten Waren wie Datteln und Gemüse gegen das kostbare Gut: Salz, getrocknet und gepreßt. Ein Barren bringt später auf den Märkten bis zu 100 Kilogramm Hirse ein.

Die Salzkarawane

Nicht selten sind Karawanen mit mehreren hundert Kamelen unterwegs, um das Salz in die nächste Siedlung zum Markt zu bringen. Jedes Tier trägt 150 Kilo Salz, dazu Nahrungsmittel für mehrere Wochen. Die Märkte sind Dreh- und Angelpunkt einer ganzen Region. Früher wurde dort Salz gegen Gold getauscht, heute geht es um die Dinge des täglichen Bedarfs, vor allem um Getreide, das hier Mangelware ist.

Beladen der Kamele mit Salz.
Beladen Kamele Text 2 Quelle: ZDF

Die Salzkarawane ist ein archaisches Handels- und Transportunternehmen, das in Regionen mit extremen Lebensbedingungen überdauert. Eine Strategie, die sich nicht durchgesetzt hat. Denn bei uns geht es um mehr als die Versorgung mit dem Nötigsten zum Leben.

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