Zwischenstation Mond

Auf dem Weg ins All

Die Sehnsucht, unsere Erkenntnisse über das Universum zu mehren, inspiriert Wissenschaftler in ganz unterschiedlichen Fachgebieten. In der fast zweieinhalbstündigen Sendung erzählt Harald Lesch, Astrophysiker und Philosoph, von vergangenen und zukünftigen Reisen ins All und spricht mit seinen Gästen Ulrich Walter, Amardeo Sarma und Günther Paal alias Gunkl über das historische Ereignis der ersten Mondlandung und die Grenzen unseres Wissens.

Rückkehrstufe der Mondfähre kurz vor dem Ankoppeln an die Apollo-Kapsel (Juli 1969)
Rückkehrstufe der Mondfähre kurz vor dem Ankoppeln an die Apollo-Kapsel (Juli 1969) Quelle: dpa

Am 20. Juli 1969 - nach MEZ in der Nacht des 21. Juli kurz vor vier Uhr - wurden einige Hundert Millionen Fernsehzuschauer in der ganzen Welt Zeugen einer Sensation: Der erste Mensch setzte seinen Fuß auf den Mond. "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein gewaltiger Sprung für die Menschheit" - mit diesem völlig verrauscht auf der Erde mitgehörten Satz ging NASA-Astronaut Neil Armstrong in die Geschichte ein.

Unser guter Begleiter

Die Mondlandung markiert den Höhepunkt des Wettlaufs der Supermächte USA und UdSSR ins Weltall. Schienen zunächst die Sowjets die Nase vorne zu haben - sie schickten mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All -, triumphierten an diesem Tag die US-Amerikaner. Doch die Mondmissionen, die bis 1972 durchgeführt wurden, dienten nicht nur der nationalen PR, sie mehrten auch wissenschaftliche Erkenntnisse.

Armstrong und Aldrin hissen auf dem Mond die Flagge der USA
Armstrong und Aldrin auf dem Mond Quelle: dpa

So ist der Mond der Erde ähnlicher, als man früher vermutete. Untersuchungen an Gesteinsproben, unter anderem im Rahmen der Apollo-Missionen zwischen 1969 und 1972, lieferten den Forschern entscheidende Hinweise auf die Entstehung des Erdtrabanten. Er ist das Resultat einer kosmischen Katastrophe - eine Katastrophe, die sich für die Erde als schier unglaublicher Glücksfall entpuppte. Denn der Mond trägt in entscheidender Weise dazu bei, dass sich auf unserem Planeten das Leben zu seiner heutigen Fülle entwickeln konnte.

Auf der dunklen Seite des Mondes

40 Jahre nach der ersten Mondlandung haben Wissenschaftler den Erdtrabanten erneut ins Visier genommen: Zwei NASA-Mondsonden sollen neue Erkenntnisse über die Oberfläche des Mondes liefern. Im Juni 2009 startete der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO), der den Erdtrabanten ein Jahr lang umkreisen und seine Oberfläche vermessen wird. Vor allem über die uns abgewandte Seite des Mondes will man Erkenntnisse gewinnen.

Astronomen wollen auf der Mondrückseite Teleskope errichten, da sich von dort aus besonders gut Radiowellen niedriger Frequenzen auffangen lassen. Auf der Erde werden solche Signale durch geladene Gase in der Atmosphäre abgelenkt. Außerdem gibt es jede Menge elektromagnetische Wellen durch Fernseh- und Radiosignale sowie Mobiltelefone, die den Blick ins Universum stören. Der Mond aber besitzt keine Atmosphäre, und von störenden Signalen ist seine erdabgewandte Seite abgeschirmt.

Die NASA-Sonde LRO erreicht den Mond (Trickaufnahme)
NASA-Sonde erreicht Mond Quelle: dpa

Zwischenstation für Marsmissionen

Mit den Mondteleskopen könnten Astronomen in Zukunft noch tiefer ins All blicken. Dadurch erhoffen Sie sich noch genauere Erkenntnisse über die Entstehung unseres Universums. Doch nicht nur Standorte für Teleskope soll LRO finden. Die Sonde wird den Mond vor allem kartografieren, um günstige Lageplätze für eine Mondbasis zu entdecken. Krater an den Mondpolen sind vielversprechend. Hier vermutet man seit den neunziger Jahren einen der wichtigsten Rohstoffe überhaupt: Wassereis. Die zweite Sonde LCROSS (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite) soll es aufspüren.

Die NASA möchte das Wassereis abbauen und es als Trinkwasser und Sauerstoffquelle nutzen. Der enthaltene Wasserstoff könnte Energie für einen Marsflug liefern. Hauptziel aller Bemühungen ist es, einmal eine dauerhafte, bemannte Mondstation zu errichten. Diese soll dann als Abflugrampe zum Mars dienen. Da der Mond eine geringere Schwerkraft als die Erde besitzt, reichen kleine Raketen mit wenig Schubkraft für den Start aus. Das Mondgestein kann zudem wichtiges Baumaterial liefern.

Mondbasis Quelle: ZDF

Reise durch unser Planetensystem

Von der Mondbasis aus ist der Sprung zum roten Planeten dann nicht mehr ganz so weit. Zwar wird, was Raumschiffe in Filmen mühelos bewältigen, noch lange Science-Fiction bleiben, doch Luft- und Raumfahrttechniker arbeiten schon heute an den Raumschiffen und -transportern von morgen. Mediziner und Psychologen testen aus, was Menschen zuzumuten ist und welche Voraussetzungen ein Astronaut für eine monate- bis jahrelange Reise durch unser Planetensystem mitbringen muss.

Doch das ist bei Weitem nicht die einzige Herausforderung auf dem Weg zum Mars: Wissenschaftliche Experimente haben gezeigt, wie schwierig es ist, eine Lebensgrundlage für Menschen außerhalb der Erde zu schaffen. Bis wir einmal längere Zeit auf dem Mars überdauern können, wird noch viel Zeit vergehen.

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