Das Berg-Wunder von Tirol

Eine besondere Folge von "Terra Xpress" inmitten der Tiroler Bergwelt

Wissen | Terra Xpress - Das Berg-Wunder von Tirol

Ein Wanderer fällt in eine Gletscherspalte und überlebt dort sechs Tage bis Rettung kommt. Wie er das schaffen konnten, versucht "Terra Xpress" herauszufinden.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.11.2019, 18:30

Manfred Walter machte Schlagzeilen, als er in den Tiroler Alpen sechs Tage nach seinem Sturz in einer Gletscherspalte gefunden wurde - und zwar lebend. Unfassbar selbst für Experten, denn so etwas hat es auf der ganzen Welt noch nie gegeben. Exklusiv für "Terra Xpress" begibt sich Manfred Walter noch einmal auf die Spuren seines Martyriums. Mit dabei in dieser "Terra Xpress"-Sendung ist Extrembergsteiger Reinhold Messner, der die Ereignisse in den Alpen kommentiert.

Um dem Rätsel des so langen Überlebens im Eis auf die Spur zu kommen, wagt zudem "Terra Xpress"-Moderator Dirk Steffens zusammen mit dem Bergsteiger Rolf Widerhofer unter ärztlicher Aufsicht ein heikles Experiment in einer künstlichen Gletscherspalte.

Seit 40 Jahren unterwegs

Es herrschen gute Wetterbedingungen an dem Tag im August 2012, als Manfred Walter zu einer Gletscherwanderung in den Tiroler Alpen aufbricht - allein. Seit vierzig Jahren geht Manfred Walter schon in die Berge, seit längerem ohne Begleitung, denn in seinem Alter gibt es nicht mehr viele, die solche Strecken mit ihm bewältigen wollen. Früh morgens in der Hütte packt er seinen Rucksack mit Schokolade, Käse und Brot, nimmt seine Teleskopstöcke und wandert los. Er fühlt sich gut, die Bedingungen stimmen.


Vier Stunden etwa plant er für die Strecke zur nächsten Hütte ein. Doch plötzlich bricht er ein, stürzt 15 Meter tief in eine Gletscherspalte. Ohne fremde Hilfe kann er diesem eisigen Gefängnis nicht entkommen. Tage und Nächte vergehen. Tagsüber ruft er um Hilfe, nachts versucht er, nicht einzuschlafen. Um nicht zu verdursten, trinkt er Tauwasser. Am sechsten Tag endlich hören vorbeiziehende Bergwanderer seine Hilferufe und alarmieren die Bergretter, die erst nicht glauben wollen, dass Manfred Walter so lange in der Gletscherspalte überlebt hat. Das hat bisher noch niemand geschafft. Nur einer, Rolf Widerhofer, überlebte drei Tage. Das aber nur, weil er sich an seinem Hund wärmen konnte. Wie also konnte Manfred Walter so lange in der Gletscherspalte durchhalten?

Gewagter Selbstversuch

Erstmals geht Manfred Walter in der Gletscherwelt zusammen mit "Terra Xpress" noch einmal auf die Spuren seiner unglaublichen Geschichte, erzählt vom Martyrium in der Kälte, seinen Ängsten und warum er immer an sein Überleben glaubte. Wie konnte er so lange in der Gletscherspalte durchhalten? Dazu macht Dirk Steffens zusammen mit Rolf Widerhofer unter medizinischer Aufsicht einen gewagten Selbstversuch in einer künstlichen Eishöhle.


Auch Reinhold Messner sucht in der "Terra Xpress"-Sendung nach Erklärungen dafür, dass Manfred Walter so lange überleben konnte, denn: "Wir sind nicht gemacht, ohne spezielle Ausrüstung Null Grad Minus über Tage lang, Nächte lang ohne Bewegung zu ertragen. Das führt früher oder später zum Tod", wie Messner sagt. Aber er sagt auch: "Ich glaube, dass kein Junger das überlebt hätte." Und Messner fügt als eine Erklärung für das Überleben von Manfred Walter hinzu: "Weil er die Fähigkeit des Alters ausgespielt hat. Alles instinktiv."

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