Ein anderer Weg

Erfahrungsbericht von Renate Friedrich über den Umgang mit ihrer Krebserkrankung

Vor 15 Jahren erkrankt Renate Friedrich an Brustkrebs. Die Diagnose stellt ihr Leben auf den Kopf. In einem Erfahrungsbericht schildert sie ihre Erlebnisse.

Renate Friedrich
Renate Friedrich Quelle: ZDF

Im Jahr 1998 wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert. Es war mein vierter Tumor, immer an der gleichen Stelle. Dreimal hatte ich mich bereits operieren lassen. Doch der Krebs ist immer wieder zurückgekehrt. Damals fühlte ich mich dem Tod sehr nah und setzte mich intensiv mit diesem Thema auseinander - auch um die Angst davor zu verlieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich wirklich schon alles probiert: Ich ließ mich operieren, bestrahlen, probierte verschiedene alternative Heilmethoden aus, war bei Heilern.

Ganzheitliche Behandlung

Als ich zum vierten Mal die Diagnose Brustkrebs erhielt, wollte ich deshalb einen anderen Weg gehen. Ich ließ mich von einem ganzheitlichen Arzt in Berlin behandeln, der mich auf meinem Weg sehr gut begleitet hat. Die Behandlungen sollten mein Immunsystem stärken, damit es den Tumor angeht. Als einschneidend empfand ich auch die Behandlung bei einem ganzheitlichen Zahnarzt. Per Elektroakupunktur spürt er ein Störfeld auf, das genau auf dem Meridian zu meiner Brust lag. Der Zahn wurde gezogen. Danach spürte ich eine erste Erleichterung, ein Gefühl als würde der Tumor sich beruhigen.

Als ich wenige Wochen später nach Spanien geflogen bin, in einen Naturpark in Andalusien, war mein Tumor bereits drei Zentimeter groß. Die schöne Natur und die Wanderungen in der sauerstoffreichen Luft taten mir sehr gut. In dieser Zeit dachte ich aber auch sehr viel über mein Leben nach. Was ist stimmig, was nicht? Und ich fing an, das Nicht-stimmige in meinem Leben zu verändern.

Das Leben grundlegend überdenken

Ich begriff auch, dass es nicht darum geht meinen Tumor zu bekämpfen, sondern sich mit ihm zu versöhnen. Ich sah meinen Tumor als Signal, mein Leben grundlegend zu überdenken und zu verändern. Auch eine längst vergessene Seite entdeckte ich an mir selbst wieder: Meine Kreativität. Ich gründete eine kleine Band, fing wieder an Gitarre zu spielen und zu singen, schrieb Geschichten, spielte Theater.

Irgendwann in dieser Zeit stellte ich fest: Mein Tumor, der deutlich in meiner Brust spürbar gewesen war, wurde plötzlich kleiner. Immer mehr, bis ich ihn schließlich garnicht mehr spüren konnte. Auch die Ultraschallbilder bestätigten: Der Tumor war nicht mehr da. Er hat sich von alleine zurückgebildet, ohne klassische Krebstherapie. Was es auch war, irgendetwas scheine ich richtig gemacht zu haben. Ich denke, alle und alles hat geholfen, und ich bin allen sehr dankbar dafür.

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