Giftpflanzen auf der Weide

Gefährliches Jakobskreuzkraut gelangt ins Tierfutter

Wissen | Terra Xpress - Giftpflanzen auf der Weide

Was steckt hinter den mysteriösen Todesfällen bei Pferden? Experten sind sich sicher, dass die Pferde an Vergiftungen gestorben sind. Ein Tierarzt entdeckt, dass es das giftige Jakobskreuzkraut war.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.03.2017, 18:30

In den letzten Jahren haben sich auf Pferde- oder Bauernhöfen immer wieder mysteriöse Todesfälle bei Pferden und Rindern ereignet. Nach ersten Untersuchungen sind sich die Experten sicher, dass Gift die Todesursache ist. Auslöser ist das giftige Jakobskreuzkraut, das sich immer mehr ausbreitet und das sich sogar schon in unsere Lebensmittel einzuschleichen droht.

Jakobskreuzkraut auf einer Weide
Jakobskreuzkraut auf einer Weide Quelle: ZDF

Jakobskreuzkraut ist eine Giftpflanze, die in allen Teilen toxisch wirkt. Die Giftpflanze ist extrem gefährlich und breitet sich in Deutschland rasend schnell aus. Auch im Heu oder konservierten Futtermittel verliert Kreuzkraut nicht seine giftige Wirkung. Jakobskreuzkraut muss zielgerichtet bekämpft werden und blüht von Mai bis Juni. Mähen reicht nicht aus, die Pflanze muss fachgerecht mit Wurzel entfernt und entsorgt werden. Wichtig ist, dass sich die Samen nicht ausbreiten können.

Mysteriöse Todesfälle

Haflinger Stute liegt im Stall
Haflinger im Stall Quelle: ZDF


Im Mai 2008 beobachtet ein Pferdehalter am Vorarlberg ein merkwürdiges Verhalten eines Pferdes auf der Weide. Es beginnt zu lahmen und torkelt. Er ruft den Tierarzt, der nach einigen Untersuchungen stark erhöhte Leberwerte feststellt. Die Symptome verschlimmern sich und das Pferd stirbt. Schließlich bricht auf der Weide ein zweites Pferd zusammen, einige Wochen später stirbt ein drittes. Erst durch die Blutanalyse kann der Tierarzt die Ursache diagnostizieren: Vergiftung.

Tierarzt behandelt die Haflinger Stute
Tierarzt behandelt Pferd Quelle: ZDF


Doch was sollte für ein Pferd, das auf einer saftigen Weide grast, ungenießbar oder sogar lebensgefährlich sein? Der Pferdehalter füttert seine Haflinger mit Heu von einer Alm, das besonders gesund ist. Der Tierarzt schickt eine Probe ins Labor. Dort wird festgestellt, dass im Heu hochgiftige Substanzen des Jakobskreuzkrautes enthalten sind. Sie sind für den Tod der Tiere verantwortlich.

Giftige Substanzen

Das giftige Unkraut, das im Sommer der harmlosen Kamille ähnelt, ist unbemerkt im Winterheu gelandet. Wenn das Unkraut beim Mähen im Heu landet, ist es noch gefährlicher. Denn in getrockneter Form verliert es seinen bitteren Geschmack, der viele Tiere vor dem Gift warnt. Alle anderen Kreuzkrautarten sind ebenfalls giftig: Wasserkreuzkraut, Raukenblättriges Kreuzkraut oder Alpenkreuzkraut.


Die Giftstoffe verursachen eine irreversible Schädigung der Leberzellen, können Krebs auslösen, Erbgut (DNA) und Embryone schädigen. Das Jakobskreuzkraut enthält Pyrrolizidin-Alkaloide (PA). Erst durch Stoffwechselvorgänge werden sie toxisch. In der Leber verändern Enzyme diese Substanz in hochwirksame Gifte, die das Lebergewebe zerstören oder Krebs auslösen. Die Vergiftung verläuft schleichend. Chronische Vergiftungen können auch durch geringe Mengen über einen längeren Zeitraum erfolgen.

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