Horror in der Nacht

Wenn Albträume den nächtlichen Schlaf rauben

Schlafen ist ein vertrauter, aber auch rätselhafter Zustand des Seins, der vor allem der Erholung dienen sollte. Menschen, die nachts immer wieder von Albträumen geplagt werden, wachen morgens meist gerädert auf, von Erholung keine Spur. Angstträume belasten die Psyche. Kommen die nächtlichen Panikzustände regelmäßig, kann eine Therapie helfen.

Bühnenbild als Traumsymbol
Bühnenbild als Traumsymbol Quelle: pr

In der Schlaf- und Traumforschung gibt es bis heute noch viele ungeklärte Fragen. Woher verschlüsselte Traumbilder und nächtlichen Angstträume kommen, ist noch nicht hinreichend erforscht. Als Ursachen kommen nicht nur traumatische Vorfälle in Frage, sondern auch Stress oder Erlebnisse vergangener Tage.

Unheimliche Bilder im Kopf

Mann steht im Wald
Mann steht im Wald Quelle: ZDF


Nicht wenige Menschen leiden unter chronischen Albträumen.Sie träumen von abstürzenden Flugzeugen, werden verfolgt von bissigen Hunden oder geraten in Panik, weil sie lebendig begraben werden, die Palette des Unterbewusstseins scheint unerschöpflich. Auch Michael wird seit etwa einem halben Jahr von Albträume heimgesucht. Nachts steht seine Welt Kopf.

Therapie gegen Albträume

Er wird von einem bösartigen Wolf verfolgt, rennt um sein Leben, getrieben von blanker Angst. Bis er stolpert und das Monster direkt über ihm ist. Schweißgebadet und mit Herzrasen erwacht er und kommt nicht mehr zur Ruhe. Dieser Traum belastet ihn so sehr, dass Michael jeden Morgen wie gerädert aufwacht. Der Traum beginnt die Tage zu beherrschen. Das nimmt ihn nicht nur seelisch mit, sondern auch körperlich. Michael verliert Kraft und Energie. Nach einem halben Jahr voller Albträume versucht er es mit Hypnose-Therapie. Jedoch ohne Erfolg.
Er sucht bei dem Psychologen Prof. Dr. Reinhard Pietrowsky von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Hilfe. Im ersten Schritt der Therapie steht die Konfrontation mit der Angst. Michael erzählt von den unheimlichen, nächtlichen Bildern in seinem Kopf. Jedes Detail des Traumes kann von Bedeutung sein. Im Laufe der Gespräche kommt ein Vorfall aus Michaels Leben zur Sprache, der der Schlüssel zu Michaels Albträumen sein könnte.

Mann wacht auf
Mann wacht auf Quelle: ZDF


Vor vielen Jahren ist Michael mit dem Motorrad verunglückt. Aufgrund seiner schweren Verletzungen wird er in ein künstliches Koma versetzt. Die Erinnerungen an den Unfallhergang sind ausgelöscht. Anderthalb Jahre später suchen ihn erstmals Albträume heim. Ein Erlebnis von lebensbedrohlicher Ohnmacht kann Auslöser für die Albträume sein. Wie in Michaels Fall führen solche Schlüsselereignisse zu so genannten post-traumatischen Albträumen.

Kontrolle über Albträume erlangen

Im zweiten Schritt der Therapie muss Michael eine Strategie der Bewältigung erlernen. Nur so lassen sich die nächtlichen Ungeheuer vertreiben und Michael kann das Gefühl des Ausgeliefertseins überwinden. Prof. Dr. Reinhard Pietrowsky: "Es geht darum, dass der Patient aktiv die Kontrolle über seine Albträume erlangt, beherrscht und dann selbst steuern kann, wie seine Träume aussehen."

Handschriftliche Aufzeichnungen
Traumtagebuch Quelle: ZDF


Dafür steht am Anfang viel Fleißarbeit und Mut, sich den bösen Bildern im Kopf zu stellen. In einem Traumtagebuch notiert Michael nach jedem Aufwachen detailliert, was er im Traum sieht. Das Ergebnis analysiert er gemeinsam mit dem Psychologen, um die Angst machenden Träume zu verändern. Das ist das Grundprinzip der Albtraumtherapie.

Bilder im Kopf besiegen

Der Patient lernt, dass man aus einem bösen Traum, einen neutralen oder vielleicht sogar einen guten Traum macht. Das heißt für Michael: Er muss eine Art Drehbuch für ein neues, positives Ende seines Traumes entwerfen. In Zukunft soll er nicht mehr vor dem Wolf davon laufen, sondern sich ihm mutig entgegen stellen. Das klingt einfacher als es ist.


Damit ihm das gelingt, muss Michael konsequent üben. Je öfter er sich das neue Szenario bewusst vorstellt, umso mehr festigt es sich in seinem Kopf. Erst wenn er seine Angst im Wachzustand überwindet, kann er auch im Traum den Wolf besiegen. Nacht für Nacht hofft Michael nun, dass er sich dem aggressiven Verfolger stellt und dass sich seine Angst vor dem Ungeheuer in Mut umwandelt. Nur so gelingt es ihm die Macht über den Wolf und den Traum zu erlangen und schließlich ganz zu vertreiben.

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