Im Traum ist alles möglich

Buchtipps zum Thema Schlaf und Traum

Ein Drittel unseres gesamten Lebens schlafen wir. Das ist mehr Zeit als wir mit Essen, Trinken, Lernen, Lesen oder Arbeiten verbringen. Jeder Mensch träumt, ob bewusst oder unbewusst. Doch sobald wir erwachen, lichtet sich die Dunkelheit und unser vertrautes Ich nimmt wieder Gestalt an. Hier eine Auswahl an interessanten Büchern zum Thema.

Collage zu Buchtipps Träume
Collage zu Buchtipps Träume Quelle: ZDF

David Eagleman

Inkognito

Die geheimen Eigenleben unseres Gehirns
Campus Verlag 2012


Unser Gehirn ist ein gigantisches Netzwerk. Wie funktioniert es, was ist das Ich und wer trifft die Entscheidungen - unser Bewusstsein oder unser Unterbewusstsein? Wir denken, hoffen, träumen, haben Angst oder verwirklichen geniale Ideen. All unsere Gedanken, die Wahrnehmung unserer Umgebung, unser Alltag, der Sinn für Schönheit, Kultur und Humor haben ihren Ursprung in der großen, grauen Masse unseres Gehirns. Verändert es sich, verändern auch wir uns. Das Gehirn steuert den Laden inkognito, schreibt Eagleman.


Der Neurowissenschaftler ist der Meinung, dass das Gehirn zwar die Schaltzentrale unseres Innenleben ist, aber dass unser Gehirn seinen eigenen Betrieb unterhält. Unsere Gedanken, flüchtig und unfassbar, basieren auf einer physischen Grundlage, auch die bizarren und unerwünschten Gedanken in den Träumen. Inkognito vermittelt komplexe Zusammenhänge unseres Gehirns auf sehr unterhaltsame und erfrischende Art und Weise. Außergewöhnliche Experimente und Forschungsergebnisse zeigen die oft verblüffenden und unbewussten Mechanismen unseres Gehirns.

VVerena Kast

Träume: Die geheimnisvolle Sprache des Unbewussten

Patmos Verlag 2008


Wir Menschen schlafen und träumen. Doch wie verarbeitet das Gehirn unsere Träume und welche Bedeutung haben sie im realen Leben? Schon in vergangenen, antiken Kulturen wurde den Träumen besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Im Alten Ägypten und in der Bibel waren sie Botschaften der Götter. Im antiken Griechenland wurde die heilende Kraft der Träume erwähnt und der Traum als Wahrheit der Seele gewertet, nicht mehr Zeichen einer überirdischen Instanz. Auch in der Neuzeit und Romantik haben Träume ihren Platz.


Die Professorin der Psychologie zeigt anhand vieler Beispiele, dass Träume eine Hilfe bei der Konfliktbewältigung sein können. Die Symbolik der Traumbilder verbindet Tageserlebnisse und Fantasien und verknüpft sie mit den Erfahrungen aus dem Gedächtnis. Verena Kast untersucht Träume im Hinblick auf die moderne Hirnforschung, der psychologischen Traumforschung und den Erkenntnissen von C.G. Jung.

Sigmund Freud

Die Traumdeutung

Fischer Taschenbuchverlag 2005


Das vor mehr als 100 Jahren erstmals erschienene und mehrfach von Autor selbst überarbeitete Buch ist das Standardwerk, um sich mit den Ideen und dem Wirken Freuds vertraut zu machen. Zu Beginn hat Freud eine Übersicht der Traumprobleme in der Literatur erstellt. Sigmund Freud verwendet für die folgende "Einführung in die Technik und Lehre" der Traumdeutung seine eigenen Träume, allen voran den berühmten Traum von seiner kranken Patientin Irma.


Ausführlich erklärt Freud, warum Träume Wünsche beinhalten, auch solche mit "peinlichem Inhalt", und beschreibt, dass jeder Traum seine "Quelle" hat, wie sich Kindheitserlebnisse auswirken und warum Nacktheit, Tod oder Prüfung typische Trauminhalte sind. Träume sind im Vergleich zu den Gedanken, die dahinterstecken, "knapp und armselig" und stellen andere Elemente in den Mittelpunkt. Dies bezeichnet Freud als Verdichtung bzw. Verschiebung. Rechnen und Reden im Traum werden ebenfalls in diesem Standardwerk berücksichtigt wie eine Betrachtung über Funktion, Vergessen und Verdrängen von Träumen.

Alexander Borbély

Schlaf

Fischer Taschenbuchverlag 2004


Übersichtliches Kompaktwissen verspricht das handliche Taschenformat zum Thema Schlaf von Alexander Borbély, Schlafforscher und Professor für Pharmakologie. Er geht aus von den Anfängen der Schlafforschung im 19. Jahrhundert und bindet kulturelle Aspekte mit ein. Gut verständlich erläutert Borbély, wie in der modernen Schlafforschung Gehirnströme, Augen- und Muskelbewegungen gemessen werden. Diagramme verdeutlichen zudem Schlaf-Wach-Rhythmen sowie die Schlafdauer in verschiedenen Lebensphasen.


Ein kurzes Kapitel widmet sich der Traumforschung, bevor verschiedene Schlafstörungen und -krankheiten sowie deren Behandlung geschildert werden. Dass Fledermäuse bis zu 20 Stunden täglich schlafen, ist in einem Abschnitt über den Schlaf von Tieren zu lesen. Am Ende fasst Borbély die noch nicht abgeschlossene Diskussion darüber zusammen, warum wir eigentlich schlafen. Weitergehende Fragen über Schlafmangel oder den Einfluss von elektromagnetischen Feldern runden das kleine Kompendium ab.

Christoph Gassmann
Träume erinnern und deuten
Eine praktische Anleitung
Patmos Paperback, Düsseldorf 2004


Wie legt man ein Traumtagebuch an? Wie kann man die Erinnerung an Träume verstärken und wie kann man die Handlungen des so genannten Traum-Ichs verstehen lernen? Eine praktische Anleitung dazu liefert der Züricher Psychologe und Psychotherapeut Christoph Gassmann in seinem Taschenbuch. Neben der Erfassung von Träumen geht es ihm außerdem um die kreative Bearbeitung des Traums. Er erläutert daher auch, wie man sich mit Metaphern, Symbolen und Assoziationen auseinandersetzen soll.


Darüber hinaus zeigt er, wie man sich mit seinen Traumgestalten "unterhalten" kann. Wer das geübt hat, kann sich auch an der speziellen Technik des "luziden Träumens" versuchen, einer Methode um eigene Fähigkeiten im Schlaf zu trainieren und zu verbessern. Das Buch ist von persönlichen Erfahrungen des Autors geprägt. Lesenswert und hilfreich für diejenigen, die sich intensiv für die eigenen Träume interessieren und Traumarbeit zu ihrem Hobby machen wollen.

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