Ohne Orientierung

Verirrt im Wald - das kann ungeahnt schnell gehen

Wandern liegt im Trend. Immer wieder verirren sich Spaziergänger oder Touristen auf ihren Touren durch die Natur. Sie haben die Orientierung verloren, und manche geraten in Notsituationen. Vor allem in den Bergen oder im Hochgebirge sind viele Wanderer falsch ausgerüstet und unterschätzen die Gefahren, die ihnen bei einer Bergtour drohen.

Wanderer füllen am Brunnen ihre Wasserflasche auf
Wanderer füllen am Brunnen ihre Wasserflasche auf

Auf Abwegen

Von Mai bis Oktober dauert die Bergwandersaison, und Tausende von begeisterten Wanderern packen ihre Rucksäcke und schnüren ihre Wanderstiefel. Dann steigt auch die Zahl der Rettungseinsätze. Allein die Bergwacht Füssen rückte im Jahr 2011 mehr als 140 mal aus, um verletzte, erschöpfte oder verirrte Menschen zu retten.


Dass sich auch erfahrene Bergwanderer in den bayerischen Alpen verlaufen können, die die Gegend sehr gut kennen, zeigt die Geschichte zweier Freunde, die Springböcke beobachten und fotografieren wollten. Sie sind so sehr mit Begeisterung bei der Sache, dass sie die Uhr aus dem Auge verlieren.

Wanderer fotografieren in den Bayerischen Alpen
Wanderer fotografieren Quelle: ZDF

Beim Fotografieren verlieren sie mehr Zeit als eingeplant, und ihr Zeitplan gerät gefährlich in Verzug. Für besonders gute Motive kommen sie vom Weg ab, und dann wird es auch noch langsam dunkel. Die beiden haben keinen Überblick mehr, wo es jetzt lang geht.

Zurück zur Alm

Steinböcke in den Alpen
Steinböcke Quelle: ZDF


In ihrer Wanderkarte war ein Weg eingezeichnet, der seit vielen Jahren nicht mehr benutzt wird. Er ist teilweise völlig zugewachsen, und nur noch wenige Begehungsspuren sind sichtbar. Nur eine falsche Abbiegung, und schon ist man wirklich in der Wildnis. Bei völliger Dunkelheit und ohne Weg ist die Orientierung sehr schwierig. Die Stirnlampen geben auch bald ihren Geist auf.

Wanderer sind vom Weg abgekommen
Wanderer suchen Weg Quelle: ZDF

Die Gefahr, eine Schlucht oder einen Abhang zu übersehen ist groß. Deshalb gehört in jeden Rucksack eine funktionierende Taschenlampe und für den Notfall Ersatzbatterien. Die beiden Wanderer haben Glück, und nachdem der Mond aufgegangen ist, können die beiden Freunde wieder etwas erkennen. Mit dem Mond als Orientierungshilfe schaffen sie es doch noch zurück zur Alm.

Experiment mit Links-Drall

Wie schwer es ist, den nötigen Weitblick zu behalten, lässt sich mit einem Experiment herausfinden: Sechs Personen sollen in einem Fußballstadion geradeaus über das Spielfeld laufen. Ihre Augen sind verbunden. Sie sehen genauso wenig wie Menschen in einer mondlosen Nacht. Laufen sie geradeaus oder kommen sie vom Weg ab? Die ersten Meter gehen alle noch schnurgerade. Doch dann laufen die meisten links, als würden sie von einem Magneten angezogen.

Experiment mit Linksdrall auf einem Fußballfeld
Experiment mit Linksdrall

Einige Wissenschaftler glauben, dass dies mit den unterschiedlichen Beinlängen und der Muskelstärke zusammenhängt. Das rechte Bein ist meist länger und stärker. Daraus entsteht automatisch ein Links-Drall, und alle kommen vom Weg ab. Im Endeffekt würden alle Teilnehmer im Kreis laufen, wenn auch in einem sehr großen. Ein ähnliches Ergebnis ergäbe sich auch, wenn das Auge keine Bezugspunkte hat, wie zum Beispiel in der Wüste. Ohne markante Punkte in der Landschaft fällt es schwer, lange geradeaus zu gehen. Die Fehler, die man macht, sind unbewusst. Deshalb weiß man nicht, was man korrigieren soll. Die Person verirrt sich.

Gute Vorbereitung ist alles

Vor einer Wandertour sind einige Dinge vorzubereiten. Die richtige Planung der Wegstrecke und Informationen über den Schwierigkeitsgrad der Wege helfen, damit man auch seine Kräfte und Fitness nicht überschätzt. Richtiges Wanderschuhwerk für einen sicheren Tritt ist ideal, und falls man sich doch eine Blase läuft, sollte ein Erste-Hilfe-Set für den Notfall im Rucksack sein. Wandern macht hungrig. Also denken Sie auch an die Verpflegung für unterwegs, vor allem an ausreichend Getränke.

Wanderer im Bergdorf
Wanderer im Bergdorf Quelle: ZDF


Vor einer Wanderung sollte man sich über das Wetter informieren und entsprechende Kleidung wie Regenschutz und Pullover im Rucksack haben. Gerade in den Bergen kann sich das Wetter blitzschnell ändern. Mit einem Handy kann man meist im Notfall Hilfe holen und ein GPS-Navigationsgerät kann die Wanderer auf den richtigen Weg bringen. Wer sich beim Wandern an die markierten Wege hält, bleibt von Irrwegen oder bösen Erfahrungen in der Regel verschont.

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