Schutz vor Wind und Wetter

Welche Dachform ist die sicherste?

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Wissen | Terra Xpress - Schutz vor Wind und Wetter

Im Strömungskanal will ein Forscherteam herausfinden, welche Dachkonstruktion mehr Schutz bietet – Spitz- oder Flachdach. Wichtigste Hilfsmittel sind ein 700 PS starkes Gebläse, ein Laser – und Rauch.

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Im Windkanal will ein Forscherteam der TU Berlin sichtbar machen, welche Dachkonstruktion mehr Schutz bietet: ein schräges Dach oder ein Flachdach. Welche Konstruktion fällt einem Sturm als erste zum Opfer? Und warum ist das so?

Ein Schrägdach sieht eigentlich so aus, als würde es dem Wind viel Angriffsfläche bieten - anders als das Flachdach, das sich eher wegzuducken scheint. Aber ist das Flachdach auch wirklich sicherer?

Ein 700 PS starkes Gebläse

Der Test wird mit maßstabsgerechten Modellhäusern durchgeführt. Ihre Bauweise entspricht Dächern in der Realität. Das eine hat ein schräges Dach, das andere ein flaches. Wichtigste Hilfsmittel für den leitenden Ingenieur Dr. Nayeri sind ein 700 PS starkes Gebläse, ein Laser und Rauch. Mit dem in den Windkanal eingeleiteten Rauch will er die Strömung erklären. Der Laser wird benötigt, um unsichtbare Bewegungen in der Luft sichtbar zu machen.

Der Wissenschaflter positioniert beide Gebäude gleichzeitig im Windkanal und testet mit verschiedenen Windstärken, welche Wirkung der Wind auf die beiden Dachkonstruktionen hat. Die genutzten Windstärken entsprechen denen, wie sie auch in Deutschland im Sommer bei einem schweren Sturm vorkommen können. Im abgedunkelten Windkanal zeigt der vom Laser markierte Rauch genau, wie der Sturm ein Schrägdach angreift.

Kleine Wirbel, hohe Sogkraft

Für die Forscher ist nicht so interessant, wie der Wind gegen die vordere Dachseite prallt. Spannend wird es auf der hinteren. Dort entstehen beim Schrägdach große, aber von der Geschwindigkeit her langsame Wirbel. Ganz anders sieht es beim Flachdach aus. Die Wirbel, die dort entstehen, sind klein aber sehr schnell. Das hat Folgen, denn dadurch entsteht ein besonders starker Wirbel mit sehr großen Sogkräften.

Wo also die kleinen Wirbel entstehen und sich schneller und schneller drehen, da wächst die Sogkraft. Und die fängt an, immer stärker am Dach zu ziehen und zu zerren. Beim Schrägdach mit den großen und langsamen Wirbeln gibt es also nur einen schwachen Sog. Mit dem Erreichen von ungefähr 120 Kilometer pro Stunde weden die Modellhäuser schließlich einem Wind ausgesetzt, der ungefähr Orkanstärke erreicht. Bei dieser Windstärke bekommt das Flachdach richtige Probleme, und bei 150 Kilometer pro Stunde wird das Flachdach "vom Winde verweht". Beim Schrägdach passiert nichts.

Eine stabile Dachkonstruktion ist nötig

Bei einem echten Sturm und bei einem echten Gebäude entstehen also so hohe Sogkräfte, dass die Bestandteile des Daches nach und nach vom Dach abgesaugt werden. Das heißt, ein Dach muss sehr stabil konstruiert sein. Besonders bei einem Flachdach treten extrem hohe Sogkräfte auf, und Flachdächer gibt es nicht nur auf Wohnhäusern, sondern auch auf Fabrikhallen, Einkaufszentren oder Tankstellen.

Aber es gibt eine Lösung für das Problem. Auch Flachbau-Bewohner müssen nicht gleich aufwändig umbauen. Oft hilft schon eine einfache Dachbegrünung. Denn an den flexiblen Stängeln verwirbelt sich der Wind, und das bedeutet weniger Sog. Mit der Wiese über dem Kopf ist man also schon bisschen sicherer.

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