Seekrank in der Luft

Dirk Steffens über seine Erfahrungen mit einem außergewöhnlichen Fluggerät

Ein Gyrokopter kann erstaunlicherweise wirklich fliegen, auch wenn er aussieht wie ein buntes Plastikspielzeug, das Kinder durch ihr Zimmer schieben und dabei "pfrrrrrrrr" machen, um ein Motorgeräusch zu imitieren. Und noch erstaunlicher: Zwei erwachsene Menschen können sich hineinzwängen und damit in die Luft gehen!

Die Maschinen werden nicht Hub-, sondern Tragschrauber genannt, weil der Rotor oben drauf, anders als beim Helikopter, nichts heben kann. Er dreht sich nur, um als bewegliche Tragfläche zu wirken - für den Vorwärtsschub ist ein Propeller am Heck zuständig. Die Geräte fallen in die Kategorie der Ultraleichtflugzeuge. Und genau so fühlen sie sich auch an, wenn man hineinklettert. Ultraleicht. Ultrazerbrechlich. Aber einmal oben beweisen die Kleinstflieger, warum sie immer beliebter werden: Sie liegen beim Geradeausflug angenehm ruhig in der Luft und sind so wendig wie eine Biene. Leider.


Kleine und große Wunder in Deutschland

Denn trotz jahrzehntelanger Weltenbummlerei neige ich dazu, seekrank zu werden, und zwar zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Halt immer, wenn ich irgendwo drinsitze und dieses Irgendwo schwankt. Pilot Anton war rücksichtsvoll, aber für ein paar Szenen musste er doch kräftig am Steuerknüppel reißen. Zum Beispiel, als wir dem Feuerstrahl eines Drachen ausweichen sollten: Dafür sind wir zig Mal hintereinander bei vollem Tempo extrem enge Kehren geflogen. Nach der dritten dachte ich, ich würde sterben. Nach der vierten wusste ich es. Nach der fünften wollte ich es. Dann sind wir gelandet. Puh!



Sobald mein Magen sich wieder beruhigt hatte, konnte es weiter gehen. Da unser Gyrokopter ein Cabrio war, wehte mir die Luft um die Nase, und ich hatte einen fantastischen Blick auf die kleinen und großen Wunder, die sich in Deutschland immer noch entdecken lassen. Ich war unterwegs für "Terra Xpress: Expedition in Super-Deutschland".

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