Tierische Fracht

Wie Tiere mit dem Flugzeug transportiert werden

Die modernste Airport-Tierstation der Welt ist im Frankfurter Flughafen. Von dort aus gehen jährlich rund 14.000 Hunde und Katzen, 2000 Pferde, 3000 Tonnen Zierfische und exotische Zootiere in die Luft. Und damit sie dort heil ankommen, müssen sie mit größter Sorgfalt verpackt und verladen werden.

Pferd wird eingeladen
Pferd wird in Alu-Contianer am Flughafen eingeladen Quelle: ZDF

Mit knapp 4000 Quadratmetern ist die Frankfurter Animal Lounge das größte Tierterminal der Welt. Ob Hufe, Flügel, oder Flossen: Die Tiere werden hier rund um die Uhr versorgt und verladen, solange sie kleiner sind als 2,40 Meter. Sonst passen sie nicht ins Flugzeug.

Tierischer Trip nach Australien

Der zweijährige Papillon "Persie" geht auf große Reise. Vor ihm liegen 17.000 Flugkilometer ohne Frauchen Yvonne Weber. Er zieht nach Australien zu einer Tante. Als die einmal zu Besuch war, hatte Persie sich so eng mit ihr angefreundet, dass sich Yvonne schweren Herzens entschloss, ihn nach Australien umziehen zu lassen.

In Frankfurt startet der tierische Trip. Eingecheckt werden die Tiere dort in der Animal Lounge, wo sie in artgerechten Transportboxen auf ihren Abflug warten. Die Flieger, mit denen es bis zur anderen Seite der Erde geht, sind meistens ganz normale Passagiermaschinen. Persies Ticket kostet rund 1000 Euro.

Papillon "Persie" in seiner Transportbox
Papillon "Persie" in seiner Transportbox Quelle: ZDF

30 Tage Quarantäne

Bevor Persies Abenteuer losgeht, muss er als zukünftiger Australier noch besondere Einreisebestimmungen erfüllen. Dazu gehört ein letzter Medizin-Check in der Animal Lounge. Ein Veterinär verplombt Persies Box, denn er darf während der Reise keinen Kontakt zu anderen Tieren und Menschen bekommen, sonst könnte er gefährliche Keime in seine neue Heimat einschleppen. In Australien muss er dann erst mal 30 Tage in Quarantäne.

Tierpflegerin Anna Werner arbeitet seit einem Jahr in der Station und kümmert sich dort um das Wohl der Tiere. Die brauchen während ihrer Wartezeit besondere Zuwendung. Streicheleinheiten gehören genauso dazu, wie die Kontrolle und optimale Ausstattung der Transportbox. Den Flug selbst verbringen die Kleinen im Gepäckraum der Passagiermaschine. Der Raum ist zwar beheizt, doch die Temperaturen können stark schwanken.

Verkeimtes Wasser

Thomas Klappich muss sich um Fische aus Brasilien kümmern. In dem Wasser, in dem sie hergekommen sind, darf es nicht weitergehen, weil Bakterien darin enthalten sind, die den Fischen den Sauerstoff entziehen. Daher wird erst das Wasser gewechselt. Die Reise muss aber nicht nur unbeschadet, sondern auch vollzählig weitergehen.

Thomas Klappich mit Fischen
Thomas Klappich Quelle: ZDF

Fische vertragen kein normales Leitungswasser, denn das enthält Chlor. Sie brauchen für ihren Langstreckenflug eine Spezialflüssigkeit. Hinzu kommt reiner Sauerstoff. Und dabei geht Thomas Klappich auf Nummer sicher. Es gibt genug Reserve-Proviant für 30 weitere Reisestunden.

Polo-Pferde für Argentinien

Und dann treffen ganz besondere Passagiere ein. Die Animal Lounge dient 14 Polo-Pferden aus England als Zwischenstation auf ihrem langen Flug nach Buenos Aires, wo sie für Wettkämpfe und in der Zucht eingesetzt werden. Nachdem sie sich ausgeruht haben, werden sie in die Flugcontainer verladen. Die engen und leichten Aluminium-Transportboxen inspiziert Kevin Simmons, ein professioneller Pferdeflugbegleiter, extrem penibel. Er achtet auf scharfe Vorspünge, abstehende Metallteile oder Löcher in den Wänden, wo Beine hindurch gelangen und an denen sich die Tiere verletzen können. Die bis zu 18.000 Euro teuren Polopferde müssen absolut sicher sein.

Pferd in der Alu-Transportbox
Pferd in der Alu-Transportbox Quelle: ZDF

18 Stunden Flug mit Zwischenstopp in Dakar und Brasilien liegen vor Kevin Simmons und den Pferden. Damit die Tiere weiterhin ruhig bleiben, hat Kevin Simmons während des Flugs jederzeit Zugang zu den Transportboxen. Auf persönliche Betreuung muss Schoßhhund Persie auf seinem Flug nach Australien verzichten. Doch gut eingepackt startet auch er pünktlich in sein neues Leben.

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