Zecken & Co.

Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Wie gefährlich sind die kleinen Blutsauger wirklich? Sie sich auf dem Vormarsch und können gefährliche Infektionskrankheiten wie Borreliose und Hirnhautentzündung übertragen, gegen die es zum Teil keine wirklich relevante Therapie gibt. Terra Xpress macht sich auf die Spur der Plagegeister und überprüft den aktuellen Forschungstand.

Borreliose ist die häufigste Erkrankung, die von Zecken übertragen wird. Bisher gibt es keinen Impfstoff. Doch nicht jeder Zeckenstich muss gleich eine gefährliche Infektionskrankheit auslösen.

Gefährliche Krankheitserreger

Wird Borreliose nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt, kann dies schwerwiegende Folgen haben und zwar lebenslang. Die Erreger können Organe, das Nervensystem oder die Gelenke infizieren und schädigen. Eine Altenpflegerin leidet seit geraumer Zeit unter großen Beschwerden wie Gelenkschmerzen und Migräne. Ihr körperlicher Allgemeinzustand wird immer schlechter und sie bricht zusammen. Es wird Borreliose diagnostiziert.

Sie wird mit Antibiotika behandelt, aber wahrscheinlich nicht lange genug. Die Symptome kehren zurück und die Schäden bleiben. Im Urlaub entdeckt sie bei ihrem Mann ebenfalls einen Zeckenstich. Die Diagnose: Borreliose. Da er sofort und lange genug mit Antibiotika behandelt wird, hat er bis heute keine Beschwerden mehr.

Neue Zeckenart

Zecken können viele Krankheiten übertragen, aber nicht jede Zecke ist mit Erregern infiziert. Die häufigste Zeckenart ist der Holzbock, aber immer mehr wird auch eine größere Zeckenart hier heimisch, die so genannte Auwald- oder Buntzecke. Sie bewegt sich im Unterschied zum Holzbock schneller und kann auf ihre Beutetiere zukrabbeln.

Diese neue Zeckenart ist sehr gefährlich für Hunde, denn sie überträgt die Babesiose, die auch als Hundemalaria bekannt ist. Bei Menschen kann die Buntzecke das gefährliche Q-Fieber auslösen. Vor einigen Jahren gab es im westfälischen Landkreis Soest sogar eine Masseninfektion, bei der 299 Menschen an dem so genannten Q-Fieber erkrankten. Die Suche nach den Ursachen führte schließlich zu den gefährlichen Buntzecken.

Neuer Impfstoff in Sicht

Die Wissenschaftler Prof. Dr. Franz-Rainer Matuschka und Dr. Dania Richter, Parasitologen an der Berliner Charite, haben den Erregern der Lyme-Borreliose in den Zecken den Kampf angesagt. Sie haben Zecken auf ganz gewöhnlichen Wiesen und Weideflächen mit Wiederkäuern gesammelt. Dabei haben sie entdeckt, dass auf den Weideflächen nicht nur weniger Zecken sind, sondern dass auch weniger Zecken den Erreger der Lyme-Borreliose in sich trugen.

Das ist eine kleine Sensation, denn Zecken, die Kühe und andere Wiederkäuer gestochen haben, verlieren auf bisher völlig unerklärliche Art und Weise ihren Borreliose-Erreger. Diese Beobachtung könnte in der aktuellen Zeckenforschung einen Weg weisen, um einem Impfstoff gegen Borreliose zu entwickeln.

Raupen mit Brennhaaren

Doch es gibt noch mehr gefährliche Plagegeister. Die Freiwillige Feuerwehr aus dem brandenburgischen Thyrow übernimmt einen zunächst harmlos eingeschätzten Einsatz und beseitigt einen Sturmschäden. Anschließend werden die Feuerwehrmänner von einem unerklärlichen Juckreiz geplagt, ein Feuerwehrmann muss sogar ins Krankenhaus. Die Ärzte stellen fest, dass die Männer mit den feinen Härchen des Eichenprozessionsspinners in Berührung gekommen sind.

Die giftigen Brennhaare lösen allergische Reaktionen aus, Hautrötungen, Quaddeln am ganzen Körper, Juckreiz und Brennen. Durch Einatmen der Haare kann es zu Reizungen der Mund- und Nasenschleimhäute kommen, die zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Zusätzlich können Schwindel, Fieber, oder Bindehautentzündungen auftreten. Die gesamte Kleidung der Feuerwehrleute musste vernichtet und die Feuerwache aufwändig gereinigt werden. Bei dem Versuch die Raupen durch Flammen zu töten, erwies sich als falsch. Die feinen Härchen werden nur noch mehr durch die Luft gewirbelt.

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